eSIM-Durchbruch: 55 Prozent der Nutzer kennen die Technologie nicht
01.06.2026 - 17:09:52 | boerse-global.deDie elektronische SIM-Karte wird zum neuen Standard in Smartphones – doch viele Nutzer wissen noch gar nicht, was sie damit anfangen können.
Während Mobilfunkanbieter weltweit ihre Systeme umstellen und die Aktivierung von eSIMs immer einfacher wird, zeigt eine aktuelle Studie: 45 Prozent der Kunden nutzen die Technologie bislang nicht. Der Hauptgrund ist mangelnde Aufklärung.
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Vereinfachte Aktivierung für Apple-Geräte
Die großen Mobilfunkanbieter haben ihre Prozesse zuletzt deutlich verschlankt. Bei Apple-Geräten lassen sich vorab zugewiesene eSIMs inzwischen automatisch während der Ersteinrichtung aktivieren – vorausgesetzt, das Gerät ist mit einem WLAN-Netzwerk verbunden. Wer später eine zweite SIM-Karte hinzufügen möchte, scannt einfach einen QR-Code oder gibt einen Aktivierungscode manuell in den Mobilfunkeinstellungen ein.
Auch internationale Roaming-Anbieter wie Ubigi und Japan Wireless haben ihre Anleitungen überarbeitet. Für Reisende mit iPhones gilt: Die Datenverbindung wird über die sekundäre Leitung in den Mobilfunkeinstellungen ausgewählt. Allerdings kann immer nur ein Datentarif gleichzeitig aktiv sein. Japan Wireless weist zudem darauf hin, dass bei regionalen Diensten die manuelle Eingabe von SM-DP+-Adressen und Aktivierungscodes nötig sein kann – etwa wenn das QR-Scannen fehlschlägt. Hinzu kommen spezifische APN-Konfigurationen wie „m-air.jp".
Die große Unwissenheit der Verbraucher
Der „eSIM Survey Report 2026", den Mobile World Live Ende Mai veröffentlichte, zeichnet ein gemischtes Bild. Zwar haben 22 Prozent der Organisationen die Technologie bereits vollständig ausgerollt, weitere 30 Prozent planen dies im nächsten Jahr. Doch die Nutzer hinken hinterher.
55 Prozent der Befragten gaben mangelndes Bewusstsein als größtes Hindernis an. Dabei wird der wirtschaftliche Anreiz für die Anbieter immer deutlicher: 60 Prozent der Organisationen sehen eSIMs als kosteneffizienter an als herkömmliche physische SIM-Karten. Branchenanalysten verweisen vor allem auf das Internet der Dinge (IoT) als den Sektor, der am stärksten von diesem Wandel profitieren dürfte – 35 Prozent der Organisationen sehen hier das größte Wachstumspotenzial.
Hardware für jeden Geldbeutel
Der Hardware-Markt reagiert auf die Entwicklung. Das iPhone 16e, ursprünglich 2025 vorgestellt, gilt als beliebte Einstiegsoption für alle, die von eSIM-Vorteilen wie mehreren Profilen und verbesserter Sicherheit profitieren möchten – ohne den Preis eines Flaggschiff-Modells zahlen zu müssen. Mit A18-Chip und 8 Gigabyte Arbeitsspeicher bietet es eine solide Brücke für Nutzer, die von älteren Geräten mit physischer SIM-Karte umsteigen.
Noch einen Schritt weiter geht die nächste Generation: Das für Ende 2026 erwartete iPhone 17, insbesondere das geplante Modell „iPhone Air", soll mit einer Bauhöhe von nur 5,6 Millimetern komplett auf eSIM setzen. Chinesische Hersteller wie Xiaomi, OPPO und vivo ziehen nach und nutzen über Partner wie Redtea Mobile eSIM-Technologie für internationale Roaming-Dienste – bei einer kombinierten Nutzerbasis von über 100 Millionen Geräten.
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Satelliten-Kommunikation und mehr Sicherheit
Mit der Reife der eSIM-Technologie entstehen völlig neue Dienstkategorien. Globe Telecom auf den Philippinen startete Ende Mai als erster Anbieter Südostasiens den Starlink Direct-to-Cell-Dienst. Damit können Prepaid-Nutzer satellitengestützte SMS und Daten mit handelsüblichen Android-Smartphones empfangen – ohne zusätzliche Hardware, lediglich freie Sicht zum Himmel vorausgesetzt.
Die Sicherheitsvorteile der Technologie werden ebenfalls deutlicher. Redtea Mobile betont, dass eSIMs einen besseren Diebstahlschutz bieten: Das digitale Profil lässt sich nicht physisch aus dem Gerät entfernen, was eine dauerhafte Ortung selbst nach einem Diebstahl ermöglicht. Die Verwaltung mehrerer Profile wird durch neue Software wie die „eSim Travel"-App von Municorn Limited (erforderlich: iOS 17.4 oder neuer) weiter vereinfacht – mit sofortiger globaler Profilverwaltung und Offline-Zugriff.
Auch die Bezahlmodelle werden flexibler. Der japanische Anbieter a2network hat zum 1. Juni Kreditkartenzahlungen für seinen abonnementbasierten Skyberry-eSIM-Dienst eingeführt. Dieser deckt 94 Länder ab – ohne dass Nutzer für jede Reise ein neues Profil installieren müssten.
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