Euro-Stablecoins, Banken-Konsortium

Euro-Stablecoins: Banken-Konsortium Qivalis holt spanische Großbanken an Bord

20.05.2026 - 12:33:14 | boerse-global.de

Das Qivalis-Konsortium integriert spanische Großbanken und treibt den Markt für regulierte Euro-Stablecoins voran.

Euro-Stablecoins: Banken-Konsortium Qivalis holt spanische Großbanken an Bord - Foto: über boerse-global.de
Euro-Stablecoins: Banken-Konsortium Qivalis holt spanische Großbanken an Bord - Foto: über boerse-global.de

Die europäische Finanzwelt erlebt einen historischen Wandel: Immer mehr traditionelle Banken drängen in den Markt für digitale Währungen. Das Qivalis-Konsortium, ein Zusammenschluss großer europäischer Finanzinstitute, hat seine Mitgliederzahl deutlich aufgestockt – und das zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt für regulierte Euro-Stablecoins explodiert.

Anzeige

Klassische Banken und das gewohnte Sparkonto verlieren in der neuen digitalen Finanzwelt rasant an Bedeutung. Dieser kostenlose Experten-Report enthüllt, wie Sie die Fintech-Revolution und neue Blockchain-Chancen jetzt gezielt für Ihren Vermögensaufbau nutzen können. Die größten Chancen im digitalen Finanzmarkt entdecken

Spanische Großbanken steigen ein

Das Konsortium, das Ende 2025 mit neun Gründungsbanken an den Start ging, hat nun mehrere der größten spanischen Geldhäuser integriert. Sabadell und Bankinter stehen kurz vor dem Beitritt, gemeinsam mit Abanca, Kutxabank und Cecabank. Damit wächst die Zahl der teilnehmenden Institute auf über ein Dutzend – darunter Schwergewichte wie ING, UniCredit, BNP Paribas, BBVA und CaixaBank.

Das Konsortium mit Sitz in den Niederlanden beantragt derzeit eine Lizenz als E-Geld-Institut bei der niederländischen Zentralbank. Unter der Führung von Jan Sell, dem früheren Deutschland-Chef von Coinbase, positioniert sich Qivalis als europäische Alternative zu den US-Dollar-dominierten Stablecoins. Der kommerzielle Start ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Die Ausgabe soll direkt über die digitalen Kanäle der Mitgliedsbanken erfolgen – die zusammen rund 150 Millionen Kunden betreuen.

Die technische Entwicklung läuft über eine Partnerschaft mit Fireblocks. Die Reserven des neuen Tokens sollen aus Bankeinlagen und kurzlaufenden Staatsanleihen der Eurozone bestehen. Ziel ist eine standardisierte Infrastruktur für Interbankenzahlungen, Treasury-Operationen und die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere.

Explosives Wachstum bei regulierten Stablecoins

Der Vorstoß der Banken fällt in eine phase rasanter Marktentwicklung. Seit Inkrafttreten der MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) sind die Transaktionsvolumina regulierter Euro-Stablecoins um 1.200 Prozent gestiegen. Grund ist eine massive Kapitalrotation: Investoren und Unternehmen flüchten von unregulierten Offshore-Token hin zu Produkten mit rechtlicher Klarheit.

Circle mit seinem EURC dominiert den Markt mit über 50 Prozent Anteil. Das Unternehmen war der erste globale Emittent mit einer französischen E-Geld-Lizenz, die den Zugang zu allen 27 EU-Staaten ermöglicht. Anfang Mai 2026 erhielt Circle France zudem die Genehmigung für Verwahr- und Transferdienstleistungen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum.

Auch die Konkurrenz schläft nicht: Die Societe Generale-FORGE verzeichnet mit ihrem EUR CoinVertible (EURCV) ein Transaktionswachstum von über 340 Prozent. Im Frühjahr weitete das Unternehmen den Token auf die Stellar-Blockchain aus – zusätzlich zu Ethereum, Solana und dem XRP Ledger. Partnerschaften mit Consensys und Bpifrance sollen den Zugang für Endkunden erleichtern.

