Excel für Linux: DHH fordert Microsoft zur Portierung auf
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der bekannte Softwareentwickler David Heinemeier Hansson (DHH), Schöpfer der Linux-Distribution Omarchy, hat Microsoft öffentlich aufgefordert, native Versionen von Excel und Word für Linux zu entwickeln. Sein Argument: Die beiden Office-Programme seien schlicht die besten ihrer Art und sollten deshalb nicht länger ausschließlich Windows- und Mac-Nutzern vorbehalten bleiben.
DHH, der mit Omarchy eine eigene Linux-Distribution vorangetrieben hat, positioniert sich damit als prominente Stimme innerhalb der Linux-Community, die seit Jahren auf eine bessere Unterstützung durch große Softwarehersteller drängt. Anders als etwa Adobe oder andere Anbieter, die Linux bislang weitgehend ignorieren, sieht DHH bei Microsoft besonderes Potenzial – gerade weil Excel und Word aus seiner Sicht qualitativ konkurrenzlos seien.
Microsofts Geschäftszahlen als Hintergrund
Die Forderung fällt in eine Phase, in der sich Microsofts Geschäftsmodell zunehmend von klassischen Windows-Lizenzen wegbewegt. Der Cloud-Umsatz des Konzerns wuchs zuletzt um 27 Prozent auf 59,3 Milliarden US-Dollar, während der Umsatz mit Windows-OEM-Lizenzen um 7 Prozent zurückging. Der Windows-Client-Bereich macht mittlerweile nur noch rund 5 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Diese Verschiebung liefert Befürwortern einer Linux-Portierung von Office ein Argument: Wenn Windows selbst als Plattform für Microsoft an Bedeutung verliert und statzentdessen Cloud-Dienste die Wachstumstreiber sind, könnte eine Öffnung von Excel und Word für Linux wirtschaftlich stimmig erscheinen, statt der Windows-Bindung zu schaden.
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Bislang sind Microsofts Office-Anwendungen auf Linux-Systemen nur über Umwege nutzbar, etwa über Webversionen, virtuelle Maschinen oder Kompatibilitätsschichten – eine native Anwendung fehlt bislang.
Community-Diskussion um Linux-Unterstützung
DHHs Vorstoß reiht sich in eine breitere Debatte innerhalb der Linux-Szene ein, in der immer wieder gefordert wird, dass große Softwarehersteller ihre Produkte konsequenter auch für Linux-Nutzer zugänglich machen. Mit seiner Reichweite als Entwickler und Gründer eigener Softwareprojekte verleiht DHH dieser Forderung zusätzliches Gewicht.
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Ob Microsoft auf die Forderung reagieren wird, ist offen. Angesichts der verschobenen Umsatzstruktur des Konzerns – weg vom klassischen Windows-Geschäft, hin zu Cloud-Diensten – dürfte die Diskussion um eine mögliche Linux-Version von Excel und Word jedoch weitergehen.
