Excel-Assistenten: AlphaSense und Microsoft beschleunigen Analysen um 70%
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 23:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de
PivotTables bleiben das Rückgrat der Datenanalyse – doch Künstliche Intelligenz verändert die Arbeit mit der Tabellenkalkulation grundlegend. Gleich mehrere Technologiekonzerne haben in dieser Woche neue KI-Assistenten vorgestellt, die komplexe Analysen per Sprachbefehl ermöglichen.
Datenqualität bleibt der Schlüssel
Die Grundregeln der Excel-Arbeit haben sich nicht geändert. Wer mit PivotTables arbeitet, braucht saubere, flache Datenstrukturen: eindeutige Spaltenüberschriften, keine leeren Zeilen oder Spalten, einheitliche Formatierung. Das betonen Fachleute in aktuellen Leitfäden.
Der erste Schritt zur professionellen Analyse: Rohdaten mit der Tastenkombination Strg+T in eine offizielle Excel-Tabelle umwandeln. Das sorgt dafür, dass neue Datenzeilen beim Aktualisieren automatisch in die PivotTable einfließen. Über das Feldfenster lassen sich Daten dann in Zeilen, Spalten, Werte und Filter kategorisieren.
Interaktive Elemente wie Slicer und Zeitachsen machen die Berichterstattung deutlich benutzerfreundlicher. Fortgeschrittene Techniken wie der Doppelklick-Drilldown zur Prüfung einzelner Werte oder die Funktion „Werte anzeigen als" für Prozentangaben statt Summen gehören zum Handwerkszeug jedes guten Datenanalysten.
KI-Assistenten erobern die Tabellenwelt
Ein neuer Meilenstein: AlphaSense hat am heutigen Dienstag native KI-Assistenten für Excel und PowerPoint vorgestellt. Die Tools greifen live auf aktuelle Finanzdaten und Marktinformationen zu und erstellen daraus Modelle und Präsentationen. Laut Branchenberichten lassen sich professionelle Arbeitsergebnisse damit um 60 bis 70 Prozent schneller produzieren.
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Microsoft selbst zieht nach. Der Microsoft 365 Copilot nutzt ab sofort GPT-5.6 als Standardmodell – auch in Excel und Word. Das Ziel: Datenanalyse und kollaboratives Arbeiten deutlich vereinfachen.
Die Konkurrenz schläft nicht. OpenAIs ChatGPT Work, seit dem 9. Juli verfügbar, erstellt Dokumente und Tabellen über eine Desktop-Anwendung mit über 1.400 Plugins. Google wiederum hat am 7. Juli die Funktion „Mit Gemini ausfüllen" in Google Sheets ausgebaut. Der Dienst kategorisiert und fasst Daten auf Basis von Textanfragen zusammen – mit einer Trefferquote von 94 Prozent bei einfachen Abfragen. Bei komplexen Aggregationen liegt die Genauigkeit allerdings nur bei rund 33 Prozent.
Weltmeister setzt auf Strategie statt KI
Dass manuelle Excel-Kunst auch 2026 noch gefragt ist, zeigte die Microsoft Excel World Championship (MEWC). Titelverteidiger Diarmuid Early setzte sich mit 1.060 Punkten knapp gegen Andrew Ngai (1.020 Punkte) durch. Die Wettkämpfe fanden an weltberühmten Orten statt – unter anderem am Eiffelturm und der Freiheitsstatue. Earlys Erfolgsrezept: zuerst die Pflichtaufgaben lösen, dann die Bonus-Herausforderungen angehen.
Vom Rechenknecht zur Präsentationsschicht
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Trotz aller KI-Fortschritte: Excel-Kenntnisse sind in den USA nach wie vor Voraussetzung für gut bezahlte Jobs. Datenanalysten – gefragt sind PivotTables, SQL und Power Query – verdienen zwischen 70.000 Dollar im Einstiegsbereich und über 150.000 Dollar als Senior-Experten.
Doch die Rolle von Excel wandelt sich. Branchenbeobachter aus dem Finanzsektor argumentieren, dass die Tabellenkalkulation zunehmend als Präsentationsschicht dienen sollte – nicht mehr als primäre Verarbeitungsmaschine. Wer Excel mit Python-Bibliotheken wie Pandas, SQL oder Robotergesteuerter Prozessautomatisierung (RPA) kombiniert, reduziert manuelle Eingabefehler und verbessert die Datenkontrolle. Die vertraute PivotTable-Oberfläche bleibt dabei für die finale Berichterstattung erhalten.
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