Act, Millionenstrafen

EU AI Act ab August: Millionenstrafen für fehlende KI-Kennzeichnung

08.06.2026 - 08:50:31 | boerse-global.de

Ifo-Studie belegt starken Anstieg der KI-Nutzung in deutschen Firmen. Neue EU-Regularien und SAP profitieren vom Trend.

KI-Nutzung in Deutschland: Sprung auf 54,4 Prozent
Act - Ein stilisiertes, leuchtendes neuronales Netz überlagert eine moderne, geschäftige Fabrikhalle, die KI-Integration im Mittelstand darstellt. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Ifo-Instituts. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 41 Prozent – ein deutlicher Sprung nach oben.

Vor allem Großunternehmen treiben die Entwicklung mit einer Quote von 67,2 Prozent an. Doch auch im Mittelstand tut sich etwas: 51,2 Prozent der kleinen Betriebe setzen auf KI, bei mittleren Unternehmen sind es 47 Prozent.

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Industrie vor Dienstleistung und Handel

Die Nutzung variiert stark zwischen den Branchen. Die Industrie führt mit 59 Prozent, gefolgt vom Dienstleistungssektor mit 56 Prozent. Der Handel liegt mit 45 Prozent zurück.

Eine Umfrage des ZEW unter 1.500 Unternehmen zeigt unterschiedliche Strategien: In der Informationswirtschaft stellen 58 Prozent der Betriebe ihren Mitarbeitern aktiv KI-Anwendungen bereit. Im verarbeitenden Gewerbe sind es nur 30 Prozent. Verbote sind selten – sie betreffen lediglich vier Prozent der Firmen in der Informationswirtschaft und acht Prozent im verarbeitenden Gewerbe.

Bei den Werkzeugen setzen 73 Prozent der Anwender auf kostenpflichtige externe Systeme. Rund 48 Prozent nutzen kostenfreie Lösungen. Nur 19 Prozent der befragten Unternehmen entwickeln eigene Systeme. Hauptmotivation: die Optimierung interner Prozesse und höhere Arbeitseffizienz.

EU AI Act: Neue Pflichten ab August

Am 2. August 2026 tritt der EU AI Act in vollem Umfang in Kraft. Dann müssen KI-generierte Inhalte eindeutig gekennzeichnet werden. Bereits seit Februar 2025 besteht eine Schulungspflicht für alle Mitarbeitenden, die mit KI-Systemen arbeiten – unabhängig von der Risikoklasse.

Verstöße können teuer werden: Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sind möglich. Manche Berichte nennen sogar Höchststrafen von 35 Millionen Euro. Experten warnen: Die Geschäftsführung haftet persönlich für mangelnde KI-Kompetenz im Unternehmen.

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Die Norm ISO 42001 gilt als Rahmen für ein rechtssicheres Management. Strengere Regeln für sogenannte High-Risk-Systeme wurden teilweise verschoben: Für eigenständige Systeme gilt die Einhaltung bis Dezember 2027, für eingebettete Systeme bis August 2028.

SAP profitiert vom KI-Boom

In der Praxis fokussieren sich Unternehmen auf die Identifikation geeigneter Prozesse. Branchenveranstaltungen im Juni 2026 – etwa durch die IHK Magdeburg – thematisieren verstärkt die IT-Anforderungsanalyse und Kostenoptimierung bei der Implementierung.

Große Softwarehersteller reagieren mit tieferer KI-Integration. SAP etwa baut digitale Assistenten in Analyse- und Transformationswerkzeuge ein. Interne Daten zeigen: Die Informationssuche soll sich dadurch um 50 Prozent beschleunigen, der Erkenntnisgewinn in der Unternehmensarchitektur um bis zu 95 Prozent steigen. Das Cloud-Backlog von SAP wuchs zuletzt um 25 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro.

Parallel treibt die EU-Kommission das „Technologiesouveränitätspaket“ voran. Der Cloud and AI Development Act (CADA) soll die Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern verringern. Ziel: den europäischen Anteil am weltweiten Halbleitermarkt bis 2030 auf 20 Prozent zu steigern.

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