EU-Zulassung, Bluttest

EU-Zulassung: Neuer Bluttest erkennt Alzheimer frühzeitig

13.05.2026 - 20:16:04 | boerse-global.de

Die EU lässt einen Bluttest zur Alzheimer-Früherkennung zu, der teure Hirnscans ersetzen könnte. Studien zeigen zudem neue Risikofaktoren und Präventionsansätze.

EU-Zulassung: Neuer Bluttest erkennt Alzheimer frühzeitig - Foto: über boerse-global.de
EU-Zulassung: Neuer Bluttest erkennt Alzheimer frühzeitig - Foto: über boerse-global.de

Das von Roche und Eli Lilly entwickelte Verfahren namens Elecsys pTau217 misst das Protein pTau217 im Blut – ein Indikator für gefährliche Amyloid-Plaques im Gehirn. Damit steht erstmals eine einfache Alternative zu teuren Hirnscans oder invasiven Liquorpunktionen zur Verfügung. Der Test kann künftig in Hausarztpraxen und Kliniken eingesetzt werden.

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Biologisches Alter als Demenz-Risikofaktor

Doch der Bluttest ist nicht der einzige Durchbruch dieser Woche. Eine Studie des King's College London mit über 220.000 Teilnehmern zeigt: Das biologische Alter ist ein entscheidender Prädiktor für Demenz. Liegt es über dem chronologischen Alter, steigt das allgemeine Demenzrisiko um 20 Prozent – bei vaskulärer Demenz sogar um 60 Prozent. Besonders gefährdet sind Träger von zwei APOE4-Genen: Bei ihnen kann eine fortgeschrittene biologische Alterung das Risiko verzehnfachen.

Forscher der University of East Anglia gehen noch einen Schritt weiter. Sie analysierten mit KI die Stoffwechselprodukte von Darmbakterien bei 150 Probanden ab 50 Jahren. Anhand von sechs spezifischen Metaboliten erkannten sie kognitive Beeinträchtigungen mit 79 Prozent Genauigkeit. Das könnte einen „stillen Gedächtnisverlust" Jahre vor Symptomen sichtbar machen.

Sechs Minuten Training für schärferen Geist

Neben der Früherkennung gewinnen Trainingsmethoden für die geistige Fitness an Bedeutung. Das System NeuroTracker, das auf über 20 Jahren Forschung basiert, setzt auf kurze Einheiten von nur sechs Minuten. Nach 15 Tagen zeigen sich erste Erfolge: Die Konzentration steigt um 40 Prozent, die Wahrnehmungsgeschwindigkeit um 52 Prozent. Die kognitive Ermüdung sinkt sogar um 99 Prozent. Organisationen wie die NASA, das US-Militär und Manchester United nutzen das System bereits.

In Wien bietet das Longevity Center unter Dr. Johannes Zeibig spezialisierte Verfahren an. Mittels QEEG-Brainmapping messen sie Reaktionszeiten, Fokus und Entscheidungsgeschwindigkeit präzise. Darauf aufbauend optimiert ILF-Neurofeedback die mentale Leistungsfähigkeit – besonders bei Sportlern.

Auch vor Ort tut sich etwas: In Freigericht startete Anfang des Jahres ein Kurs für ganzheitliches Gedächtnistraining. Die Bürgerhilfe Maintal bietet von April bis Juni 2026 ein ähnliches Programm an. Die Nachfrage nach strukturiertem Training für die geistige Beweglichkeit wächst rasant.

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Vitamin D schützt das Gehirn

Die Forschung zeigt: Lebensstilfaktoren sind entscheidend für die Prävention. Eine Studie der Universität Galway und der Boston University untersuchte 793 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 39 Jahren. Ergebnis: Ein hoher Vitamin-D-Spiegel in der Lebensmitte korreliert mit weniger Tau-Ablagerungen im Gehirn 16 Jahre später. Rund 34 Prozent der Teilnehmer wiesen niedrige Vitamin-D-Werte auf – ein wichtiger Ansatzpunkt für die frühzeitige Prävention.

Körperliche Aktivität spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Studien in der Fachzeitschrift Mental Health and Physical Activity belegen: Akute Bewegung verbessert Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen. Trenitalia setzt das mit dem „Progetto 6più" um: 90 Mitarbeiter absolvierten ein sechswöchiges Lauftraining. Selbst kurze Einheiten wirken: Ein tägliches zehnminütiges Workout im Liegen verbesserte über zwei Wochen Bewegungssteuerung und Gleichgewicht.

Warnsignale bei emotionaler Überlastung

Besonders gefährdet sind Berufsfelder mit hoher emotionaler Belastung: Pflege, Rettungsdienst, Polizei. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) und die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) warnen vor den Folgen dauerhafter Überlastung. Zu den Warnsignalen zählen Schlafstörungen, Reizbarkeit und soziale Isolation. Als Gegenmaßnahmen empfehlen Experten regelmäßige Bewegung, Spaziergänge und vor allem eine offene Gesprächskultur im Team.

Demenz: 18,7 Millionen Betroffene bis 2050

Die Dringlichkeit wird durch die demografische Entwicklung unterstrichen. 2018 lebten in der EU rund 9,1 Millionen Menschen mit Demenz. Bis 2050 soll diese Zahl auf 18,7 Millionen steigen. Für Österreich wird eine Zunahme von derzeit 130.000 auf 250.000 Betroffene erwartet. Schätzungen zufolge gelten bis zu 45 Prozent der Demenzfälle als potenziell vermeidbar. Früherkennung und Prävention werden damit auch aus ökonomischer Sicht immer wichtiger.

Das Digitale Demenzregister Bayern (digiDEM) testete Mitte Mai in Freising rund 100 Senioren. Rund 60 Prozent der Demenzkranken in Deutschland leben ohne gesicherte Diagnose. Ein standardisierter 30-Punkte-Fragebogen gibt erste Anhaltspunkte – bei Unterschreitung eines Schwellenwerts folgt die Empfehlung für eine tiefergehende Untersuchung.

Die Integration von Bluttests in die medizinische Grundversorgung und die Verbreitung technologischer Trainingssysteme markieren einen Wendepunkt. Die Herausforderung wird sein, neue diagnostische Möglichkeiten mit effektiven Präventionsprogrammen zu verknüpfen. Die hohe Nachfrage nach lokalen Screenings und kognitiven Kursen zeigt: Das Bewusstsein für „Mental Fitness" ist in der Bevölkerung bereits vorhanden.

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