Act, Aufsichtsbehörden

EU AI Act ab August: Aufsichtsbehörden kontrollieren KI-Schulungen

10.06.2026 - 21:06:38 | boerse-global.de

43 Prozent der Unternehmen bieten keine KI-Weiterbildung an, obwohl die EU-Verordnung dies vorschreibt. Ab August drohen Kontrollen.

EU AI Act: Viele deutsche Firmen bei KI-Schulungen unvorbereitet
Act - Menschen arbeiten in einem modernen Büro mit holografischen KI-Schnittstellen, die Daten und Konzepte visualisieren. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab August 2026 können Aufsichtsbehörden die Einhaltung kontrollieren. Doch viele Firmen sind nicht vorbereitet.

Eine Bitkom-Studie aus diesem Jahr zeigt: 43 Prozent der Unternehmen bieten keinerlei KI-Schulungen an. Dabei bewerten 98 Prozent der Entscheider das Thema als hochrelevant für ihr Geschäft. Das ergab eine KPMG-Umfrage unter 480 Führungskräften vom 9. Juni. Zum Vergleich: 2024 lag dieser Wert noch bei 56 Prozent. Immerhin 51 Prozent der Firmen haben bereits eine unternehmensweite Weiterbildungsstrategie.

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Menschliche Fähigkeiten als kritischer Faktor

Doch es geht nicht nur um Technik. Eine IWG-Studie vom April 2026 warnt: 90 Prozent der Personalverantwortlichen sehen fehlende menschliche Fähigkeiten als Risiko für die Innovationskraft. Obwohl 73 Prozent der Mitarbeiter in hybriden Teams bereits ChatGPT nutzen, sind 65 Prozent überzeugt: KI kann Empathie nicht ersetzen.

Für Führungskräfte wird KI-Kompetenz zur Grundvoraussetzung. In einer Umfrage vom März 2026 gaben 77 Prozent der deutschen Manager an, dass KI-Kenntnisse künftig entscheidend sind. 74 Prozent planen, ihre Teams gezielt mit KI-experten zu verstärken.

Bildungsoffensive: Von Basiswissen bis Spezialisierung

Die Nachfrage nach Weiterbildung wächst. Das Projekt „Digitale Werkzeugkiste plus“ in Niederösterreich vermittelt seit Ende 2025 in sieben Modulen Grundlagen zu KI-Tools. Zielgruppe sind Menschen mit erschwertem Zugang zu digitalen Ressourcen.

Auch Volkshochschulen ziehen nach. Für das zweite Halbjahr 2026 planen Einrichtungen wie die KVHS Groß-Gerau und die VHS Weiden-Neustadt Kurse zu Prompt-Engineering, KI-Bildgestaltung und ethischen Fragen. In Goch findet im Juni ein Tagesseminar zu Chancen und Risiken der KI statt.

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Die OECD und die Vodafone Stiftung betonen: Selbstreguliertes Lernen wird immer wichtiger. Die Gefahr des sogenannten „Crutch-Effekts“ besteht, wenn Mitarbeiter KI nur als Antwortmaschine nutzen statt als Lernpartner.

KI in der Praxis: Mehr als nur Chatbots

In der Industrie zeigt sich der Wert der KI oft abseits großer Sprachmodelle. Experten diskutierten im Juni auf einem Roundtable: Klassisches Maschinelles Lernen steigert die Effizienz in der Fertigung deutlich. Beispielhafte Umstellungen führten zu einer Steigerung der Liefertreue um 11 Prozentpunkte und halbierten die Durchlaufzeiten fast.

Auch im Arbeitsschutz gewinnt KI an Bedeutung. Die Berufsgenossenschaft BG ETEM wies Anfang Juni darauf hin: KI-Systeme erkennen Gefährdungen schneller und entlasten die Verwaltung. Das menschliche Urteilsvermögen bleibt aber bei der abschließenden Prüfung unverzichtbar.

Um junge Talente frühzeitig einzubinden, veranstaltet Oberschwaben Mitte Juni einen interkommunalen KI-Hackathon. Auszubildende und Studierende bearbeiten dort reale Unternehmensaufgaben mit KI-Werkzeugen.

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