Euro-Office, Nextcloud

Euro-Office: Nextcloud bringt native Desktop-App für Windows, Linux, macOS

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 12:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nextcloud kündigt eine native Euro-Office-Anwendung für Windows, Linux und macOS an. Offline-Arbeit und Synchronisation sollen möglich werden.

Nextcloud bringt Euro-Office als Desktop-App auf mehrere Plattformen
Ein minimalistischer, heller Arbeitsplatz in einem Büro mit Blick auf eine Stadtkulisse. Illustration mit AI erstellt.

Das Open-Source-Unternehmen Nextcloud hat die Entwicklung einer eigenständigen Desktop-Anwendung für die Bürosoftware Euro-Office bekannt gegeben. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen der Präsentation von Nextcloud Hub 26 Summer.

Während die Suite aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsprogramm bislang ausschließlich im Webbrowser genutzt werden konnte, soll die neue Anwendung in den kommenden Wochen als installierbares Programm für Windows, Linux und macOS bereitgestellt werden.

Lokale Bearbeitung und Plattformunterstützung

Mit der Umstellung auf eine native Applikation reagieren die Entwickler auf Anforderungen an Flexibilität und Arbeitsabläufe ohne ständige Internetverbindung. Die Desktop-Version von Euro-Office ermöglicht die Offline-Bearbeitung von Dokumenten. Nutzer können Dateien wahlweise lokal auf dem Endgerät oder direkt auf einem Nextcloud-Server speichern. Bei erneuter Verbindung mit dem Netzwerk erfolgt eine Synchronisation.

Zudem unterstützt das Programm die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten in Echtzeit zwischen Nutzern der Desktop-App und Anwendern im Browser. Bei der Darstellung greift die Anwendung auf lokale Systemschriften und Systemeinstellungen zurück. Auf der Entwicklungsplattform GitHub verzeichnet das Repository für die Desktop-Anwendungen bereits über 7.400 Commits.

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Bei den unterstützten Betriebssystemen gibt es technische Unterschiede: Für Windows und Linux werden jeweils Versionen für die Architekturen x64 und ARM64 erscheinen. Auf Apple-Rechnern mit macOS setzt die Software hingegen ausschließlich auf die ARM64-Architektur für Apple-Silicon-Prozessoren; ältere Modelle mit Intel-Chips werden von der nativen App nicht unterstützt. Die bisherige Web-Version bleibt parallel dazu weiter erreichbar.

Europäisches Konsortium gegen Abhängigkeiten

Euro-Office wurde Ende März 2026 in Berlin von einem Konsortium europäischer Unternehmen vorgestellt, zu dem neben Nextcloud unter anderem IONOS, Open-Xchange, Office.eu und Tuta gehören. Die erste stabile Version erschien im Juni 2026. Das Projekt verfolgt das Ziel, eine von außereuropäischen Anbietern unabhängige Produktivitätslösung bereitzustellen.

Frank Karlitschek von Nextcloud bezeichnete das Angebot als echte souveräne Alternative zu Microsoft Office. Patrick Schaudel, Chief Product Officer SMB Solutions bei IONOS, betonte, dass Europa eine verlässliche und unabhängige Office-Lösung brauche, die mit etablierten Anbietern auf Augenhöhe konkurrieren könne.

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Die kostenlose Software basiert auf einer Abspaltung des Quellcodes von ONLYOFFICE unter der Lizenz AGPLv3. Dieser Schritt führte zu Auseinandersetzungen: ONLYOFFICE warf den Initiatoren Verletzungen von Marken- und Lizenzpflichten vor und setzte die seit 2018 bestehende Partnerschaft mit Nextcloud aus.

Verbreitung und Dateikompatibilität

Euro-Office bietet native Unterstützung für Dokumentformate wie docx, xlsx und pptx sowie das Open Document Format (ODF). Die Software verfügt über Mehrsprachigkeit und Community-Updates, weist laut Berichten bei sehr komplexen Dateiinhalten wie Pivot-Tabellen jedoch noch Schwächen auf. Die Datenverarbeitung erfolgt über Server mit Standort in Europa.

Trotz der noch kurzen Verfügbarkeit findet die Plattform bereits praktische Anwendung im öffentlichen und akademischen Sektor: Zu den frühen Anwendern gehören unter anderem das niederländische Hochschulkonsortium SURF sowie die Landesverwaltung von Schleswig-Holstein. Die Veröffentlichung des Desktop-Clients für alle vorgesehenen Plattformen ist für die kommenden Monate avisiert.

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