Zugang, Arbeitstage

EU zwingt Meta zu Zugang: Fünf Arbeitstage für Konkurrenz

11.06.2026 - 00:45:06 | boerse-global.de

Falschmeldung über KI-Zugriff auf WhatsApp-Chats widerlegt. EU verhängt Wettbewerbsauflagen gegen Meta, während WhatsApp gegen Spyware vorgeht.

WhatsApp-Kettenbrief: Meta-KI liest keine privaten Chats mit
Zugang - Ein Smartphone mit einer WhatsApp-Chat-Oberfläche, überlagert von abstrakten digitalen Datenströmen oder einem KI-Symbol, das Überwachung andeutet. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Behauptung: Die Meta-KI lese ab sofort private Chats mit. Stimmt nicht.

Die Nachricht verbreitet sich viral. Sie warnt vor einem angeblichen Zugriff der künstlichen Intelligenz auf sämtliche Gruppenchats und private Unterhaltungen. Nutzer werden aufgefordert, den „erweiterten Chat-Datenschutz“ zu aktivieren – angeblich, um die Spionage zu stoppen.

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Das steckt wirklich hinter dem Kettenbrief

Das Faktencheck-Portal Mimikama und Digitalexperten wie Jörg Schieb (WDR) stellen klar: Die Behauptungen sind frei erfunden. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp bleibt bestehen. Meta hat technisch keinen Zugriff auf private Nachrichten.

Die erwähnte Schutzfunktion gibt es seit April 2025. Sie verhindert aber lediglich, dass Medien automatisch in der Galerie landen. Mit KI-Training hat sie nichts zu tun.

Auch der Bundesbeauftragte für den Datenschutz (BfDI) bestätigt: Die Meta-KI liest keine verschlüsselten Chats mit. KI-Funktionen in der App werden nur aktiv, wenn Nutzer sie bewusst einschalten.

EU zwingt Meta zur Öffnung für Konkurrenz

Während die Fake-News die Runde machen, hat Meta ganz andere Probleme. Die EU-Kommission verhängte am 10. Juni 2026 einstweilige Maßnahmen gegen den Konzern.

Die Brüsseler Behörde verlangt: Meta muss konkurrierenden KI-Assistenten innerhalb von fünf Arbeitstagen kostenfreien Zugang zur WhatsApp-Business-Schnittstelle gewähren. Bisher verlangte das Unternehmen eine Gebühr – ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.

Die Drohung sitzt tief: Bei Nichtbefolgung drohen Zwangsgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Für 2025 wären das rund 200 Milliarden Dollar. Meta kündigte bereits Rechtsmittel an.

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WhatsApp geht gegen Spyware-Hersteller vor

Parallel dazu eskaliert der Rechtsstreit mit der NSO Group. Am 9. Juni reichte WhatsApp einen Antrag auf Ordnungsgeld ein. Der Spyware-Hersteller soll gegen gerichtliche Auflagen verstoßen haben.

Hintergrund: Eine Spear-Phishing-Kampagne im Nahen Osten, die sich gegen Personen in Jordanien und im Libanon richtete. Meta konnte die Angriffe stoppen.

Neue Sicherheitsfeatures in der Testphase

WhatsApp arbeitet an weiteren Schutzmechanismen. Die Beta-Version 2.26.22.2 für Android testet eine Funktion namens „Scam Alert“. Sie analysiert verdächtige Nachrichten lokal auf dem Gerät – ohne die Verschlüsselung zu knacken.

Instagram-Panne: Zuckerbergs Daten kurzzeitig offen

Ein Logikfehler bei der Passwortwiederherstellung legte Anfang Juni Telefonnummern und E-Mail-Adressen offen. Betroffen war unter anderem das Profil von Meta-Chef Mark Zuckerberg. Der Konzern schloss die Lücke innerhalb weniger Stunden. Ein systemweiter Datenabfluss sei nicht erfolgt.

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