Exchange Online: Microsoft schaltet EWS bis zum 1. April 2027 ab
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 19:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Softwarekonzern Microsoft hat mit der schrittweisen Deaktivierung der Schnittstelle Exchange Web Services (EWS) innerhalb von Exchange Online begonnen. Dieser Prozess markiert den Beginn eines längeren Übergangs, der in der endgültigen Abschaltung des Dienstes am 1. April 2027 münden soll.
Laut vorliegenden Berichten wird Microsoft für diesen Termin keine Ausnahmen zulassen, womit eine zentrale Methode für den Zugriff auf E-Mail- und Kalenderdaten in der Cloud-Umgebung des Unternehmens entfällt.
Im Zuge des aktuellen Rollouts nimmt Microsoft technische Änderungen an den Konfigurationen der einzelnen Mandanten vor. Dabei werden die sogenannten tenantweiten EwsEnabled-Werte von einem bisherigen Neutralwert ($null) auf den Status „falsch“ ($false) gesetzt. Dies führt dazu, dass die Schnittstelle standardmäßig nicht mehr aktiv ist.
Für Administratoren besteht jedoch vorerst die Möglichkeit, manuell einzugreifen. Über eine entsprechende Konfiguration können IT-Verantwortliche den EWS-Zugang vorübergehend wieder freigeben.
Hierzu muss der Wert manuell auf „wahr“ ($true) gesetzt werden, wobei zusätzlich eine Liste zugelassener Anwendungs-Identifikationen (EwsAllowedAppIDs) hinterlegt werden kann, um spezifische Softwareanwendungen weiterhin zu unterstützen.
Umstieg auf Microsoft Graph empfohlen
Als moderner Nachfolger und strategische Alternative positioniert Microsoft die hauseigene Schnittstelle Microsoft Graph. Das Unternehmen empfiehlt Organisationen bereits seit längerem den Wechsel auf diese API. Die Entwicklung neuer Funktionen für EWS wurde von Microsoft bereits im Jahr 2018 eingestellt, während die offizielle Ankündigung der kompletten Abschaltung im Jahr 2023 erfolgte.
Wichtig für Unternehmen mit hybriden Infrastrukturen ist der Umstand, dass die Deaktivierung ausschließlich Exchange Online betrifft. Installationen von Exchange-Servern, die lokal in den Rechenzentren der Kunden betrieben werden, bleiben von dieser Maßnahme unberührt.
Wer sich mit der Umstellung von Exchange-Diensten befasst, sollte auch die Effizienz seiner täglichen E-Mail-Workflows im Blick behalten. Dieser kostenlose Ratgeber bietet wertvolle Zeitspar-Tipps und Lösungen für eine reibungslose Synchronisation Ihrer Outlook-Daten. 7 Zeitspar-Tricks für Outlook-Profis jetzt kostenlos entdecken
Der aktuelle Rollout erfolgt zudem tenantweise, sodass Organisationen, die EWS bereits explizit aktiviert haben, nach derzeitigem Stand vorerst nicht von den automatischen Änderungen betroffen sind.
Auswirkungen auf Apple-Nutzer und macOS
Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Deaktivierung für Nutzer von Apple-Geräten. Die nativen macOS-Anwendungen für E-Mail, Kalender, Kontakte sowie Notizen und Erinnerungen greifen bei Microsoft-365-Arbeitskonten auf EWS zurück. Ohne ein Eingreifen der Administratoren oder technische Updates könnten diese Programme die Fähigkeit zur Synchronisierung verlieren.
Apple plant zwar Berichten zufolge die Unterstützung von Microsoft Graph in einem künftigen Update für das Betriebssystem macOS 27, ein konkreter Termin für diese Implementierung steht jedoch noch aus. In aktuellen Beta-Versionen von macOS 27.2 sowie in der Version 27.0.1 wurde eine entsprechende Unterstützung bislang nicht festgestellt.
Während sich die technische Infrastruktur für Mac-Anwender ändert, bleibt die optimale Einrichtung des Systems entscheidend für einen störungsfreien Betrieb. Ein kostenloses Starterpaket enthüllt die wichtigsten Einstellungen, mit denen Sie Ihren Apple-Computer von Beginn an professionell nutzen. Gratis-Ratgeber für den perfekten Mac-Einstieg sichern
Als kurzfristige Alternative für Mac-Anwender wird die Nutzung von Microsoft Outlook für Mac genannt. Mobile Endgeräte wie das iPhone oder das iPad sind hingegen nicht von der Problematik betroffen, da diese für die Kommunikation das Protokoll Exchange ActiveSync nutzen.
Microsoft machte bislang keine Angaben dazu, wie viele Organisationen weltweit von der Abschaltung der Schnittstelle betroffen sind. Die schrittweise Vorgehensweise soll Unternehmen jedoch die notwendige Zeit geben, ihre Anwendungen und Workflows auf die neuere Graph-Schnittstelle umzustellen, bevor der Dienst im Frühjahr 2027 endgültig eingestellt wird.
