Ernährungstipps, Influencern

Ernährungstipps: Nur 3% vertrauen Influencern, 74% Medizinern

29.06.2026 - 05:41:12 | boerse-global.de

Nur drei Prozent der Deutschen vertrauen Influencern bei Gesundheitsthemen, KI schneidet kaum besser ab. Polizei und Ärzte bleiben die vertrauenswürdigsten Instanzen.

Gesundheitstrends: Influencer und KI verlieren massiv an Vertrauen
Ernährungstipps - Eine Person scrollt auf einem Smartphone durch Gesundheitsinformationen, mit verschwommenen Social-Media-Symbolen im Hintergrund. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Vertrauen in diese Quellen ist jedoch verschwindend gering. Nur drei Prozent der Bundesbürger halten Influencer in medizinischen Fragen für glaubwürdig, wie der TechnikRadar 2026 von acatech und forsa zeigt.

Etwas besser schneiden KI-Systeme wie ChatGPT ab: Immerhin sechs Prozent vertrauen ihnen. Doch die große Mehrheit bleibt skeptisch. 85 Prozent der Befragten fürchten Cyberangriffe und Betrug durch Künstliche Intelligenz.

Ganz anders sieht es bei klassischen Institutionen aus. Polizei und medizinische Fachleute genießen mit 74 Prozent das höchste Vertrauen der Bevölkerung.

Wenn Influencer zu Ernährungsberatern werden

Besonders heikel wird es bei Ernährungsthemen. Auf Instagram und TikTok bewerben Influencer Detox-Tees und angebliche Wundermittel zum Abnehmen – oft ohne jede Fachkenntnis. Wissenschaftlich halten die meisten dieser Trends nicht stand, warnen Experten.

Die Verunsicherung ist groß. Immer mehr Patienten kommen mit widersprüchlichen Informationen aus dem Netz in die Arztpraxis. Auch KI-Selbstdiagnosen vor dem Arztbesuch bereiten Medizinern Kopfzerbrechen. Die Tools verunsichern die Patienten zusätzlich und verlängern die Sprechstunden.

"KI kann in der Tiermedizin wertvolle Hinweise auf Differentialdiagnosen liefern", räumen Fachleute ein. Für Laien bleibt das Risiko von Fehlinterpretationen jedoch hoch.

Soziale Medien machen krank

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Die suchtartige Nutzung sozialer Plattformen hat handfeste psychische Folgen. Forschungen der Ruhr-Universität Bochum zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen exzessivem Konsum und Schlafstörungen, Depressionen sowie geringerer Lebenszufriedenheit.

International ziehen Regierungen die Zügel an. Australien verschärfte Ende Juni die Gesetze: Soziale Medien sollen für Kinder unter 16 Jahren tabu sein. Bei Verstößen drohen Unternehmen umgerechnet knapp 60 Millionen Euro Strafe – eine Verdopplung der bisherigen Höchststrafe.

Doch eine Studie der University of Newcastle im British Medical Journal dämpft die Hoffnungen. Rund 85 Prozent der Minderjährigen fänden technische Wege, um die Sperren zu umgehen. Auch medizinische Fachgesellschaften auf den Philippinen fordern ein striktes „Safety-by-Design“ und effektive Alterskontrollen.

Wearables und Zuckersteuer: Neue Wege

Während die Kritik an sozialen Medien wächst, entdecken Forscher Wearables für sich. Samsung und der Dienstleister Alcedis vereinbarten im Juni eine Kooperation: Daten von Smartwatches – etwa zur Körperzusammensetzung oder Herzfrequenz – sollen direkt in klinische Studien einfließen. Ziel sind validierte Nachweise für Regulierungsbehörden. Herausforderungen bleiben Datenschutz und die Transparenz der Algorithmen.

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Die Politik setzt zudem auf steuerliche Hebel. Für 2028 ist eine Zuckersteuer auf Softdrinks geplant. Je nach Zuckergehalt sollen 20 bis 30 Cent pro Liter fällig werden.

Kritiker halten die Maßnahme für halbherzig. Andere kalorienreiche Lebensmittel wie Süßwaren bleiben außen vor. Experten betonen: Ohne umfassende Aufklärung über digitale und analoge Kanäle wird jede staatliche Steuerung nur begrenzt wirken.

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