EU AI Act ab August: Strengere Regeln für KI-Modelle
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 08:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein neues Gesetz soll den Weg dafür ebnen.
Mit dem 5. Modernisierungsgesetz plant die bayerische Staatsregierung, das Bayerische Verwaltungsverfahrensgesetz zu ergänzen. Künftig sollen KI-Systeme einfache Ermessensentscheidungen eigenständig treffen dürfen. Konkret geht es um Verfahren wie die Erteilung von Baugenehmigungen oder die Genehmigung von Veranstaltungen.
Die Grünen im Landtag begrüßen grundsätzlich den verstärkten KI-Einsatz zur Modernisierung des öffentlichen Dienstes. Allerdings fordern sie klare rechtliche Aufsichtsmechanismen, um die menschliche Kontrolle über automatisierte Entscheidungen zu gewährleisten.
Nürnberg wird zum KI-Standort
Parallel zu den politischen Weichenstellungen wächst die technische Infrastruktur in der Region. Der IT-Dienstleister Bechtle hat zusammen mit Dell und Nvidia am 20. Juli 2026 in Nürnberg eine „Dell AI Factory" eröffnet. Die Einrichtung soll Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von KI-Lösungen unterstützen. Bechtle erhielt im Zuge der Kooperation einen speziellen Partnerstatus für Nvidia-KI-Fabriken.
Auch in München tut sich etwas: Bereits Anfang des Jahres wurde mit GovernLens eine B2B-Plattform gegründet, die sich auf die Früherkennung politischer Entwicklungen mittels KI spezialisiert hat.
Verfassungsschutz warnt vor Spionage
Das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz schlägt Alarm: Am 20. Juli 2026 warnte die Behörde vor verstärkten Spionageaktivitäten gegen die Hightech-Branche des Freistaats. Als Hauptziele ausländischer Geheimdienste gelten die Bereiche Luftfahrt, Raumfahrt, Drohnen und Künstliche Intelligenz.
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Die enge Vernetzung zwischen bayerischen Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen und Start-ups mache die Region besonders attraktiv für Spionage, so die Einschätzung der Sicherheitsbehörden. Vor diesem Hintergrund kritisieren einige Politiker die jüngsten wissenschaftlichen Kooperationen deutscher Forscher mit Kollegen aus China und Russland als zu optimistisch in puncto Sicherheitsrisiken.
Europa zieht nach
Bayern ist mit seinen Plänen nicht allein. In Österreich rollt die Regierung derzeit „GovGPT" aus – ein System auf Basis der Mistral-KI-Technologie. Das Tool, das über die Bundesrechenzentrum GmbH betrieben wird, soll bis Jahresende rund 250.000 öffentliche Bedienstete unterstützen. Es ist Teil einer „Public AI"-Initiative, die im Frühjahr gestartet wurde.
Auf EU-Ebene beginnt das Europäische Parlament im September 2026 eine Testphase für seinen „EPGenAI Hub". Die Plattform bietet Mitarbeitern Zugang zu verschiedenen KI-Modellen, darunter von Meta und OpenAI – und das in einem gesicherten internen Netzwerk, um sicherzustellen, dass keine Daten die EU-Infrastruktur verlassen.
Strengere Regeln ab August
Ab dem 2. August 2026 tritt der EU AI Act in Kraft. Dann gelten verschärfte Transparenzanforderungen für allgemeine KI-Modelle. Der Zeitpunkt ist brisant: „Open-Weight"-Modelle gewinnen weiter an Marktanteilen und machen inzwischen rund 20 Prozent der Nutzung aus.
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Historische Schätze werden digital
Neben der Verwaltungsmodernisierung investiert der Freistaat auch in die Digitalisierung seines kulturellen Erbes. Seit dem 1. Juli 2026 läuft ein zweijähriges Projekt zur Digitalisierung von 2.222 historischen Schulwandtafeln der Universität Würzburg. Die vom Freistaat finanzierten Artefakte werden in das Portal „bavarikon" eingepflegt, um den langfristigen Zugang zu diesen Bildungsdokumenten zu sichern.
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