Greenwashing-Regeln, Vorschriften

EU verschärft Greenwashing-Regeln: Neue Vorschriften ab September

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 09:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Umfrage zeigt: Stress beeinflusst das Essverhalten stark. Neue EU-Vorschriften zu Greenwashing und Verpackungen treten in Kraft.

Ernährungstrends 2026: Stress, Siegel und neue EU-Regeln
Frische, hochwertige Lebensmittel und gesunde Snacks auf einem Holztisch, die bewusste Ernährung symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bewusste Ernährung ist vielen wichtig – doch der Alltag sieht anders aus. Eine aktuelle Umfrage aus Österreich zeigt: 71 Prozent der Befragten legen Wert auf gesunde Kost. Gleichzeitig verändert Stress bei genauso vielen das Essverhalten.

Besonders krass trifft es die Generation Z: 84 Prozent von ihnen essen unter Druck anders als sonst. Bei den Babyboomern sind es nur 40 Prozent. Die Folge: Jeder Vierte snackt bei Stress häufiger, die Hälfte aller Befragten greift täglich zu Zwischenmahlzeiten.

Was wirklich zählt beim Einkauf

Geschmack ist Trumpf – 96 Prozent der Konsumenten nennen ihn als wichtigstes Kriterium. Dicht dahinter folgt das Preis-Leistungs-Verhältnis mit 90 Prozent. Ein klarer Trend: Proteinreiche Produkte boomen, besonders bei der Generation Z. 70 Prozent von ihnen essen sie wöchentlich.

Parallel dazu macht ein neuer Social-Media-Trend die Runde: „Fibermaxxing“ – der bewusste Fokus auf Ballaststoffe. Experten warnen allerdings: Wer die Zufuhr zu schnell steigert, ohne genug zu trinken, riskiert Verdauungsprobleme.

Neue Siegel für die Gastronomie

Seit Juni 2026 gibt es das RAL-Gütezeichen 119 „Nachhaltige Gastronomie“. Es bewertet Betriebe in elf Bereichen – vom Einkauf über Energie bis zum Abfallmanagement. Die Zertifizierung gilt zwei Jahre. Wer 95 Prozent der Kriterien erfüllt, bekommt die Premium-Einstufung.

Hintergrund: Die EU verschärft die Regeln gegen Greenwashing. Ab dem 27. September 2026 greifen die neuen Vorschriften. Doch viele Produkte sind noch weit von Transparenz entfernt.

Ein Check von Tierschutz Austria im Juli 2026 zeigt: Von 644 untersuchten Grillfleischprodukten hatten 352 keinerlei Siegel. Nur jedes zehnte Produkt trug ein Tierwohlsiegel. Organisationen fordern deshalb ein verpflichtendes Ampelsystem für alle tierischen Produkte – auch in der Gastronomie.

Weniger Zucker, aber nicht unbedingt gesünder

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Die Lebensmittelindustrie macht Fortschritte bei der Rezeptur. Ein Bericht des Max-Rubner-Instituts (MRI) vom 17. Juli 2026 belegt: Seit 2016 sank der Zuckergehalt in Frühstückscerealien um durchschnittlich 21 Prozent. Bei Produkten mit Kinderoptik sogar um 44 Prozent.

Doch Vorsicht: „Eine Zuckerreduktion führt nicht zwangsläufig zu weniger Kalorien“, gibt ein Sprecher des Verbands der Getreidewirtschaft zu bedenken. Oft kommen stärkehaltige Ersatzstoffe zum Einsatz. Auch beim Salz gibt es Fortschritte: Brot und Kleingebäck enthalten heute deutlich weniger. Bei Wurstwaren sank der Salzgehalt ebenfalls – dafür stieg der Anteil gesättigter Fettsäuren.

Der Lebensmittelverband spricht sich gegen eine staatliche Zuckersteuer aus. Eine abschließende Bewertung der Reduktionsstrategie wird für Ende 2026 erwartet.

Strengere Grenzwerte und neue Regeln

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am 22. Juli 2026 den Grenzwert für die Chemikalie TFA gesenkt. Sie entsteht unter anderem aus Pestizidrückständen und kann die Schilddrüse beeinträchtigen. Der neue Grenzwert liegt bei 0,014 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht – bisher waren es 0,05.

Noch weitreichender ist die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Sie gilt ab dem 12. August 2026 und bringt strengere Vorgaben für Schadstoffe wie PFAS sowie verpflichtende Recyclinganteile. Zur Transparenz startete die EU-Kommission am 20. Juli 2026 das Register für den digitalen Produktpass (DPP). Er bündelt Informationen zu Herkunft und Recyclingfähigkeit.

Österreichs Landwirtschaftsminister Totschnig kündigte zudem verstärkte Importkontrollen für Lebensmittel aus Drittstaaten an. Ziel: heimische Standards durchsetzen und faire Wettbewerbsbedingungen schaffen.

Gastronomie unter Druck

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Trotz des Trends zu mehr Qualität kämpft die Branche. Ein Experte prognostiziert: 20 bis 25 Prozent der Betriebe könnten vom Markt verschwinden. Die Gäste werden anspruchsvoller, klassische Konzepte wie All-you-can-eat-Buffets verlieren an Attraktivität.

Die Preise zeigen den Druck: Kostete ein Schnitzel vor fünf Jahren im Schnitt noch 16 Euro, sind es heute 23 bis 24 Euro. Die Empfehlung an die Betriebe: sich auf wenige Kernprodukte konzentrieren, um zu überleben.

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