EU-Zollgebühr seit Juli: Temu und Shein werden um 10% teurer
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 01:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Damit ist ein jahrelanges Steuerschlupfloch für Billigware aus Asien gestopft.
Betroffen sind vor allem Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress. Sie hatten ihr Geschäftsmodell auf zollfreien Einzelversand aufgebaut. Das ändert sich nun grundlegend.
Asiatische Händler wachsen rasant
Die Zahlen zeigen, warum die EU handeln musste. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Anteil dieser Plattformen am deutschen Onlinehandel auf 5,3 Prozent. Das ist ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Insgesamt landen jährlich über zwei Milliarden Kleinsendungen unter der 150-Euro-Grenze in der EU. Experten schätzen, dass ein erheblicher Teil davon falsch deklariert wurde.
Für Kunden wird es jetzt spürbar teurer. Bei Temu liegt der durchschnittliche Bestellwert bei etwa 30 Euro. Die drei Euro Gebühr bedeuten einen Aufschlag von zehn Prozent. Produkte wie Handyhüllen verteuern sich durch Zoll und Steuern deutlich.
Plattformen stellen sich neu auf
Die Unternehmen reagieren bereits. Temu hat seine Google-Shopping-Anzeigen im Juni halbiert. Shein zog sich fast komplett aus dem Werbeformat zurück. Nur AliExpress stockte seine Ausgaben auf.
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Logistisch setzen die Händler auf ein neues Modell: Warenlager innerhalb der EU. Shein baut etwa Kapazitäten nahe Wroc?aw in Polen aus. Die Idee: Ware bereits verzollt in großen Mengen in die EU bringen und von dort versenden. Das umgeht die Einzelverzollung und die neue Pauschale.
Amazon ist von der Regelung kaum betroffen. Rund 97 Prozent der Bestellungen kommen dort aus Lagern innerhalb der Union.
Österreich plant Extra-Gebühr
Nicht nur die EU wird aktiv. Österreich führt ab Oktober eine Paketabgabe ein. Zwei Euro plus Umsatzsteuer – macht 2,40 Euro pro Sendung. Betroffen sind Online-Händler mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz. Das Finanzministerium in Wien rechnet mit 280 Millionen Euro Mehreinnahmen pro Jahr.
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Die aktuelle Pauschalregelung ist nur ein Zwischenschritt. Am 26. März 2027 müssen Marktplätze als erklärte Importeure für die Produktsicherheit haften. Ab 2028 soll ein permanenter Zolldaten-Hub starten. Dann fällt die Pauschale komplett weg. Stattdessen wird ab dem ersten Cent nach tatsächlichem Warenwert besteuert.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßt die Pläne, fordert aber eine konsequentere Marktüberwachung. Sonst drohen die neuen Regeln ins Leere zu laufen.
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