Ernährungsbildung, Slow

Ernährungsbildung: Slow Food will eine Million Menschen direkt erreichen

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 21:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Bewegung setzt auf Ernährungsbildung für eine Million Menschen, Agrarökologie und stärkere lokale Lebensmittelgemeinschaften.

Slow Food beschließt in Turin neue globale Leitlinien bis 2030
Ein vielfältiger, ökologisch bewirtschafteter Gemüsegarten mit einer reichen Auswahl an Pflanzen und Nutzpflanzen. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Abschluss des Treffens Terra Madre Salone del Gusto 2026 in Turin hat die internationale Slow-Food-Bewegung eine umfassende politische Erklärung verabschiedet. Das Grundsatzdokument mit dem Titel Echte Verbindungen für echten Wandel definiert die strategische Ausrichtung der Organisation für die kommenden Jahre.

Vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen positioniert sich das weltweite Netzwerk damit gegen den Klimawandel, gewaltsame Konflikte, soziale Ungleichheit sowie zunehmenden Nationalismus. Es handelt sich um die erste weltweite Versammlung der Bewegung nach dem Tod ihres Gründers Carlo Petrini.

Vier zentrale Verpflichtungen für die kommenden vier Jahre

Die in Turin verabschiedete Erklärung bündelt die künftige Arbeit in vier Kernbereichen, die innerhalb der nächsten vier Jahre umgesetzt werden sollen, wie aus einem Bericht vom 27. September 2026 hervorgeht. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau und der Förderung integrativerer Lebensmittelgemeinschaften, um breitere Bevölkerungsschichten in lokale Ernährungssysteme einzubinden.

Gleichzeitig bekräftigt das Netzwerk das Ziel, Agrarökologie und Biodiversität weltweit konsequent auszubauen. Auf diese Weise sollen landwirtschaftliche Praktiken gefördert werden, die natürliche Ressourcen schonen und die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten in der Produktion erhalten.

Ein weiteres konkretes Vorhaben betrifft den Bildungsbereich: Über gezielte Programme zur Ernährungsbildung sollen eine Million Menschen direkt erreicht werden. Nicht zuletzt formuliert die Vereinbarung den Anspruch, Slow Food noch deutlicher als globale politische Kraft in internationalen Diskursen über Landwirtschafts- und Ernährungspolitik zu etablieren.

Internationale Führung und personelle Neuausrichtung

Die Versammlung bestätigte zudem die Zusammensetzung des Führungsgremiums der Organisation. Edward Mukiibi aus Uganda bleibt weiterhin Präsident der weltweiten Bewegung. Neben ihm wurden Marta Messa, Dali Nolasco Cruz aus Mexiko sowie Francesco Sottile aus Italien im Vorstand bestätigt. Neu in das Leitungsgremium gewählt wurde Ramon Uy Jr. von den Philippinen.

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Mit dieser Aufstellung spiegelt die Führungsriege die weltweite Verankerung der Organisation wider, die ihre Aktivitäten künftig noch enger über unterschiedliche Kontinente hinweg koordinieren möchte. Nach dem Verlust des Gründers setzt die Führung damit auf Kontinuität in den Grundwerten bei gleichzeitiger geografischer Diversifizierung ihrer Entscheidungsträger.

Zukünftige Schwerpunkte und regionale Versammlungen

Um die gesteckten Ziele umzusetzen, hat Slow Food bereits einen Fahrplan für künftige Zusammenkünfte auf regionaler Ebene festgelegt. Den Auftakt bildet im Frühjahr 2027 die regionale Konferenz Terra Madre Europe.

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Im weiteren Verlauf des Jahres folgen zwei zusätzliche Großveranstaltungen: Für den asiatisch-pazifischen Raum ist die Zusammenkunft für den Zeitraum vom 28. Juli bis zum 1. August 2027 angesetzt.

Wenige Wochen später trifft sich das regionale Netzwerk für Nord- und Südamerika, dessen Versammlung vom 24. bis zum 26. September 2027 stattfindet. Auf diesen Foren sollen die in Turin beschlossenen Leitlinien auf regionaler Ebene konkretisiert und in lokale Handlungskonzepte für Landwirte, Verarbeiter und Konsumenten übersetzt werden.

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