Etched-Chip, Sohu

Etched-Chip Sohu: Startup ersetzt 160 Nvidia-H100 mit KI-ASIC

30.06.2026 - 21:33:16 | boerse-global.de

Das Startup Etched präsentiert seinen Spezialchip Sohu, der hunderte Nvidia-GPUs ersetzen soll und bereits Aufträge über eine Milliarde Euro verbucht hat.

Etched KI-Chip Sohu: 160 Nvidia H100 in einem Server ersetzt
Etched-Chip - Ein futuristischer, leuchtender KI-ASIC-Chip auf dunklem Hintergrund, der herkömmliche Hardware ersetzt. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das US-Unternehmen Etched hat sich mit einem spezialisierten KI-Chip aus der Geheimhaltung gewagt und beeindruckende Finanzzahlen vorgelegt. Insgesamt 800 Millionen Euro hat der Hardware-Startup bis heute eingesammelt – und bereits Kundenaufträge im Wert von über einer Milliarde Euro an Land gezogen.

Spezialchip statt Allzweckwaffe

Etched setzt auf einen radikal anderen Ansatz als Branchenriesen wie Nvidia. Statt universeller Grafikprozessoren (GPUs) entwickelt das Unternehmen einen dedizierten ASIC-Chip namens "Sohu", der ausschließlich für eine Aufgabe optimiert ist: die sogenannte Transformer-Inferenz. Diese Technologie bildet das Rückgrat moderner KI-Modelle wie Llama, Qwen oder DeepSeek.

Die Strategie scheint aufzugehen. Nach Angaben des Unternehmens schafft ein Acht-Chip-Server mit Sohu-Prozessoren 500.000 Tokens pro Sekunde beim Llama-70B-Modell. Das bedeutet: Ein einziger Sohu-Server kann rund 160 Nvidia-H100-Einheiten ersetzen – bei deutlich besserer Energieeffizienz und niedrigerer Latenz.

Prominente Geldgeber und starke Partner

Die Finanzierungsrunde liest sich wie ein Who's who der Tech- und Finanzwelt. Den größten Brocken steuerte mit 500 Millionen Euro die Investmentfirma Stripes bei, die das Unternehmen Ende 2025 mit fünf Milliarden Euro bewertete. Weitere Investoren sind:

  • Jane Street, einer der größten quantitativen Handelsfonds
  • Peter Thiel, Paypal-Mitgründer und Tech-Investor
  • VentureTech Alliance, ein mit dem Chipriesen TSMC verbundener Fonds
  • Ribbit Capital, Radical Ventures und Positive Sum
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Besonders bemerkenswert: Auch namhafte KI-Forscher haben ihr Geld in Etched gesteckt. Darunter Geoffrey Hinton, oft als "Pate der KI" bezeichnet, Fei-Fei Li von der Stanford University und Andrej Karpathy, ehemaliger KI-Chef bei Tesla. Hinzu kommt Hedgefonds-Legende Stanley Druckenmiller.

Vom Labor in die Rechenzentren

Mit Hauptsitz im kalifornischen San Jose und Fertigung in Taiwan beschäftigt Etched inzwischen über 400 Mitarbeiter. Das Team rekrutiert sich aus Experten ehemaliger Nvidia-, Broadcom- und Google-TPU-Abteilungen sowie vom Speicherhersteller SK Hynix.

Aktuell läuft die Validierung des ersten Siliziums (A0) bei Kunden. Noch im Sommer 2026 sollen die ersten Rack-Systeme ausgeliefert werden, die sowohl Transformer- als auch Mamba-Architekturen unterstützen. Das ehrgeizige Ziel: Bereits 2027 will Etched Anlagen im Gigawatt-Maßstab betreiben.

Branche im Boom

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Der Markt für KI-Hardware ist heiß umkämpft. Allein am selben Tag, an dem Etched an die Öffentlichkeit trat, vermeldete das spanische Startup Openchip eine staatliche Förderung von 115 Millionen Euro für RISC-V-basierte KI-Chips. Und nur einen Tag zuvor sicherte sich das KI-Coding-Startup 8090 Labs unter Führung von Chamath Palihapitiya 135 Millionen Euro in einer Series-A-Runde.

Die Botschaft ist klar: Der Wettlauf um die nächste Generation von KI-Chips hat gerade erst richtig begonnen.

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