Roaming-Preise, Moneyland-Studie

eSIM-Revolution: Roaming-Preise fallen um bis zu 88 Prozent

05.06.2026 - 14:31:10 | boerse-global.de

Eine Moneyland-Studie belegt massive Preissenkungen bei Schweizer Mobilfunkanbietern. Reise-eSIMs treiben den Wettbewerb weltweit an.

Studie: Schweizer Telekoms senken Roaming-Gebühren drastisch
Roaming-Preise - A hand holds a smartphone showing a digital world map with network lines, an airport departure board blurred in the background. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die von Moneyland durchgeführte Untersuchung belegt, dass mehrere Schweizer Telekommunikationsunternehmen ihre Roaming-Gebühren drastisch gesenkt haben. Der Anbieter Salt etwa reduzierte seine Preise um bis zu 88 Prozent.

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Doch trotz dieser massiven Einschnitte gelten klassische Roaming-Pakete bei Branchenexperten weiterhin als teuer und intransparent. Während in Europa Bewegung in den Markt kommt, halten große US-Carrier wie AT&T und Verizon an hohen Gebühren fest: Internationale Daten kosten dort umgerechnet rund 1,90 Euro pro Megabyte, Tagespässe für Reisen außerhalb Nordamerikas schlagen mit etwa 11 Euro zu Buche.

Neue Wettbewerbsmodelle erobern den Weltmarkt

Der trend zu günstigerem internationalem Datentarifen beschränkt sich nicht auf Europa. Am 4. Juni 2026 startete der singapurische Anbieter M1 seine „Worldwide Daily Passport“-Aktion: Für 99 Singapur-Cent pro Tag (etwa 70 Eurocent) erhalten Kunden zwölf Monate lang 3 GB Datenvolumen in 78 Ländern. Damit setzt M1 die Konkurrenz von Singtel und StarHub massiv unter Druck, deren vergleichbare Reisepakete deutlich teurer sind.

Die Moneyland-Studie identifizierte für Reisen innerhalb der EU den Anbieter M-Tel als günstigste Option: 2,29 Schweizer Franken pro Gigabyte. Für Ziele außerhalb der EU bietet Spusu die besten Konditionen in den meisten untersuchten Ländern.

Reise-eSIMs erobern den Tourismusmarkt

Spezialisierte eSIM-Anbieter profitieren vom Wunsch der Kunden nach transparenten Preisen und digitaler Aktivierung. Unternehmen wie Yesim, das seit seiner Gründung 2019 auf 3,5 Millionen Nutzer angewachsen ist, bieten Abdeckung in mehr als 200 Ländern. Diese rein digitalen Dienste erlauben es Reisenden, bereits vor der Abreise ein Profil zu aktivieren – ohne physische SIM-Karte und ohne Plastikmüll.

Die Angebote für 2026 variieren je nach Region:

  • USA: Anbieter wie Holafly offerieren unbegrenzte Daten auf 4G- und 5G-Netzen ab 11,70 Euro für drei Tage. Weitere große Player sind Airalo, Saily und Ubigi, die per QR-Code auf aktuellen Smartphones aktiviert werden.
  • China: Spezialisierte Tarife von Airalo und SimOptions bieten schnellen Zugang ohne zusätzliches VPN – ein Standard-Erfordernis bei lokalen physischen SIM-Karten.
  • Weltweit: Plattformen wie eSIMo und 4s eSIM decken über 200 Länder ab. Praxistests in Thailand von April bis Mai 2026 zeigten nahezu sofortige Konnektivität nach der Ankunft.

Technische Standards und Sicherheit treiben die Zukunft an

Der Wandel zur digitalen SIM-Technologie wird von Hardwareherstellern und Industrieverbänden gleichermaßen vorangetrieben. Laut Daten der GSMA werden bis 2030 voraussichtlich mehr als 76 Prozent aller Smartphone-Verbindungen auf eSIM-Technologie setzen.

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Auch technische Hürden werden abgebaut. Im Februar 2026 führte Samsung sein One-UI-5.1-Update ein, das die Übertragung von eSIMs zwischen Geräten und die Umwandlung physischer SIM-Karten in digitale Profile vereinfacht. Unterstützt wird die Funktion auf verschiedenen Galaxy-S-, Z-Fold-, Z-Flip- und Note-Serien.

Die Sicherheit bleibt ein zentrales Thema. Unternehmen wie Cape haben spezielle Schutzmechanismen gegen SIM-Swap-Betrug entwickelt, die auf 24-Wort-Passphrasen zur Sicherung der mobilen Identität setzen. Experten weisen jedoch darauf hin: Zwar bieten eSIMs höhere physische Sicherheit gegen Diebstahl, doch bleiben Herausforderungen bei der Gerätekompatibilität und der Komplexität des Anbieterwechsels im Vergleich zu herkömmlichen SIM-Karten bestehen.

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