Exchange, Microsoft

Exchange Online: Microsoft schaltet EWS ab 1. Oktober ab

30.06.2026 - 10:35:02 | boerse-global.de

Microsoft kündigt EWS-Abschaltung an, warnt vor neuer Phishing-Welle und stößt mit Copilot-Zwang auf Kartellverfahren.

Microsoft Outlook & Exchange: Abschaltung, Phishing-Warnung und KI-Zwang
Exchange - Leuchtendes Vorhängeschloss-Symbol über holografischer Netzwerkdaten-Projektion und dezentem Outlook-Logo, symbolisiert E-Mail-Sicherheit und Datenschutz. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Microsoft bereitet umfassende Änderungen für Outlook und Exchange Online vor – und warnt gleichzeitig vor einer neuen Phishing-Welle.

Abschied von alten Technologien

Der Konzern zieht bei Exchange Online einen Schlussstrich unter veraltete Funktionen. Bereits am 31. Juli 2026 endet der Support für klassische Abstimmungsbuttons in Moderationsgenehmigungen. Künftig setzt Microsoft ausschließlich auf Actionable Messages – interaktive adaptive Karten. Administratoren müssen diese Funktion per PowerShell aktivieren und sicherstellen, dass Moderatoren Microsoft-365-Postfächer nutzen. Geteilte Postfächer werden für diesen Zweck nicht mehr unterstützt.

Noch gravierender ist der Schritt, der für Oktober 2026 geplant ist: Ab dem 1. Oktober beginnt Microsoft mit der Abschaltung von Exchange Web Services (EWS) in Exchange Online. Das trifft vor allem Drittanbieter-Integrationen und alternative E-Mail-Clients wie Evolution, die auf EWS angewiesen sind.

FBI warnt vor „Kali365" – Phishing-Gefahr für Unternehmen

Eine neue Bedrohung sorgt für Alarm bei Sicherheitsexperten. Das FBI warnt vor der Phishing-as-a-Service-Plattform „Kali365", die speziell auf Microsoft-365-Konten abzielt. Seit April 2026 verbreitet sich der Dienst über Telegram.

Die Masche ist raffiniert: Angreifer verschicken Phishing-Mails mit einem Gerätecode. Gibt ein Nutzer diesen Code auf einer legitimen Microsoft-Seite ein, erteilt er unwissentlich OAuth-Tokens – die Täter erhalten vollen Zugriff auf das Konto. Besonders tückisch: Selbst eine aktive Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) schützt nicht.

Die Behörden raten: Niemals unaufgeforderte Gerätecodes eingeben. Administratoren sollten den Device-Code-Fluss über Conditional-Access-Richtlinien einschränken.

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Aktuelle Fehler in Outlook – das ist bekannt

Mehrere Bugs plagen derzeit die verschiedenen Outlook-Versionen. Microsoft Support untersucht einen Fehler im klassischen Outlook für Windows: Der „X"-Button zum Entfernen einzelner Empfänger aus der AutoComplete-Liste funktioniert nicht.

Nutzer von Outlook für Mac (Version 16.110, Build 26061317) berichten von einem anderen Problem: Der E-Mail-Verlauf beim Antworten wird nicht übernommen – Antwortfenster bleiben leer. Microsoft hat sich dazu noch nicht offiziell geäußert. Einige Anwender halfen sich durch Zurücksetzen auf ältere Builds oder Deaktivieren automatischer Updates.

Weitere Probleme, die Ende Juni 2026 gemeldet wurden:
* Outlook-Indexierung läuft nicht vollständig durch
* Leistungsprobleme in der „neuen" Outlook-Oberfläche
* Hartnäckige Serverfehler (Fehler 2605)
* Schwierigkeiten beim Zugriff auf Hotmail-Konten über Mobilgeräte

Copilot: Automatische Installation sorgt für Ärger

Die Zwangsinstallation von Microsoft 365 Copilot auf Windows-Geräten hat internationale Behörden auf den Plan gerufen. Seit dem 15. Juni 2026 installiert Microsoft die KI-Anwendung automatisch auf kommerziellen Windows-10- und Windows-11-Geräten. Der breite Rollout soll bis zum 14. Juli 2026 abgeschlossen sein.

Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) ist aufgrund des EU Digital Markets Act vorerst von der automatischen Installation ausgenommen. Andere Regionen reagieren mit Untersuchungen: Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM hat am 26. Juni 2026 ein Kartellverfahren gegen die Bündelung von Copilot und die damit verbundenen Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent eingeleitet. Auch die britische CMA und die US-amerikanische FTC prüfen den Vorgang.

Unternehmen, die die Installation verhindern wollen, müssen vor dem 14. Juli Blockierungsrichtlinien im Microsoft 365 Apps Admin Center einrichten.

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Tipps zur Verwaltung der AutoComplete-Liste

Die AutoComplete-Liste in Outlook wird lokal im RoamCache gespeichert und funktioniert unabhängig vom Kontakte-Ordner. Microsoft bietet mehrere Möglichkeiten zur Verwaltung:

  • Einzelne Einträge entfernen: In einer neuen E-Mail über den Vorschlag fahren und die Löschoption auswählen
  • Komplette Liste zurücksetzen: Über das Mail-Optionen-Menü oder per Befehlszeile (Outlook.exe /CleanAutoCompleteCache)

Ausblick: Neue Teams-Funktionen und KI-Meetings

Microsoft kündigte am 29. Juni 2026 zudem Neuerungen für die gesamte Produktivitätssuite an. Teams erhält ein überarbeitetes Meeting-Erlebnis mit vereinfachten Steuerelementen und einem neu gestalteten Teilen-Panel. Der Rollout soll bis Ende August 2026 abgeschlossen sein.

Für Copilot Premium-Abonnenten wird es ab dem 1. Juli 2026 KI-generierte Meeting-Zusammenfassungen ohne Transkript geben – ein Schritt, der die Produktivität weiter steigern soll, aber auch datenschutzrechtliche Fragen aufwirft.

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