Exchange, Massiver

Exchange Online: Massiver Ausfall legt Mails weltweit lahm

05.06.2026 - 07:20:33 | boerse-global.de

Schwerer Exchange-Ausfall legt E-Mail-Zustellung lahm, während Sicherheitslücken in Outlook und Office-Apps aufgedeckt werden.

Microsoft Exchange Online: Ausfälle, Sicherheitslücken und neue Risiken
Exchange - An abstract digital network with glowing lines and nodes, representing data flow and connectivity issues in a server environment. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Exchange Online fällt aus, Mails bleiben stecken, Sicherheitslücken werden bekannt – Microsoft kämpft an mehreren Fronten.

Ein schwerwiegender Exchange-Online-Ausfall hat diese Woche die E-Mail-Zustellung für Unternehmen in Nordamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum lahmgelegt. Seit Dienstag, dem 2. Juni, kämpfen Microsoft-Ingenieure mit dem Vorfall (Kennung: EX1331830). Betroffene berichten von Verzögerungen von über einer Stunde – manche Nachrichten kamen gar nicht an.

SMTP-Fehler und überlastete Verbindungen

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Die Ursache: Die Ressourcen-Grenzen der Serververbindungen wurden überschritten. Das führte zu SMTP-Ablehnungsfehlern und der kryptischen Meldung „SuspiciousRemoteServerError". Noch am Mittwoch analysierten die Techniker den Rückstau in der Mail-Warteschlange. Der Ausfall reiht sich ein in eine Serie von Pannen – erst traf es Microsoft Teams, dann Office im Web, zuletzt die Multi-Faktor-Authentifizierung.

Das Postfach-Problem: Gelöscht ist nicht weg

Doch nicht nur Großstörungen nerven die Nutzer. Viele klagen über volle Postfächer, obwohl sie hunderte Mails gelöscht haben. Der Grund ist oft banal: Der Papierkorb wurde nicht geleert. Hinzu kommen riesige Anhänge, überquellende Archivordner oder aufgeblähte Junk-Mail-Ordner.

Die Lösung klingt einfach: Papierkorb manuell leeren, große Anhänge auslagern, unnötige Add-ins deaktivieren. Bei der Desktop-Version machen zudem große PST-Dateien Probleme – sie führen zu langsamen Starts, verzögerter Suche und Abstürzen. Microsoft empfiehlt, die Dateien zu komprimieren oder mit Spezialtools nach Größe oder Datum aufzuteilen.

Wer mehr Speicher braucht, kann auf höhere Tarife umsteigen – vom Microsoft-365-Basic-Abo mit 100 Gigabyte bis zu den Business-Plänen mit großzügigen OneDrive-Kontingenten.

150 Tage im Verborgenen: Die Aspose-Attacke

Noch alarmierender sind die jüngsten Enthüllungen über Cyberangriffe auf Outlook. Sicherheitsforscher deckten eine Kampagne auf, die von Oktober 2025 bis März 2026 lief. Ein Manager einer internationalen Börse verlor sein gesamtes Postfach – unbemerkt.

Die Angreifer nutzten die Aspose-Bibliothek, um OST-Dateien in PST-Format zu konvertieren. Die Daten schickten sie in kleinen Häppchen über Cloud-Dienste wie Dropbox und OneDrive ins Ausland – zu unauffällig für die Sicherheitssysteme. Die Schadsoftware tarnte sich als legitime Lenovo- oder Adobe-Prozesse und blieb so monatelang unentdeckt. Betroffen waren E-Mails bis zurück in den August 2025.

„FlagLeft": Debug-Funktion wird zur Sicherheitslücke

Eine weitere Gefahr lauert auf Android-Geräten. Unter dem Namen „FlagLeft" (CVE-2026-41100/101/102) entdeckten Experten einen Debug-Flag in den Produktionsversionen von Word, Excel und OneNote. Böswillige Apps, die auf demselben Gerät installiert waren, konnten darüber Authentifizierungstoken stehlen. Microsoft hat die Lücken inzwischen geschlossen – Nutzer sollten ihre mobilen Office-Apps aber umgehend aktualisieren.

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Unter Druck: Regulierer und magere Verfügbarkeit

Die technischen Probleme kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Ende März leitete die britische Wettbewerbsbehörde CMA eine Untersuchung gegen Microsofts Softwarepraktiken ein. Und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im ersten Quartal 2026 erreichte Microsoft 365 nur eine Verfügbarkeit von 99,526 Prozent – weit unter den versprochenen 99,9 Prozent, die Großkunden vertraglich zustehen. Schuld war unter anderem ein fehlerhaftes Entra-ID-Update Anfang Juni, das kurzzeitig den Zugriff auf Office- und Teams-Dateien blockierte.

Für Unternehmen, die auf reibungslose Kommunikation angewiesen sind, bleibt die Lage angespannt. Die Frage ist: Wie lange können sich Nutzer auf Microsofts Dienste noch verlassen?

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