EU zwingt Meta: Kostenlose KI-Schnittstellen in WhatsApp ab sofort
10.06.2026 - 19:29:48 | boerse-global.de
Der Mutterkonzern von WhatsApp, Facebook und Instagram will neue Einnahmequellen jenseits der klassischen Werbung erschließen – und setzt dabei auf kostenpflichtige Abos.
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„Plus“-Varianten und KI-Dienste als Goldgrube?
Branchenanalysten der Investmentbank Truist prognostizieren ein gewaltiges Potenzial. Durch die Einführung von „Plus“-Varianten seiner Kern-Apps und speziellen KI-Diensten könnte Meta ein Geschäftsvolumen von rund 20 Milliarden US-Dollar generieren.
Die monatlichen Gebühren für Basis-Abos – inklusive eines möglichen „WhatsApp Plus“ – sollen zwischen 2,99 und 3,99 US-Dollar liegen. Für erweiterte KI-Funktionen sind höhere Preisstufen geplant: zwischen 7,99 und 19,99 US-Dollar pro Monat.
Experten rechnen mit bis zu 360 Millionen Abonnenten weltweit. Das entspräche etwa fünf Prozent des Gesamterlöses des Konzerns.
EU-Kommission zwingt Meta in die Knie
Doch während Meta seine Dienste monetarisieren will, droht in Europa Ungemach. Die EU-Kommission hat einstweilige Maßnahmen angeordnet: Meta muss Schnittstellen für KI-Assistenten von Drittanbietern in WhatsApp wieder kostenlos öffnen.
Der Hintergrund: Nachdem Meta den Zugang für externe Anbieter im Herbst 2025 gesperrt hatte, öffnete er ihn im Frühjahr 2026 nur gegen Gebühr. Die EU-Kommission wertet das als wettbewerbswidrige Barriere.
Die Frist: fünf Werktage. Meta muss den kostenfreien Zugang zum Stand von vor Mitte Oktober 2025 wiederherstellen. Bei Missachtung drohen empfindliche Strafen – bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sowie tägliche Zwangsgelder.
Meta kündigte bereits rechtliche Schritte an und wirft der Kommission eine Kompetenzüberschreitung vor.
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Neue Sicherheitsfeatures in der Testphase
Parallel zu den wirtschaftlichen und regulatorischen Fronten arbeitet Meta an neuen Funktionen. In aktuellen Beta-Versionen für Android wird eine Einmalansicht für Textnachrichten getestet.
Analog zu bestehenden Funktionen für Fotos und Videos würden solche Nachrichten nach dem ersten Öffnen automatisch gelöscht. Kopieren, Teilen und Screenshots sollen technisch unterbunden werden.
Wann die Funktion für alle Nutzer verfügbar ist, steht noch nicht fest.
Datenschutz: Meta weist KI-Vorwürfe zurück
In puncto Datenschutz stellte das Unternehmen klar: Private Chats bleiben durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Berichte über eine systematische Auswertung privater Nachrichten für KI-Trainingszwecke wies Meta als unbegründet zurück.
Die KI reagiere innerhalb der App nur auf direkte Adressierung durch die Nutzer.
