EU-Sportumfrage, Gebildeten

EU-Sportumfrage: 59 Prozent der länger Gebildeten treiben regelmäßig Sport

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehr EU-Bürger treiben regelmäßig Sport, doch Bildung, Einkommen und Alter prägen weiterhin deutlich die Beteiligung.

EU-Umfrage 2026: Sportbeteiligung hängt stark von sozialer Lage ab
Eine leere Laufbahn in einem öffentlichen Park bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Die sportliche Betätigung innerhalb der Europäischen Union folgt zunehmend sozioökonomischen Trennlinien. Wie die im Frühjahr 2026 durchgeführte 6. Eurobarometer-Umfrage zum Sport verdeutlicht, hängen die Chancen auf ein aktives Leben massiv von Faktoren wie Einkommen, Bildungsstand und Alter ab.

Während die allgemeine Bewegungsfreude in einigen Bereichen leicht zugenommen hat, verfestigt sich gleichzeitig eine signifikante Kluft zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.

Bildungsgrad und finanzielle Lage als entscheidende Faktoren

Die im April und Mai 2026 erhobenen Daten von insgesamt 26.508 Befragten zeichnen ein deutliches Bild der sozialen Ungleichheit. EU-Kommissarin Roxana Mînzatu wies im Kontext der Ergebnisse darauf hin, dass der Zugang zu Sportangeboten in der Union derzeit zu stark an den sozioökonomischen Status gekoppelt sei.

Besonders markant ist dieser Unterschied beim Bildungsgrad: Demnach treiben 59 % der Befragten, deren Ausbildung bis mindestens zum 20. Lebensjahr dauerte, mehrmals pro Woche Sport. Bei Personen, die ihre schulische Laufbahn bereits mit 15 Jahren beendeten, liegt dieser Wert hingegen lediglich bei 23 %.

Ein ähnliches Gefälle zeigt sich bei der finanziellen Situation. Von den Befragten, die angeben, größte Schwierigkeiten bei der Begleichung ihrer Rechnungen zu haben, treiben 54 % niemals Sport. Im Gegensatz dazu gaben nur 26 % der Personen ohne finanzielle Sorgen an, völlig auf sportliche Aktivitäten zu verzichten.

Die Analyse der EU-Kommission bestätigt zudem, dass die Teilnahmequote bei Jüngeren, höher Gebildeten und finanziell Bessergestellten signifikant höher ausfällt, während Ältere und Rentner seltener aktiv sind. Auch beim Geschlecht gibt es Unterschiede: Männer zeigen sich laut der Erhebung etwas aktiver als Frauen.

Veränderte Verhaltensmuster und infrastrukturelle Trends

Trotz der sozialen Barrieren gibt es Anzeichen für eine generelle Zunahme der Aktivität in der breiten Masse. So treiben aktuell 38 % der EU-Bürger mehrmals pro Woche Sport, was einer Steigerung um 6 Prozentpunkte gegenüber der Erhebung von 2022 entspricht.

Rund 9 % betätigen sich fast täglich (+3 Prozentpunkte). Der Anteil derer, die überhaupt keinen Sport treiben, sank von 45 % im Jahr 2022 auf nun 39 %.

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Bei den bevorzugten Sportorten dominieren Außenbereiche wie Parks mit 47 %, was einem stabilen Niveau entspricht. Einen deutlichen Zuwachs verzeichneten Fitness- und Gesundheitseinrichtungen, die nun von 39 % der Aktiven genutzt werden (2022: 33 %).

Den größten Anstieg gab es beim sogenannten aktiven Pendeln: 37 % nutzen den Weg zur Arbeit für körperliche Aktivität, verglichen mit 24 % vor vier Jahren. Zudem gaben 72 % der Befragten an, mindestens 10 Minuten am Stück zu Fuß zu gehen – eine massive Steigerung gegenüber den 16 % aus dem Jahr 2022.

Regionale Unterschiede und strukturelle Barrieren

Der Ländervergleich innerhalb der EU offenbart eine starke geografische Diskrepanz. Während in Finnland (21 %) und Dänemark (20 %) der Anteil der täglich Sporttreibenden am höchsten ist – wobei in beiden Ländern 59 % mehrmals wöchentlich aktiv sind –, bilden südeuropäische Staaten das Schlusslicht. In Portugal (68 %), Griechenland (66 %) und Rumänien (66 %) geben zwei Drittel der Bevölkerung an, niemals Sport zu treiben.

Als Hauptgrund für mangelnde Aktivität nannten 37 % der Befragten Zeitmangel. Weitere Hürden sind fehlende Motivation (26 %), gesundheitliche Einschränkungen oder Verletzungen (15 %) sowie die anfallenden Kosten (12 %). Auf der Motivationsseite stehen die körperliche Gesundheit (44 %) sowie Entspannung und mentale Gesundheit (zusammen 65 %) im Vordergrund.

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Initiativen zur Förderung der Inklusion

EU-Kommissar Glenn Micallef bezeichnete die insgesamt gestiegene Bewegungsaktivität in einem Statement als gute Nachricht, mahnte jedoch an, die Zugänglichkeit weiter zu verbessern. Ein Instrument hierfür ist die Europäische Sportwoche, die vom 23. bis 30. September 2026 unter dem Motto #BeActive Your Way stattfindet und in Dublin eröffnet wurde.

Das Programm, das seit seinem Start im Jahr 2015 bereits 118 Millionen Teilnehmer und über 433.000 Aktivitäten verzeichnete, soll dazu beitragen, Hürden abzubauen und Sport unabhängig vom sozialen Hintergrund erlebbar zu machen.

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