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EU-Ukraine Drone Alliance: Ziel zehn Millionen Drohnen pro Jahr

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Ukraine-Allianz bündelt 18 Rüstungsfirmen und zielt auf zehn Millionen Drohnen pro Jahr. Die EU bewilligt 6,1 Milliarden Euro.

EU-Ukraine-Drohnenallianz setzt auf zehn Millionen Systeme jährlich
Eine moderne, leere Industriehalle mit automatisierten Fertigungsanlagen und neutralem Betonboden. Illustration mit AI erstellt.

In Brüssel hat EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius das erste Treffen der EU-Ukraine Drone Alliance eröffnet. Laut Berichten vom 11. September 2026 forderte der Kommissar im Rahmen der Auftaktsitzung eine massive Steigerung der europäischen Drohnenproduktion.

Die im Juli 2026 in Kyiv angekündigte Allianz umfasst 18 Rüstungsunternehmen, wobei jeweils neun Firmen aus der Europäischen Union und neun aus der Ukraine stammen. Diese wurden aus einem Pool von rund 400 Bewerbungen ausgewählt.

Strategische Ziele und Produktionskapazitäten

Das primäre Ziel der neuen Allianz ist die Erhöhung der EU-Drohnenproduktion auf zehn Millionen Stück pro Jahr. Kubilius unterstrich die Notwendigkeit, die Produktionskapazitäten Russlands zu erreichen.

Einem aktuellen Zahlenvergleich zufolge fertigt Europa derzeit etwa 1,5 Millionen Drohnen jährlich. Im Gegensatz dazu produziere Russland bis zu 10 Millionen FPV-Drohnen sowie 130.000 Varianten von Shahed- und Jet-Drohnen und rund 1.700 ballistische Raketen pro Jahr.

Der Fokus der Kooperation liegt auf der gemeinsamen Entwicklung und Fertigung von Drohnen sowie Systemen zur Drohnenabwehr. Zu den Kernbereichen zählen laut Kubilius der Aufbau von Joint Ventures, die Skalierung der Produktion, die Bewältigung von Herausforderungen in den Lieferketten sowie eine beschleunigte Forschung und Entwicklung.

Zudem sollen Testkapazitäten, Zertifizierungen und die Ausbildung von Fachkräften koordiniert werden. Auch die Integration der ukrainischen Delta-Technologie ist Teil der strategischen Ausrichtung.

Wirtschaftliche und militärische Bedeutung

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Die Bedeutung unbemannter Systeme wird durch Daten aus dem aktuellen Konflikt unterstrichen. Der ukrainische Vize-Verteidigungsminister Boiev erklärte, dass Drohnen mittlerweile für mehr als 95 % der Treffer auf dem Schlachtfeld verantwortlich seien. Ein bedeutendes Mitglied der Allianz ist das ukrainische Unternehmen UFORCE, das als Hersteller der MAGURA-Drohnen bekannt ist.

Das Unternehmen Fire Point plant zudem, bis Mitte 2027 einen sogenannten Interceptor zu demonstrieren. Erste konkrete Ergebnisse der Allianz werden bis zum Jahresende erwartet, wobei ein weiteres Treffen des Gremiums noch vor Ablauf des Jahres angesetzt ist.

Zur Unterstützung dieser Vorhaben hat die EU-Kommission zusätzliche Verteidigungshilfen in Höhe von 6,1 Milliarden Euro (7,1 Milliarden US-Dollar) für die Ukraine genehmigt.

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Diese Mittel, die aus einem umfassenden Kreditpaket für die Jahre 2026 bis 2027 finanziert werden, fließen unter anderem in die Bereiche Luft- und Raketenabwehr, elektronische Kriegsführung und die Beschaffung von PAC-3-Patriot-Raketen sowie Drohnen. Für das Jahr 2026 sind die vorgesehenen 28,3 Milliarden Euro an Verteidigungshilfen bereits vollständig vergeben.

Nationale Initiativen in Deutschland, Spanien und Polen

Flankierend zur EU-weiten Allianz treiben einzelne Mitgliedstaaten eigene Projekte voran. In Deutschland startet ein Joint Venture zwischen dem deutsch-amerikanischen Unternehmen Auterion und dem ukrainischen Partner Airlogix die Massenproduktion von über 5.000 unbemannten Systemen.

Der Auftragswert beläuft sich auf rund 300 Millionen Euro (349 Millionen US-Dollar) und wird von der Bundesregierung finanziert. Gefertigt werden die Modelle Seth X (Schwarmdrohne) und Anubis mit einer Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern. Die Montage erfolgt nahe München; ein zweites Werk in Ostdeutschland ist in Planung.

In Spanien liefert das Unternehmen Indra im Rahmen des SANTAM-Programms insgesamt 147 taktische Drohnen der Klasse I an die Streitkräfte. Die Auslieferung der Systeme vom Typ Tarsis-W und Tarsis-VTOL ist für den Zeitraum zwischen 2028 und 2030 vorgesehen. Das Projekt soll rund 500 direkte Arbeitsplätze schaffen und bindet zwölf Firmen sowie zwei Forschungszentren ein.

Parallel dazu unterzeichneten Shield AI, PGZ und WZL-2 in Polen eine Absichtserklärung über die Produktion und Wartung des X-BAT, eines KI-gesteuerten unbemannten Kampfjets. Zudem ist die Lieferung des V-BAT für die polnische Marine ab Ende 2026 geplant.

In Dänemark hat der US-Hersteller Thunderstrike EU unterdessen eine neue Zentrale am Flughafen Odense bezogen, um dort künftig militärische Drohnen für den europäischen Markt zu entwickeln und zu produzieren.

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