ETW-MCP-Server, Microsoft

ETW-MCP-Server: Microsoft verbindet Copilot mit Windows-Diagnose

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft präsentiert ETW MCP: Entwickler analysieren Windows-Leistungsdaten künftig per natürlicher Sprache direkt in GitHub Copilot. Das Tool nutzt die TraceProcessor-Engine.

ETW-MCP-Server: Windows-Leistungsanalyse per natürlicher Sprache für GitHub Copilot
Bildschirm mit komplexen Leistungsdaten-Visualisierungen und Diagnosecode zur Windows-Systemanalyse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mit dem neuen ETW-MCP-Server können Entwickler Windows-Leistungsdaten per natürlicher Sprache analysieren – direkt über GitHub Copilot.

Microsoft hat eine Vorschauversion von ETW MCP veröffentlicht, einem Server für das Model Context Protocol (MCP), der KI-Assistenten die Analyse von Windows-Leistungsdaten ermöglicht. Das am 21. Juli 2026 vorgestellte Werkzeug schlägt eine Brücke zwischen GitHub Copilot und den Windows-Ereignisprotokollen (ETW). Anwender können damit Systemleistung per natürlicher Sprache untersuchen – ganz ohne Spezialwissen.

KI-gestützte Diagnose per TraceProcessor

Der ETW-MCP-Server läuft lokal über STDIO und nutzt die TraceProcessor-Engine zur Verarbeitung von Windows-Ereignisprotokollen (ETL-Dateien). Der strukturierte, schreibgeschützte Zugriff erlaubt es KI-Agenten, Aufgaben zu übernehmen, die sonst Fachkenntnisse erfordern. Zu den Kernfunktionen gehören CPU-Analysen, Prozessfilterung, Datenaggregation und Symbolanalyse.

Technische Vorführungen zeigten die Fähigkeit des Tools, konkrete Leistungsverschiebungen zu identifizieren. In einem dokumentierten Beispiel erkannte das System einen Anstieg der CPU-Samples um 52,8 Prozent und der CPU-Zeit um 56,9 Prozent – bei gleichzeitigem Rückgang der Kontextwechsel um 36,2 Prozent. Darüber hinaus unterstützt der Server erweiterte Diagnosefunktionen wie Critical Path Analysis, den Vergleich mehrerer Abläufe und die Identifizierung spezifischer „Regions of Interest" in den Leistungsdaten.

Die Vorschauversion ist als NuGet-Paket unter dem Namen Microsoft.Windows.EventTracing.MCP verfügbar. Sie ergänzt bestehende Werkzeuge wie WPA MCP, das ähnliche KI-gestützte Analysen in der Windows Performance Analyzer-Umgebung bietet.

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Das Model Context Protocol gewinnt an Fahrt

Die Veröffentlichung von ETW MCP fällt in eine Phase wachsender Branchenakzeptanz des Model Context Protocol. Dynatrace hat kürzlich einen eigenen MCP-Server für Dynatrace Managed vorgestellt, der Daten aus selbst gehosteten Umgebungen über Clients wie Claude Desktop und GitHub Copilot abfragbar macht. Auch dSPACE hat MCP-fähige Workflows in seine KI-Engineering-Tools integriert, um Agenten mit Simulations- und Validierungshardware zu verbinden.

Angesichts der wachsenden Zugriffsrechte solcher KI-Agenten auf Systemdaten hat Cloudflare die Sicherheitsschicht WriteGuard eingeführt. Sie bietet feingranulare Kontrollen, Auditierung und Risikoklassifizierung für MCP-Server – damit Agentenaktionen innerhalb autorisierter Grenzen bleiben.

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Windows 11: Speicheroptimierung und Datenschutz-Klarstellung

In verwandten Leistungsfragen arbeitet Microsoft an Speicheroptimierungen für Windows 11. Das Unternehmen entfernte kürzlich Dokumentation, die für bestimmte Konfigurationen 32 GB RAM empfahl, und plant bis Ende 2026 spezifische Optimierungen für Geräte mit 8 GB oder mehr Arbeitsspeicher. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer von IDC prognostizierten Marktentwicklung: Die Marktforscher erwarten für 2026 einen Rückgang der PC-Verkäufe um 11,3 Prozent.

Microsoft hat zudem auf öffentliche Bedenken zum Dienst „Windows Health and Optimized Experiences" (whesvc) reagiert. Nach viral verbreiteten Behauptungen über unbefugte Datensammlung stellte das Unternehmen klar: Der Dienst, seit 2025 Teil von Windows 11, erhebt Leistungsdaten ausschließlich für die lokale Verwendung. Eine Übertragung an Microsoft erfolgt nur, wenn Nutzer in den Datenschutzeinstellungen der optionalen Diagnosedaten-Freigabe ausdrücklich zugestimmt haben. Microsoft kündigte an, die Dienstbeschreibung zur Verbesserung der Transparenz zu überarbeiten.

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