Excel & Sheets: Google und Microsoft rüsten KI-Assistenten auf
26.06.2026 - 18:37:00 | boerse-global.de
Neue KI-Assistenten und clevere Formeln sollen lästige Fehler in Excel und Google Sheets endgültig ausmerzen.
Die Welt der Tabellenkalkulation erlebt einen grundlegenden Wandel. In dieser Woche haben sowohl Google als auch Microsoft umfassende KI-Erweiterungen für ihre Tabellenprogramme vorgestellt. Gleichzeitig zeigen neue technische Anleitungen, wie sich leere Zellen und fehlerhafte Berechnungen mit ausgefeilten Logikfunktionen vermeiden lassen. Das Ziel: Schluss mit manuellen Eingabefehlern und undurchsichtigen Formeln.
Google Gemini hilft bei Formel-Fehlern
Bereits am Montag dieser Woche rollte Google seinen Gemini KI-Assistenten für Google Sheets aus. Das Tool analysiert fehlerhafte Formeln und erklärt auf Deutsch, was schiefgelaufen ist. Noch wichtiger: Es schlägt sofort korrigierte Alternativen vor. Besonders hilfreich ist das bei typischen Problemen wie falschen Zellbezügen oder fehlenden Daten.
Der Dienst ist ab sofort für Geschäfts- und Bildungskonten verfügbar. Google gewährt bis zum 15. Juli 2026 erhöhte Nutzungslimits. Voraussetzung ist die Aktivierung der Smart Features. Zugriff haben Business-, Enterprise- sowie AI Pro- und Ultra-Konten.
Microsoft kontert mit Copilot-Updates
Nur drei Tage später zog Microsoft nach. Am Donnerstag kündigte der Konzern neue Funktionen für Copilot in Excel an. Das zentrale Feature: Ein „Änderungen anzeigen"-Bereich, der deutlich macht, welche Bearbeitungen von der KI stammen und welche von Menschen vorgenommen wurden. Das schafft endlich Transparenz in automatisierten Workflows.
Zusätzlich führt Microsoft sogenannte wiederverwendbare Fähigkeiten ein. Diese lassen sich in OneDrive speichern. Anwender können damit einmal entwickelte Datenverarbeitungslogik über verschiedene Arbeitsmappen hinweg nutzen. Ein Segen für alle, die regelmäßig ähnliche Auswertungen erstellen.
Clevere Logik gegen leere Zellen
Wer Excel- und Sheets-Fehler endgültig hinter sich lassen will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die wichtigsten KI- und Formel-Tricks – von Gemini-Formelhilfe bis zum Power-Query-Notizenschutz. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Doch nicht nur KI verändert die Arbeit mit Tabellen. Zeitgleich veröffentlichte Fachleute am heutigen Freitag praktische Anleitungen zum Umgang mit Datenlücken. Der Trick: Bedingte Formeln verhindern Fehlermeldungen, wenn Daten fehlen.
Ein Beispiel aus einem Leitfaden zur Erstellung von Tracking-Tools: Die WENN-Funktion prüft, ob ein Datum in der Vergangenheit liegt. Ist die Berechnung ungültig oder das Feld leer, erscheint ein simpler Bindestrich – keine kryptische Fehlermeldung, keine Null.
Noch ausgefeilter sind dynamische Diagramme direkt in der Zelle. Datenvisualisierungs-Experten zeigten am Donnerstag, wie sich mit den Funktionen WIEDERHOLEN und LET Balken- und Sternebewertungen erstellen lassen, die auch bei schwankenden Werten optisch konsistent bleiben.
Manuelle Notizen vor dem Überschreiben schützen
Ein Dauerproblem in der Tabellenarbeit: Wer externe Datenquellen aktualisiert, verliert oft handschriftliche Notizen oder individuelle Einträge. Eine heute veröffentlichte technische Lösung setzt auf selbstreferenzierende Abfragen in Power Query.
Die Methode erzeugt eine zirkuläre Datenstruktur. Über eindeutige Kennungen und einen „Left Anti Join" bleiben manuelle Spalten erhalten, selbst wenn Quelldaten gelöscht oder hinzugefügt werden. Notizspalten, die zunächst leer sind, bleiben korrekt ihren Datenzeilen zugeordnet – auch wenn sich der gesamte Datensatz verändert.
Finanzdaten per Sprachbefehl
Manuelle Notizen bei Datenaktualisierung verlieren? Der Power-Query-Trick mit selbstreferenzierenden Abfragen schützt Ihre Einträge dauerhaft – Schritt für Schritt erklärt. Power-Query-Trick jetzt sichern
Auch die Integration externer Daten macht Fortschritte. Am Donnerstag stellte PitchBook einen federated Copilot Connector vor. Lizenzierte Nutzer können künftig per natürlicher Sprache auf private Kapitalmarktdaten in Microsoft 365 Copilot und Excel zugreifen. Kein manuelles Eintippen mehr – das reduziert Leerstellen und Fehler drastisch.
Microsoft erweiterte am selben Tag seine Finanzdaten-Connectoren um Anbieter wie S&P Global, Morningstar und FactSet. Die Schnittstellen liefern vorausgefüllte, geprüfte Daten direkt in die Tabellen. Für Analysten und Finanzmodellierer bedeutet das: weniger Lücken, weniger Fehler, mehr Zeit für die eigentliche Analyse.
