Euro-Office, Europäische

Euro-Office startet am 9. Juni: Europäische Microsoft-Alternative

01.06.2026 - 12:17:21 | boerse-global.de

Europäische Firmen lancieren mit Euro-Office eine eigene Produktivitätssuite für Behörden und Bildungseinrichtungen.

Euro-Office startet am 9. Juni: Europäische Microsoft-Alternative - Bild: über boerse-global.de
Euro-Office startet am 9. Juni: Europäische Microsoft-Alternative - Bild: über boerse-global.de

Juni 2026 mit Euro-Office eine souveräne Alternative zu den Produktivitätssuiten von Microsoft und Google auf den Markt. Das Projekt unter Führung von IONOS, Nextcloud und XWiki richtet sich gezielt an öffentliche Verwaltungen und Bildungseinrichtungen in Europa.

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Strategischer Vorstoß für digitale Souveränität

Der Vorstoß ist der bislang ambitionierteste Versuch, ein von nicht-europäischen Anbietern unabhängiges Software-Ökosystem zu etablieren. Euro-Office basiert auf einer Abspaltung (Fork) von OnlyOffice und wird von einem breiten Bündnis getragen – darunter Eurostack, OpenProject, Soverin, Abilian, BTactic, OpenXchange und Office.eu.

Hintergrund sind wachsende Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Lizenzbedingungen. Zwar greift Euro-Office auf die OnlyOffice-Codebasis zurück, das Projekt steht jedoch in der Kritik, weil die Abspaltung nicht unumstritten ist. NurOffice selbst reagierte auf die veränderte Marktdynamik und entfernte mit Version 9.4 die bisherige Beschränkung auf 20 Nutzer.

Achim Weiss, CEO von IONOS, betont die Notwendigkeit einer verlässlichen, Microsoft-kompatiblen Lösung, die europäischen Standards entspricht. Der Schritt reiht sich in eine größere Bewegung ein: Die französische Regierung stellt derzeit auf Linux um und will Microsoft Teams sowie Zoom bis 2027 vollständig ersetzen.

Integration und technische Details

Zum Start fungiert Euro-Office als webbasierte SaaS-Plattform und unterstützt gängige Formate wie DOCX, PPTX, PDF und TXT. Die Suite lässt sich direkt in bestehende europäische Cloud-Infrastrukturen einbinden. Sie wird Teil des Nextcloud Hub 26 Spring Release und in IONOS Managed Nextcloud integriert.

Die weitere Expansion ist bereits geplant. Für das vierte Quartal 2026 ist die Integration in XWiki vorgesehen. Während sich die erste Version auf Web-Editoren für Textdokumente, Tabellen und Präsentationen konzentriert, sollen später dedizierte Desktop- und Mobile-Apps folgen. Auch die vollständige Unterstützung des OpenDocument-Formats (ODF) steht auf der Roadmap.

Die Konkurrenz schläft nicht

Während Euro-Office an den Start geht, arbeiten andere Anbieter weiter an ihren Produkten. Kingsofts WPS Office bleibt ein prominenter plattformübergreifer Wettbewerber – mit einer leichten Suite unter 100 MB, die Writer, Spreadsheets und Präsentationen umfasst. Aktuelle Versionen integrieren KI-Funktionen (WPS AI) für Text- und Tabellenbearbeitung und unterstützen Cloud-Dienste wie Google Drive und Dropbox.

Im Open-Source-Sektor gibt es ebenfalls Bewegung. Am 29. Mai 2026 veröffentlichte die No-Code-Plattform NocoBase Version 2.1.0-beta.40. Das Update schloss die Migration des Office-Datei-Vorschau- und Benachrichtigungs-Plugins auf eine neue Engine ab und brachte technische Verbesserungen für PostgreSQL-Migrationen und Gantt-Diagramme.

Für Nutzer, die auf klassische Desktop-Anwendungen setzen, bleibt LibreOffice mit Calc, Impress und Draw die erste Wahl. Die Suite steht weiterhin im Zentrum der Open-Source-Bewegung, die auf Privatsphäre und kostenlosen Zugang zu professioneller Software setzt.

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Neue Hardware und Betriebssysteme

Der Produktivitätsmarkt bereitet sich zudem auf Veränderungen bei der Hardware vor. Bereits Anfang des Jahres stellte Google ein neues Android-basiertes Laptop-Konzept namens Googlebook vor, das auf Aluminium OS läuft. Das Gerät soll im Herbst 2026 auf den Markt kommen und die Grenzen zwischen mobilen und Desktop-Produktivitätsumgebungen weiter verwischen – mit einem dedizierten Desktop-Dateimanager und KI-Funktionen wie Magic Pointer für kontextbezogene Aktionen.

Diese Entwicklung spiegelt einen breiteren Branchentrend wider: Die Grenzen zwischen mobilen Betriebssystemen und klassischen Büroumgebungen verschwimmen zunehmend, während Entwickler nahtlose plattformübergreifende Funktionalität priorisieren.

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