EU zwingt Meta: Kostenlos-Zugang für KI-Rivalen in WhatsApp
09.06.2026 - 20:16:00 | boerse-global.de
Die Europäische Kommission hat Meta per einstweiliger Verfügung angewiesen, konkurrierenden KI-Chatbots kostenlosen Zugang zu WhatsApp zu gewähren. Die Entscheidung vom heutigen Dienstag soll Wettbewerbsnachteile für Rivalen im Markt für KI-Assistenten verhindern, während eine umfassende Kartelluntersuchung noch läuft.
Fünf Tage Zeit für die Umsetzung
Die EU-Behörde setzt Meta eine Frist von fünf Werktagen, um der Anordnung nachzukommen. Verweigert der Konzern den Zugang für Wettbewerber, drohen empfindliche Strafen – bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Die Verfügung gilt bis zum Abschluss des Kartellverfahrens, spätestens jedoch bis Juni 2029.
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Konkret muss Meta den Zugang für KI-Agenten Dritter wiederherstellen, etwa für Systeme von OpenAI. Auslöser waren Beschwerden mehrerer europäischer KI-Start-ups sowie der Interaction Company. Sie werfen Meta vor, seine marktbeherrschende Stellung im Messaging-Bereich zu missbrauchen, um die eigene KI-Integration zu bevorzugen.
Vorgeschichte des Kartellstreits
Die EU-Kommission hatte bereits im Dezember 2025 ein formelles Kartellverfahren gegen Meta eingeleitet. Im Zentrum steht der Vorwurf, der Konzern habe Drittanbietern den Zugang zum WhatsApp-Ökosystem blockiert, um die hauseigene KI-Entwicklung zu schützen.
Meta versuchte mehrfach, den Streit beizulegen. Im März führte das Unternehmen eine Gebühr für den Drittzugang ein – die EU lehnte das Modell im April ab. Im Mai bot Meta eine einmonatige kostenlose Testphase an. Auch dieser Vorschlag scheiterte an den Wettbewerbshütern, die ihn als unzureichend für fairen Wettbewerb bewerteten.
Meta kündigt Widerspruch an
Der Facebook-Konzern reagierte scharf auf die Verfügung und kündigte an, Rechtsmittel einzulegen. Das Unternehmen spricht von einem „Eingriff in die unternehmerische Freiheit“ und verweist auf technische und sicherheitstechnische Herausforderungen, die eine Zwangsöffnung mit sich bringe.
Die EU-Kommission hält dagegen: Die Zwangsmaßnahmen seien notwendig, um den Wettbewerb zu schützen. Würde man Meta gewähren lassen, Konkurrenten während des langwierigen Verfahrens auszusperren, drohten KI-Entwicklern in dem sich rasant entwickelnden Markt für digitale Assistenten irreparable Schäden.
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Internationaler Druck auf Meta
Der Vorstoß aus Brüssel fällt in eine Zeit wachsender regulatorischer Spannungen für Meta. Erst am 5. Juni leitete die türkische Wettbewerbsbehörde ein eigenes Verfahren zur KI-Integration in WhatsApp ein. Auch dort wurden einstweilige Maßnahmen verhängt – die Türkei fordert von Meta innerhalb eines Monats faire Bedingungen für KI-Anbieter Dritter.
Die türkische Untersuchung folgt einer ähnlichen Logik wie der EU-Fall: Es geht um die Frage, ob die Verknüpfung von Meta AI mit dem Messaging-Dienst den Wettbewerb behindert, indem sie Hürden für Drittanbieter aufbaut.
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