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EU AI Act ab 2. August: Firmen starten Flucht zu eigenen KI-Plattformen

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 04:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Südkorea und Indien setzen mit Sami 2.0 und Neev auf hauseigene KI-Lösungen. Der Trend zu mehr Datenkontrolle wird durch den EU AI Act beschleunigt.

Samyang und HDFC Bank: Eigene KI-Plattformen als Antwort auf EU AI Act
Leuchtendes, abstraktes digitales Portal mit verflochtenen Datenströmen, das unternehmenseigene KI-Plattformen und Datenkontrolle symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Samyang Group und HDFC Bank starten hauseigene generative KI-Lösungen – ein Trend, der auch deutsche Unternehmen betrifft.

Die südkoreanische Samyang Group und die indische HDFC Bank haben am Wochenende ihre eigenen KI-Plattformen vorgestellt. Sami 2.0 und Neev heißen die Systeme, die Unternehmen mehr Datenkontrolle und Unabhängigkeit von externen Anbietern verschaffen sollen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Am 2. August treten erste verbindliche Regeln des EU AI Acts in Kraft.

Sami 2.0: 13 Spezialmodule für den Konzernalltag

Samyang Data System, die Technologie-Tochter des Mischkonzerns, hat Sami 2.0 am 13. Juli gelauncht. Die Plattform ist eine Weiterentwicklung des internen KI-Portals für Mitarbeiter. Neu ist die Möglichkeit, eigene Arbeitsdateien hochzuladen, um das System auf spezifische Aufgaben zu trainieren.

80 Mitarbeiter haben in einem 100-tägigen internen Wettbewerb 13 Spezialmodule entwickelt. Sie decken Bereiche ab wie Rechts- und Regulierungsanalysen, Auftragsabwicklung, Rohstoffverfolgung und Belegprüfung. Dazu kommen Abteilungsanalysen und Prognosen zur Geschäftsentwicklung.

Konzernchef Kim Yoon drängt auf die flächendeckende Einführung. Das Ziel bis 2030: KI-Agenten, die eigenständig optimierte Entscheidungen treffen.

Neev: Compliance von Anfang an mitgedacht

Die HDFC Bank brachte ihre Plattform Neev bereits am 12. Juli an den Start. Das Besondere: Die Lösung wurde mit eingebauten Kontrollmechanismen entwickelt, die Prüfbarkeit und Einhaltung der Vorschriften der indischen Zentralbank sicherstellen sollen.

Die Bank treibt ihre Digitalisierung insgesamt voran. Erst kürzlich gab es ein Update für das Online-Banking, neue Mobile- und Vermögensverwaltungsplattformen sowie überarbeitete Unternehmensportale.

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Der große Trend: Weg von externen KI-Anbietern

Die Entwicklung eigener KI-Systeme ist kein Einzelfall. Microsoft hat begonnen, zehntausende Anfragen pro Woche aus Excel und Outlook Copilot auf die hauseigenen MAI-Modelle umzuleiten. Ziel: Kosten für externe Anbieter wie OpenAI und Anthropic senken – langfristig sogar ganz eliminieren.

Auch andere Unternehmen haben in dieser Woche spezialisierte KI-Tools vorgestellt:

  • Anthropic brachte Claude Science heraus, eine KI-Werkbank für Forscher mit Anbindung an PubMed und Jupyter sowie einem Prüfagenten für Zitate und Berechnungen
  • Tencent präsentierte WorkBuddy, einen Desktop-KI-Agenten, der lokale Dateiarbeiten automatisiert und sich per WeChat fernsteuern lässt
  • HITEK AI veröffentlichte CONDTEK, das erste KI-Tool für Gebäudeaudits in der Golfregion
  • Inflectra startete Spira AI Connect für On-Premise-Kunden, die eigene Sprachmodelle über eine einheitliche API anbinden wollen

EU AI Act setzt Unternehmen unter Druck

Der Zeitplan ist kein Zufall. Am 2. August 2026 treten die ersten verbindlichen Pflichten des EU AI Acts in Kraft. Marktforscher schätzen, dass rund 85 Prozent der Mitarbeiter derzeit nicht genehmigte „Shadow AI"-Tools nutzen – mit der Gefahr, dass Unternehmensdaten bei kostenlosen externen Diensten landen.

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Die Strafen sind empfindliche: Bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen bei Verstößen. Kein Wunder also, dass Firmen zunehmend auf Endgeräte-Sicherheit und Prüfprotokolle setzen – genau die Funktionen, die Samyang und HDFC Bank in ihre neuen Portale integriert haben.

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