EU-Haushalt, Merz

EU-Haushalt 2028-2034: Merz fordert mehrere hundert Milliarden Kürzungen

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundeskanzler Merz lehnt EU-Haushaltsentwurf als zu teuer ab und verlangt Kürzungen. Nettozahler-Länder unterstützen die Position Berlins.

EU-Haushalt 2028-2034: Merz fordert Milliarden-Einsparungen
Moderner Konferenztisch in einem EU-Sitzungssaal mit verschwommenen Flaggen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bundeskanzler Friedrich Merz lehnt den Kommissionsentwurf für den EU-Haushalt 2028-2034 als unerschwinglich ab. Der größte Nettozahler der Union fordert Einsparungen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro.

Milliarden-Differenzen zwischen Berlin und Brüssel

Die EU-Kommission plant für die siebenjährige Periode ein Gesamtvolumen von rund 1,76 Billionen Euro. Deutschland, das etwa drei Viertel des Haushalts mitfinanziert, hält dagegen. Unterstützt wird die Bundesregierung von anderen Nettozahlern wie den Niederlanden, Schweden und Dänemark.

Die Nettoempfänger der Union stehen Kürzungen skeptisch gegenüber. Da für die Verabschiedung des Haushalts Einstimmigkeit nötig ist, zeichnen sich zähe Verhandlungen ab.

Streit um neue Stellen und Agrarsubventionen

Ein zentraler Konfliktpunkt: Die Kommission will rund 2.500 neue Stellen schaffen. Die Bundesregierung verweist auf den eigenen Stellenabbau von 8 Prozent in der deutschen Verwaltung. Aus Berlin heißt es: Mehr Personal auf EU-Ebene wäre das falsche Signal.

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Auch bei der Agrarpolitik gibt es Differenzen. Eine Kappungsgrenze für Subventionen bei 100.000 Euro lehnt die Bundesregierung ab. Gegen neue EU-weite Unternehmenssteuern positioniert sie sich ebenfalls – aus Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit.

Reformen und Erweiterungsperspektiven

Trotz der Sparvorgaben rücken strategische Investitionen in den Fokus. Experten sehen besonders beschleunigte Genehmigungsverfahren, Digitalisierung und grenzüberschreitende Energieprojekte als Kernbereiche.

Parallel zur Haushaltsdebatte werden die Erweiterungspläne konkreter. Montenegro gilt als Kandidat für einen Beitritt bis Ende des Jahrzehnts. Für die Ukraine steht ein Modell der assoziierten Mitgliedschaft im Raum – die finanziellen Folgen einer Vollmitgliedschaft sind noch Teil der Haushaltserwägungen.

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Irland sucht den Kompromiss

Die Federführung liegt beim irischen EU-Ratsvorsitz. Im Oktober 2026 soll ein überarbeiteter Vorschlag die gegensätzlichen Positionen zusammenführen. Das Ziel: eine Einigung bis Ende 2026, um Planungssicherheit für die Förderperioden ab 2028 zu schaffen. Angesichts der Milliarden-Forderungen stehen den Beteiligten intensive Verhandlungsrunden bevor.

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