Euro-Stablecoin: Xryma startet XREUR am 3. September
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Seit dem Ende der Übergangsfrist der Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Verordnung am 1. Juli 2026 erlebt der europäische Kryptomarkt einen regelrechten Ansturm institutioneller Akteure. Große Bankkonzerne und Fintechs sichern sich Lizenzen, während der Markt für regulierte Stablecoins vor einer deutlichen Expansion steht.
Deutsche Genossenschaftsbanken mischen vorne mit
Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA hat ihr öffentliches Register der Krypto-Dienstleister (CASPs) erweitert – mittlerweile sind dort 309 Unternehmen gelistet. Zu den Neuzugängen zählt BNY SA/NV, die belgische Tochter des US-Riesen BNY Mellon. Auch Standard Chartered erhielt eine MiCA-Genehmigung der Luxemburger Finanzaufsicht CSSF.
Doch nicht nur die Großen drängen auf den Markt: In Deutschland wurden drei Genossenschaftsbanken neu ins Register aufgenommen – die Spar- und Kreditbank Rheinstetten, die VR-Bank Augsburg-Ostallgäu und die Raiffeisenbank Falkenstein-Wörth. Damit führt Deutschland die EU-Statistik mit 58 von der BaFin beaufsichtigten Krypto-Dienstleistern an. Zum Vergleich: Italien kommt auf neun genehmigte Anbieter, darunter Checksig, Conio und Young Platform.
Stablecoins: Nur drei von 50 erfüllen die Regeln
Trotz des Ansturms auf Lizenzen bleibt der Markt für MiCA-konforme Stablecoins überschaubar. Branchenkreisen zufolge erfüllen lediglich drei der 50 größten Stablecoins die neuen Anforderungen: USDC, EURC und USDG. Circle hatte seine Zulassung bereits im Juli 2024 über die französische ACPR erhalten, Paxos folgte im November 2024 mit der finnischen Genehmigung für USDG.
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Euro-gestützte Stablecoins machen derzeit nur einen Bruchteil des globalen Marktes aus – rund 572 Millionen US-Dollar stehen Milliarden an Dollar-Token gegenüber. Doch das könnte sich bald ändern:
- Xryma: Das zypriotische Fintech (ehemals ISX Financial) plant den öffentlichen Launch seines Euro-Stablecoins XREUR für den 3. September 2026. Der Token soll direkt an das T2-System der Europäischen Zentralbank angebunden sein und SEPA-Instant-Überweisungen unterstützen.
- Qivalis: Ein Konsortium aus 37 Banken – darunter BNP Paribas, BBVA und Raiffeisen – bereitet einen eigenen Euro-Stablecoin vor. Die Ergebnisse sollen Ende Oktober auf der MERGE-Madrid-Konferenz präsentiert werden.
Coinbase und Ripple setzen auf Luxemburg
Die neue Regulierung lockt auch internationale Plattformen nach Europa. Coinbase hat eine Lizenz der Luxemburger CSSF erhalten und kann nun in allen 27 EU-Staaten Dienstleistungen anbieten – das entspricht rund 450 Millionen potenziellen Kunden. Der Schritt folgt auf die 2,9 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Deribit Anfang 2024.
Ripple hat ebenfalls eine vorläufige CASP-Zulassung aus Luxemburg erhalten. Sobald diese endgültig ist, kann das Unternehmen sein reguliertes Zahlungsnetzwerk auf 30 Länder im Europäischen Wirtschaftsraum ausweiten. Ripple ist bereits in über 60 Märkten aktiv und hat Zahlungen im Volumen von mehr als 100 Milliarden Dollar abgewickelt.
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Für Unternehmen, die noch auf ihre Lizenz warten, haben sich Partnerschaftsmodelle als Brücke etabliert. Nexo etwa arbeitet in der EU mit den lizenzierten Partnern Tangany (Verwahrung) und DLT Finance (Brokerage) zusammen – ein Modell, das auch andere Plattformen nutzen.
Die EU-Kommission wird die MiCA-Verordnung weiter evaluieren. Künftige Anpassungen könnten die globale Koordination und die Anerkennung ausländischer Stablecoins betreffen, um die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Marktes zu sichern.
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