EU AI Act ab August: Persönliche Haftung für Geschäftsführer droht
08.06.2026 - 08:50:31 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Besonders betroffen: Routinearbeiten. Komplexe Aufgaben in wechselnden Umgebungen gelten dagegen als sicher.
Zwischen 2019 und 2022 stieg der Anteil automatisierbarer Tätigkeiten in Expertenberufen um fast zehn Prozentpunkte. Wissensintensive Berufe in Software, Finanzen, Buchhaltung und Jura gelten als stark gefährdet. Das Substituierbarkeitspotenzial liegt dort bei rund 62 Prozent.
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Was Jobs vor der Automatisierung schützt
Branchenexperten nennen vier Eigenschaften, die Berufe resilient machen: körperliche Präsenz in unvorhersehbaren Umgebungen, Feinmotorik und Improvisationsfähigkeit, der Aufbau von zwischenmenschlichem Vertrauen sowie rechtliche oder sicherheitskritische Verantwortung. Handwerk, Pflege und Sicherheitsberufe schneiden daher besser ab.
EU AI Act setzt Unternehmen unter Druck
Seit dem 2. Februar 2025 gilt eine Schulungspflicht für alle Mitarbeitenden, die mit KI-Systemen arbeiten. Ab August 2026 kommen umfassende Transparenzpflichten hinzu. Verstöße können teuer werden: Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sind möglich. Schwerwiegende Verstöße könnten sogar mit bis zu 35 Millionen Euro geahndet werden.
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Ab August 2026 haften Geschäftsführungen persönlich, wenn mangelnde KI-Kompetenz im Unternehmen festgestellt wird. Experten raten zu rollenbasierten Schulungen statt Einheitskursen. Der Standard ISO 42001 dient dabei als Rahmen für KI-Managementsysteme.
Studierende verlieren Vertrauen in Jobaussichten
Die Verunsicherung unter angehenden Fachkräften wächst. Eine EY-Umfrage unter mehr als 2.000 Studierenden zeigt: Nur noch 39 Prozent rechnen sicher mit einem passenden Berufseinstieg. Das sind 15 Prozentpunkte weniger als 2024. Jobsicherheit ist mit 52 Prozent der wichtigste Faktor bei der Arbeitgeberwahl – noch vor dem Gehalt.
Die Arbeitsmarktentwicklung zeigt ein gemischtes Bild. Goldman Sachs-Analysen deuten darauf hin, dass KI das Beschäftigungswachstum in den USA zeitweise um monatlich 16.000 Stellen verlangsamt hat. In Österreich stieg die IT-Beschäftigung 2025 dagegen um 3,4 Prozent. Auf LinkedIn nahmen Stellenanzeigen mit IT-Anforderungen um 112 Prozent zu.
KI in der Praxis: Noch nicht bereit für den Profi-Einsatz
Die Technologie stößt in der Praxis an Grenzen. In der Filmbranche nutzt man KI vor allem für Vorvisualisierung und Konzeptarbeit – nicht für den finalen Output. Der Grund: Professionelle Studios arbeiten mit 32-Bit-Farbtiefe, aktuelle KI-Modelle liefern meist nur 8-Bit-Ergebnisse.
Auch die Produktivitätseffekte sind umstritten. Eine Studie der Bank of Korea zeigt: KI reduzierte die wöchentliche Arbeitszeit um durchschnittlich 3,8 Prozent. Eine signifikante Steigerung der Gesamtproduktivität blieb aber aus. Strategische Experten raten daher: Vor der Automatisierung müssen Prozesse optimiert werden – sonst bringt auch die schnellste KI nichts.
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