Excel Cards View: Microsoft bringt Tabellenkalkulation aufs Handy
10.06.2026 - 18:42:51 | boerse-global.de
Der Software-Riese erneuert sein Tabellenkalkulations-Programm mit Fokus auf mobile Nutzung und künstliche Intelligenz.
Microsoft hat Anfang Juni 2026 eine Reihe von Updates für sein Excel-Ökosystem vorgestellt. Die Neuerungen drehen sich vor allem um mobile Bedienbarkeit, KI-gestützte Textanalyse und verbesserte Datenvisualisierung. Parallel dazu schloss der Konzern einen Rekord-Sicherheitspatch ab und feierte einen Erfolg im Quantencomputing.
Karten-Ansicht für Smartphones
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Seit heute steht die neue Excel Cards View für iOS und Android zur Verfügung. Statt der gewohnten Tabellen-Raster zeigt die App nun einzelne Datenkarten an – eine Anpassung an die kleineren Bildschirme mobiler Geräte. Voraussetzung: Die Daten müssen als strukturierte Tabelle formatiert sein.
Die Karten-Ansicht erleichtert die Navigation und bietet spezielle Werkzeuge für die Arbeit unterwegs. Nutzer können einzelne Karten einfügen, löschen, duplizieren oder direkt vom Handy aus teilen. Das soll das mühsame Hantieren mit dichten Tabellen auf dem Smartphone deutlich vereinfachen.
KI analysiert Stimmungen
Bereits gestern stellte Microsoft den Excel Copilot Agent Mode vor. Diese Funktion extrahiert aus unstrukturierten Rückmeldungen – etwa Social-Media-Kommentaren oder Umfrageantworten – verwertbare Erkenntnisse. Der Agent Mode konzentriert sich auf die Stimmungsanalyse: Die KI erkennt wiederkehrende Themen zu Produktqualität oder Verpackung, kategorisiert sie und fasst sie zusammen.
Für Fachleute bedeutet das: Trends lassen sich verfolgen, ohne dass jede einzelne Rückmeldung manuell ausgewertet werden muss. Microsoft folgt damit dem Branchentrend, KI als Brücke zwischen Rohdaten und strukturierter Analyse einzusetzen.
Neue Werkzeuge für die Desktop-Version
Für den Desktop bietet Excel weiterhin Sparklines – Mini-Diagramme in einer einzigen Zelle, die Trends auf einen Blick zeigen. Diese Linien-, Säulen- oder Gewinn/Verlust-Grafiken müssen zwar in der Desktop-Version erstellt werden, sind aber in Excel fürs Web weiterhin sichtbar und skalierbar.
Die Juni-Aktualisierung von ArcGIS für Microsoft 365 bringt ebenfalls Neuerungen. Dazu gehören farbliche Gestaltung auf Attributbasis sowie verbesserte Bearbeitungsoptionen wie manuelles Speichern, Rückgängig-Funktion und Layer-Sperren. Für räumliche Daten gibt es neue Geometrie-Funktionen zur Koordinatentransformation und Projektion. Eine dynamische Zeit-Animation unterstützt jetzt progressive und Intervall-Modi, und die Mehrfach-Beschriftung von Layern wurde zoom-abhängig aktualisiert.
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Rekord-Sicherheitsupdate und Quanten-Sprung
Am gestrigen Patch-Dienstag schloss Microsoft 206 Sicherheitslücken – ein neuer Rekord. Darunter waren drei Zero-Day-Schwachstellen, darunter ein BitLocker-Umgehungsangriff und die als „GreenPlasma" bekannte Lücke. Sicherheitsexperten vermuten, dass die hohe Zahl der Entdeckungen auf KI-beschleunigte Schwachstellenerkennung zurückzuführen ist. Kritische Patches gab es für „wurmartige" Remote-Code-Ausführungs-Lücken im DHCP-Client und HTTP.sys.
Im Bereich Hochleistungsrechnen meldete Microsofts Partner Atom Computing einen Meilenstein: Am 3. Juni gelang dem Unternehmen die erste mehrstufige Fehlerkorrektur auf einer Neutral-Atom-Quantenarchitektur – mit dem 1.180-Qubit-System „Phoenix". Der Fahrplan sieht bis Ende 2026 die Veröffentlichung einer Maschine namens „Magne" vor, die 50 logische Qubits bieten soll. Der Fortschritt bei der Quanten-Fehlerkorrektur wird durch eine Absichtserklärung über 100 Millionen Euro mit dem US-Handelsministerium gestützt.
