EU-Akkugesetz ab Februar 2027: Kopfhörer und Laptops müssen umgebaut werden
06.06.2026 - 13:10:54 | boerse-global.de
Die neue EU-Verordnung 2023/1542 stellt die Unterhaltungselektronik vor massive Herausforderungen. Ab dem 18. Februar 2027 müssen Kopfhörer, tragbare Spielkonsolen, Laptops und E-Reader mit benutzerfreundlich austauschbaren Akkus ausgestattet sein. Für Smartphones und Tablets gibt es Ausnahmen – etwa bei hoher Batterielebensdauer (83 Prozent Kapazität nach 500 Ladezyklen oder 80 Prozent nach 1.000 Zyklen) oder IP67-Zertifizierung. Audio-Wearables wie AirPods fallen jedoch nicht unter diese Sonderregelung.
Nintendo kündigte bereits am 4. Juni an, die neuen Switch-2-Modelle mit leichter zugänglichen Akkus zu entwickeln. Im Audiobereich gilt der Sennheiser Momentum 5 als Vorreiter – er hat bereits einen wechselbaren Akku. Ob Ultra-Kompaktgeräte wie AirPods letztlich unter die geplanten Ausnahmen für Smartwatches und Smart Glasses fallen, ist noch offen. Branchenexperten rechnen mit weiteren Diskussionen.
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Apples neue Bedienlogik für AirPods
Apple hat die Steuerung seiner aktuellen AirPods-Modelle grundlegend überarbeitet. Seit dem 4. Juni verzichten die AirPods 4 auf den traditionellen Setup-Knopf am Ladecase. Stattdessen müssen Nutzer dreimal doppelt auf die Vorderseite des Cases tippen, um die Ohrhörer auf Werkseinstellungen zurückzusetzen.
Wichtig: Das Zurücksetzen löscht zwar alle Bluetooth-Verbindungen, entkoppelt die AirPods aber nicht von der Apple-ID. Wer seine Ohrhörer verkaufen oder verschenken möchte, muss sie vorher manuell über die „Wo ist?"-App entfernen. Branchenkenner betonen, dass dieser Schritt zwingend erforderlich ist.
Parallel dazu führte iOS 26 am 4. Juni eine neue Kamera-Fernbedienungsfunktion ein. Besitzer der AirPods Pro 3, AirPods Pro 2, AirPods 4 und AirPods Max 2 können damit über Stiel-Druck oder die Digital Crown die iPhone-Kamera auslösen. Die Funktion muss in den Systemeinstellungen aktiviert werden.
Der Kampf gegen hochwertige Fälschungen
Die aufwendige Reparatur echter AirPods hat einen florierenden Markt für Ersatzteile und Drittanbieter-Dienste geschaffen. Am 4. Juni wurden in Hyderabad, Indien, einzelne Ersatz-AirPods und Ladecases nachbestückt – für Nutzer, die Komponenten verloren oder beschädigt haben.
Ein aktueller Teardown von iFixit vom 5. Juni zeigt die Schattenseite dieses Marktes: Hochwertige Fälschungen der AirPods Max 2 und AirPods Pro 3 aus Shenzhen ähneln den Originalen äußerlich täuschend echt. Doch sie verzichten auf wesentliche Komponenten wie Mikrofone für die aktive Geräuschunterdrückung (ANC), MEMS-Mikrofone und Herzfrequenzsensoren. Die Fälscher verwenden Metallzylinder, um das Gewicht der Originale zu imitieren, und einfache gelötete Kupferkabel statt der hochentwickelten flexiblen Schaltkreise der Originalhardware.
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Preise fallen – was kommt danach?
Der Markt zeigt sich derzeit in Bewegung. Die AirPods 4 kosten seit dem 5. Juni nur noch 99 Euro (statt ursprünglich 129 Euro zum Start). Sie sind mit dem H2-Chip ausgestattet und bieten rund 30 Stunden Akkulaufzeit mit dem Ladecase.
Große Händler nutzen saisonale Aktionen, um Lagerbestände zu räumen. Die AirPods Pro 3 sind aktuell oft mit Trade-In-Boni oder Studentenrabatten reduziert. Diese Preissenkungen kommen nicht von ungefähr: Die EU-Anforderungen an modulare Bauweisen könnten schon bald einen kompletten Neudesign-Prozess für die Akkus von Kleinstgeräten erzwingen. Wie Apple und andere Hersteller darauf reagieren, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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