Ernteausfälle durch Trockenheit: Kartoffeln, Getreide und Mais im Stress
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 20:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während der Weinbau von der Hitze profitiert, kämpfen Kartoffel- und Getreidebauern mit massiven Ernteausfällen. Die Trockenheit seit Juni hinterlässt deutliche Spuren.
Weinbau profitiert von der Klimaerwärmung
Die Reben kommen mit der Hitze gut zurecht. Ein Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI) sieht die Vorteile der Erwärmung derzeit klar überwiegen: höhere Reifegrade, bessere Qualität – besonders bei Rotweinen. Die Weinlese startet früher, mit dem ersten Federweißer rechnen Winzer bereits Mitte August.
Doch die Reben brauchen bis zur Hauptlese in etwa drei Wochen noch Niederschlag. Und der Riesling verliert bei zu großer Hitze an Frische. Ideale Reifetemperaturen: 20 bis 25 Grad.
Der Trend zeigt sich auch geografisch: Seit 2016 sind in Norddeutschland rund 250 Hektar neue Rebflächen entstanden. In der Steiermark etablieren sich neben Paradeisern zunehmend Artischocken, Ingwer und Kurkuma. Rund 32 Kilogramm Tomaten verbraucht jeder Deutsche pro Jahr – die Hitze fördert zwar das Aroma, treibt aber die Bewässerungskosten.
Preise bei Gemüse: Gewinner und Verlierer
Die Marktlage ist gespalten. Tomaten und Zucchini gibt es wegen hoher Angebotsmengen günstiger, während Salat, Kohl und Möhren deutlich teurer werden. Ein Hobbygärtner aus dem Bergischen Land will bis zu fünf Tonnen Zucchini für soziale Einrichtungen ernten – in Spitzenzeiten fallen alle zwei Tage 400 Kilogramm an.
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Bei Kartoffeln wird es problematisch. Ohne künstliche Beregnung sind die Böden extrem trocken. Die Knollen fallen kleiner aus – in der Weiterverarbeitung bedeutet das kürzere Pommes Frites. Immerhin: Das Obstpreisniveau liegt unter dem Vorjahr.
Trockenheit setzt Ackerbau massiv zu
Der Winterweizen ist vielerorts in die Notreife gegangen, die Erträge liegen unter dem Durchschnitt. Auch Raps bildet kleinere Körner aus und leidet unter hohem Schädlingdruck.
Besonders kritisch: Zuckerrüben und Mais. Der Zuckergehalt sinkt, was die Auszahlungspreise für Landwirte drückt. Maisbestände müssen teilweise vorzeitig abgeerntet werden. Im hessischen Lich wurde wegen der angespannten Lage bereits ein Trinkwassernotstand ausgerufen – das schränkt die Bewässerungsmöglichkeiten weiter ein.
Kräutertradition und Gartentipps für den Spätsommer
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Mitte August, zum Gedenktag Maria Himmelfahrt, lebt in der Pfalz die Tradition des Kräuterbuschs auf. Die Gebinde bestehen je nach Region aus 7 bis 99 verschiedenen Kräutern.
In Norddeutschland erreicht die Heideblüte ihren Höhepunkt. Hobbygärtner sollten braune Rasenflächen nicht vorschnell nachsäen: Der Rasen verfällt nur in einen Ruhezustand. Ab Ende August, wenn die Bodenfeuchtigkeit steigt und die Temperaturen zwischen 14 und 25 Grad liegen, ist der richtige Zeitpunkt. Bis dahin: ausreichend wässern und die Schnitthöhe erhöhen.