Institutionelle Adoption beschleunigt sich

Die strengen Reserveanforderungen von MiCA – zwischen 30 und 60 Prozent der Deckung müssen als Bankeinlagen gehalten werden – haben mehrere große, nicht konforme Token vom europäischen Markt verdrängt. Die Hürden für den Markteintritt sind hoch.

Der gesamte Markt für Euro-Stablecoins liegt mit 620 Millionen Euro zwar noch weit hinter dem Milliardenmarkt der Dollar-Token. Doch die Dynamik ist beeindruckend: Rund 58 Prozent der europäischen Finanzinstitute integrieren Stablecoins inzwischen in ihre Zahlungs- oder Abwicklungssysteme. Der EURC ist bereits an 40 Millionen Kassenterminals nutzbar – eine Schwelle zum Massenmarkt.

Besonders bemerkenswert: 58 Prozent des Volumens entfallen inzwischen auf B2B-Transaktionen – also echte Wirtschaftsaktivität jenseits des Krypto-Handels. Unternehmen nutzen die Token für grenzüberschreitende Zahlungen in Echtzeit und programmierbare Treasury-Lösungen.

Der Kampf um die digitale Souveränität

Der Wettbewerb zwischen dem Qivalis-Bankenkonsortium und Fintech-Emittenten wie Circle ist mehr als ein Geschäftskampf. Es geht um die Frage, wer die digitale Infrastruktur Europas kontrolliert.

Die Banken bringen einen massiven Kundenstamm und institutionelles Vertrauen mit. Die Fintechs bieten etablierte Liquidität, Blockchain-Interoperabilität und tiefe Integration in die dezentrale Finanzwelt (DeFi).

Das klassische „Henne-Ei-Problem“ – ohne Liquidität keine Händler, ohne Händler keine Liquidität – könnte durch den koordinierten Einstieg von über einem Dutzend Großbanken durchbrochen werden. Wenn die Institute den Token für interne Abrechnungen nutzen und ihn direkt ihren Firmenkunden anbieten, entsteht organische Nachfrage – ohne Umweg über Krypto-Börsen.

Anzeige

Während die institutionelle Adoption von digitalen Währungen voranschreitet, könnten drei spezifische Kryptowährungen vor einer massiven Rallye stehen. Dieser kostenlose Report nennt die Coins, die Experten jetzt für ein explosives Gewinnpotenzial im Depot haben. Kostenlosen Krypto-Insider-Report hier sichern

Die europäische Regulierung wirkt dabei wie ein Schutzschild für konforme Emittenten. Während die USA mit dem GENIUS Act Mitte 2025 erst spät regulatorische Klarheit schufen, haben die frühen MiCA-Regeln Europa einen mehrjährigen Vorsprung verschafft.

Ausblick: Auf dem Weg zur Billionen-Marke?

Die zweite Jahreshälfte 2026 wird richtungsweisend. Qivalis führt nach eigenen Angaben fortgeschrittene Gespräche mit großen Krypto-Börsen und Market Makern, um von Anfang an ausreichende Sekundärmarktliquidität sicherzustellen.

Die Analysten von S&P Global Ratings sind optimistisch: In einem optimistischen Szenario könnte der Markt für Euro-Stablecoins bis 2030 auf 1,1 Billionen Euro wachsen. Haupttreiber wäre die Tokenisierung realer Vermögenswerte (Real World Assets, RWAs) – Immobilien und Staatsanleihen –, die in der EU in den nächsten Jahren ein Volumen von 500 Milliarden Euro erreichen könnte.

Der Erfolg der regulierten Konsortien wird davon abhängen, ob sie die Brücke zwischen verschiedenen Blockchain-Netzwerken und traditionellen Zahlungssystemen schlagen können. Mit der Expansion von Qivalis und dem rasanten Wachstum bestehender Token zeichnet sich ab: Europa könnte seine Führungsrolle in der Regulierung und Institutionalisierung von Stablecoins weiter ausbauen.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69381488 |