Europäischer, Gesundheitsdatenraum

Europäischer Gesundheitsdatenraum: 21 Leitlinien für sicheren Datenzugang

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rollenspiele, Informationsveranstaltungen und europäische Leitlinien vermitteln Datenschutz und den Umgang mit digitalen Gesundheitsdaten.
Ein heller, moderner Seminarraum in einem Bildungszentrum mit leeren Stühlen und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Universität Heidelberg und die Akademie für Ältere widmen sich mit dem Mitmachspiel MEDILARP dem selbstbestimmten Umgang mit persönlichen Gesundheitsdaten. Das Format ist als rund zweistündiges Rollenspiel konzipiert, für dessen Teilnahme keine technischen Vorkenntnisse erforderlich sind.

Im Anschluss an das Spielgeschehen bietet eine strukturierte Reflexionsrunde den Teilnehmenden Raum, Fragen der individuellen Datensouveränität zu diskutieren. Organisatorische Anfragen und Informationen zum Angebot werden über die Kontaktadresse information@stadtwissen.eu koordiniert.

Vermittlung von digitaler Souveränität auf kommunaler Ebene

Praxisnahe Bildungsangebote zur Digitalisierung im Gesundheitswesen gewinnen auch in der kommunalen Weiterbildung an Bedeutung. Die Volkshochschule Bendorf organisiert am 21. November 2026 im VHS-Gebäude am Kirchplatz 9b einen Digitalen Tag für Senioren. Das Programm sieht von 10 bis 12 Uhr einen Datenschutz-Vortrag eines Rechtsanwalts mit angeschlossenem Workshop vor.

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Nach einer digitalen Sprechstunde von 14 bis 14:45 Uhr folgt zwischen 15 und 16 Uhr eine Einführung in die elektronische Patientenakte (ePA), durchgeführt von den ePA-Coaches Ingrid Braband und Hans-Peter Mejda. Eine Teilnahme erfordert eine vorherige Anmeldung bei der Volkshochschule per E-Mail oder Telefon.

Um die Nutzung digitaler Instrumente in der breiten Bevölkerung weiter zu vertiefen, setzen auch Systembetreiber und Versicherer auf digitale Informationsformate. Die gematik richtet am 3. Dezember 2026 gemeinsam mit Krankenkassen von 16:00 bis 17:45 Uhr eine kostenlose Online-Veranstaltung unter dem Titel „Die elektronische Patientenakte verstehen und nutzen“ aus.

Neben Erläuterungen zu Funktionsweise, Vorteilen und geplanten Ausbaustufen stellen beteiligte Kassen – darunter die AOK, Audi BKK, BARMER, DAK-Gesundheit, IKK classic, Techniker Krankenkasse und ARAG – ihre jeweiligen ePA-Anwendungen in Gruppen-Sessions vor.

Europäische Weichenstellungen für Gesundheitsdaten

Parallel zu praktischen Aufklärungsinitiativen formiert sich der regulatorische Rahmen auf europäischer Ebene. Im Rahmen der Policy Webinar Series 2026 veranstaltet die Organisation Cancer Patients Europe am 6. November 2026 ein Fachwebinar über die Konsequenzen des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS).

Der Austausch beleuchtet Fragen von Datenschutz, Transparenz und Interoperabilität sowie die Bedeutung von Daten für Forschung und onkologische Versorgung.

Am 16. November 2026 folgt die Abschlusskonferenz der EU4Health Joint Action TEHDAS2 in Kooperation mit der TMF e.V., die hybrid in Brüssel und im Netz stattfindet. Im Zentrum stehen 21 erarbeitete Guidelines zur konkreten Ausgestaltung des EHDS, zum sicheren Datenzugang und zur Rolle der Bürgerinnen und Bürger.

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In Spanien greifen die Organisationen Ffomc und Fundación Instituto Roche die Thematik am 25. November 2026 in einer Mediziner-Veranstaltung auf, bei der Fachvertreter wie Fernando Martín-Sánchez, Jesús María Hernández Rivas und Íñigo de Miguel über rechtliche und klinische Aspekte des Datenaustauschs debattieren.

Globale Kampagnen für Datenschutz und Privatsphäre

Die Sensibilisierung für Datensicherheit umfasst über den medizinischen Sektor hinaus den generellen Umgang mit persönlichen Informationen. Die polnische Aufsichtsbehörde UODO veranstaltet am 13. November 2026 ein öffentliches Webinarium zum Schutz medizinischer Daten und Rechten von Betroffenen, an dem unter anderem UODO-Präsident Miros?aw Wróblewski mitwirkt. Ergänzend steuert die Behörde mit Aktionen wie „UODO rusza w kraj“ Schulen und Kommunen an, um über Cybergefahren und Privatsphäre zu informieren.

Ähnliche Schwerpunkte setzen Akteure außerhalb Europas. In Nigeria führen das Institute of Data Governance of Nigeria und die Aufsichtsbehörde NDPC gezielte Kampagnen in Schulen, Märkten und Gesundheitszentren durch.

Ziel ist es, Gefahren durch das leichtfertige Teilen privater Angaben einzudämmen, während Regierungsstellen zugleich an integrierten Datenbanksystemen für öffentliche Register arbeiten.

Ergänzt werden solche Initiativen durch praxisnahe Angebote wie einen Workshop in der Bibliothek Bilthoven am 24. November 2026, der Bürger über europäische Alternativen zu großen Digitalkonzernen aufklärt.

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