WhatsApp-API, ChatGPT

EU zwingt Meta: WhatsApp-API für ChatGPT und Copilot bis 15. Juni

11.06.2026 - 16:47:41 | boerse-global.de

Die EU-Kommission verpflichtet Meta per Eilverfügung zur kostenlosen Freigabe der WhatsApp-Schnittstelle für KI-Dienste wie ChatGPT.

EU-Zwang: Meta muss WhatsApp-API für KI-Konkurrenz öffnen
WhatsApp-API - Eine stilisierte Darstellung der EU-Flagge über digitalen Datenströmen und KI-Netzwerkknoten, mit Metas Logo-Elementen im Vordergrund. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der US-Konzern muss Drittanbietern von KI-Assistenten wie ChatGPT oder Copilot wieder kostenlosen Zugriff auf die WhatsApp Business API gewähren.

Die Wettbewerbshüter reagieren damit auf Beschwerden mehrerer Entwickler. Sie wollen einen dauerhaften Schaden für den Wettbewerb im Bereich der universellen Künstlichen Intelligenz abwenden.

Kurze Frist für die Wiederherstellung

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Meta hat fünf Werktage Zeit, den Zugang wiederherzustellen. Als Frist gilt der 15. Juni 2026. Dabei müssen die Bedingungen gelten, die vor den Änderungen Mitte Oktober 2025 bestanden hatten.

Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera begründete den Schritt mit den schnelllebigen Digitalmärkten. „Der Wettbewerb kann erstickt werden, bevor eine endgültige Entscheidung in der Sache vorliegt“, warnte sie. Es müsse verhindert werden, dass die Kontrolle über die Infrastruktur dazu genutzt werde, Rivalen vom Markt zu verdrängen.

Der Konflikt schwelt seit dem Herbst 2025. Nachdem Meta den Zugang für Drittanbieter eingeschränkt hatte, leitete die EU im Dezember 2025 eine offizielle Untersuchung ein. Ein Kompromissvorschlag von Meta im Frühjahr 2026 – ein kostenpflichtiger Zugang – wurde von der Kommission abgelehnt. Auch eine spätere Offerte über einen gestaffelten Zugang im Mai fand keine Zustimmung. Die Kosten für Wettbewerber galten als ökonomisch nicht nachhaltig.

Hohes Bußgeldrisiko bei Nichtbeachtung

Sollte Meta der Anordnung nicht fristgerecht nachkommen, drohen empfindliche Sanktionen. Die Kommission kann Geldbußen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Bei einem Konzernumsatz von über 185 Milliarden Euro im Jahr 2025 entspräche das mehr als 18 Milliarden Euro.

Zusätzlich könnten tägliche Zwangsgelder fällig werden – bis zu fünf Prozent des durchschnittlichen Tagesumsatzes.

Meta kündigte bereits an, Rechtsmittel einzulegen. Das Unternehmen bezeichnete die Maßnahme als regulatorische Überreaktion, die Konkurrenten wie OpenAI faktisch subventioniere. Die einstweilige Verfügung gilt zunächst bis Sommer 2029 oder bis zum Abschluss des laufenden Kartellverfahrens.

Meta unter anhaltendem rechtlichem Druck

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Die Entscheidung fällt in eine Phase mit vielen rechtlichen Herausforderungen für Meta. Neben dem EU-Verfahren laufen Untersuchungen zum Jugendschutz auf Plattformen wie Facebook und Instagram. In Deutschland wurde kürzlich ein Ordnungsgeld von 100.000 Euro verhängt – Löschanordnungen für bestimmte Beiträge wurden nur verzögert umgesetzt.

In den USA verschärft der Konzern parallel seine juristischen Auseinandersetzungen gegen die NSO Group. Vorwurf: mutmaßliche Phishing-Angriffe auf WhatsApp-Nutzer.

Analysten erwarten durch die Vielzahl der Verfahren einen zunehmenden Margendruck. Die Kosten für die Einhaltung regulatorischer Vorgaben steigen. An der Börse reagierte die Aktie zuletzt mit Kursverlusten auf die Nachrichtenlage aus Europa.

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