Euro-Office startet am 9. Juni: Europas Antwort auf Microsoft 365
07.06.2026 - 20:50:07 | boerse-global.de
Am 9. Juni 2026 erscheint mit Euro-Office eine europäische Antwort auf die US-Dominanz bei Bürosoftware.
Ein Konsortium europäischer Technologieanbieter veröffentlicht die erste Version der Open-Source-Alternative zu Microsoft 365 und Google Workspace. Das Projekt ist ein deutliches Signal für digitale Souveränität – eine komplett in Europa entwickelte, quelloffene Büro-Suite, die auf Datenschutz und Unabhängigkeit setzt.
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Breites Bündnis gegen US-Marktführer
Hinter Euro-Office steht ein beeindruckendes Netzwerk: IONOS, Nextcloud, Eurostack, XWiki, OpenProject und OpenXchange haben sich zusammengetan. Unterstützt wird das Projekt zudem von Soverin, Abilian und Office.eu. Die Allianz will eine echte Alternative zu den Produkten aus dem Silicon Valley bieten – mit Fokus auf Datenschutz und technologischer Eigenständigkeit.
Der Zeitpunkt ist klug gewählt. Denn Microsoft erhöht zum 1. Juli 2026 die Preise für seine Business-Abos: Die M365 E3- und E5-Tarife kosten dann 39 beziehungsweise 60 US-Dollar pro Nutzer und Monat – umgerechnet rund 36 bzw. 55 Euro. Genau hier sehen die Entwickler ihre Chance: Kostengünstige Open-Source-Lösungen könnten jetzt den Markt erobern.
Browser-basiert mit Ausbaupotenzial
Die erste Version von Euro-Office läuft zunächst im Webbrowser. Sie bietet Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen und PDF-Bearbeitung. Die Oberfläche erinnert an klassische Ribbon-Menüs, und Echtzeit-Kollaboration ist integriert.
Desktop-Versionen für Windows, Mac und Linux sowie mobile Apps sind geplant – allerdings ohne konkreten Termin. Stattdessen setzen die Entwickler auf Integration: Euro-Office wird fester Bestandteil von Nextcloud Hub 26 und lässt sich in Plattformen wie XWiki oder OpenProject einbinden.
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Rechtsstreit um die Lizenz
Die Suite basiert auf OnlyOffice – einem Projekt, das die Europäer wegen mangelnder Transparenz abgespalten haben. Konkret störten sie sich an russischsprachigen Code-Kommentaren und Bezahlschranken. Der Code wurde nach eigenen Angaben bereinigt und für das europäische Projekt optimiert.
Doch OnlyOffice wirft dem Konsortium Verstöße gegen die AGPL-Lizenz vor. Nextcloud, das Zugpferd der Allianz, weist die Vorwürfe entschieden zurück. Man halte sich an alle Open-Source-Regeln, so das Unternehmen.
Digitaler Befreiungsschlag in Brüssel
Euro-Office ist nicht der einzige Vorstoß für mehr europäische Technologie. Bereits am 4. Juni 2026 tauschte das Europäische Parlament auf seinen Dienstcomputern die Standardsuchmaschine aus: Statt Google kommt nun Qwant zum Einsatz – ein französischer Dienst, der auf zielgerichtete Werbung verzichtet und keine Suchverläufe speichert.
Die Botschaft ist klar: Europa will sich aus der Abhängigkeit von US-Tech-Giganten lösen. Mit Euro-Office und Qwant entsteht Stück für Stück ein eigenes digitales Ökosystem – datenschutzfreundlich, transparent und europäisch.
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