Ernährungsbildung: TigerKids erreicht 10.000 Gruppen mit Resilienz-Modul
19.06.2026 - 08:32:10 | boerse-global.de
Im Juni 2026 zeigen aktuelle Entwicklungen: Es geht nicht mehr nur ums Sattwerden. Fachkräfte setzen auf pädagogische Konzepte, Fortbildungen und ganzheitliche Gesundheitsansätze.
Fortbildungs-Offensive für pädagogische Fachkräfte
Die Verbraucherzentrale Hessen informierte Mitte Juni über ein breites Angebot an Qualifizierungsmaßnahmen. Zielgruppe sind Erzieher, Hauswirtschaftskräfte und Köche. Die Formate reichen von kurzen Vorträgen bis zu mehrtägigen Konzeptionstagen. Themen sind unter anderem Essensbiografien, Partizipation der Kinder bei der Speisenauswahl und der Umgang mit Allergien.
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Auch andere Institutionen ziehen nach. Das Fachzentrum Ernährung Rheinland-Pfalz und die Vernetzungsstelle Kitaverpflegung Niedersachsen bieten im Juni spezifische Online-Seminare an. Sie behandeln rechtliche Rahmenbedingungen wie Lebensmittelhygiene und Vergabeverfahren. Auch Zuckerreduktion und die frühzeitige Erkennung von Essstörungen stehen auf dem Lehrplan.
Gesundheit ganzheitlich denken: Fachtag in Magdeburg
Ein moderner Ansatz betrachtet Ernährung nicht isoliert. Auf einem bundesweiten Fachtag am 17. Juni in Magdeburg diskutierten über 180 Fachkräfte über strukturelle Rahmenbedingungen für die Gesundheit in Kitas. Veranstalter wie die Techniker Krankenkasse und das Kompetenzzentrum Frühe Bildung Sachsen-Anhalt betonten die Bedeutung eines gesundheitsfördernden Umfelds – für Kinder, Familien und das Personal.
Parallel dazu entwickeln sich bestehende Präventionsprogramme weiter. Das Programm TigerKids der Stiftung Kindergesundheit wurde im Juni um ein Modul zur Resilienzförderung erweitert. Hintergrund: Laut KiGGS-Studie zeigt etwa jedes sechste Kind zwischen drei und 17 Jahren psychische Auffälligkeiten. Das Programm, das bereits über 10.000 Gruppen erreicht hat, kombiniert nun Bewegung, Ernährung und Entspannung mit der Stärkung der psychischen Widerstandskraft.
Praxisprojekte: Von Kochkursen bis zur Zertifizierung
Die praktische Umsetzung innovativer Projekte wird oft durch Kooperationen mit der Wirtschaft unterstützt. Die Kindertagesstätte LahnEggs in Lahnstein erhielt Mitte Juni eine Förderung von 1.000 Euro vom Unternehmen BIOVEGAN. Mit dem Geld sollen Kochkurse für Kinder, Eltern und Erzieher realisiert und Arbeitsutensilien angeschafft werden. Ziel ist die Erstellung eines eigenen Kochbuchs.
Andere Einrichtungen setzen auf anerkannte Zertifikate. Die Kita Isenhöhe in Hattingen präsentiert sich als zertifizierte Bewegungskita mit dem Profilschwerpunkt Ernährung. Solche Auszeichnungen machen die pädagogische Profilbildung für Eltern transparent und sichern Qualitätsstandards in der Gemeinschaftsverpflegung.
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Digitale Zukunft: Ideen-Box für Ernährungsbildung
Für die kommenden Monate zeichnet sich eine verstärkte Digitalisierung von Lehrmaterialien ab. Das Kantinenprogramm Nordrhein-Westfalen plant für Mitte Juli die Vorstellung einer digitalen Ideen-Box. Sie soll über 70 Aktionsideen zur Ernährungsbildung zum kostenlosen Download bereitstellen. Ziel ist es, pädagogischen Fachkräften Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie das Essverhalten von Kindern positiv beeinflussen können.
Auch spezifische Ernährungsanforderungen gewinnen an Bedeutung. Veranstaltungskalender für den Frühsommer, etwa vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, weisen vermehrt Termine zu Allergenmanagement und glutenfreier Verpflegung aus. Der Bedarf an Fachwissen für eine inklusive Gemeinschaftsverpflegung wächst – damit jedes Kind bekommt, was es braucht.
