Ernährung: Vierwöchige Umstellung senkt biologisches Alter um 4 Jahre
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 06:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen der University of Sydney geben neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und messbaren biologischen Alterungsprozessen.
Im Rahmen einer Studie mit dem Titel „Nutrition for Healthy Living“ untersuchten Forscher, inwieweit eine gezielte Umstellung der Mahlzeiten bereits innerhalb von vier Wochen Auswirkungen auf spezifische Biomarker des Körpers haben kann. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Wahl der Makronährstoffe die berechneten Werte des biologischen Alters signifikant beeinflussen kann.
Methodik und Aufbau der Ernährungsstudie
An der Untersuchung nahmen insgesamt 104 Personen im Alter zwischen 65 und 75 Jahren teil. Über einen Zeitraum von vier Wochen erhielten die Probanden kontrollierte und gelieferte Mahlzeiten, die auf vier verschiedene Menügruppen aufgeteilt waren. Ein zentrales Merkmal der verabreichten Nahrung war ein Proteinanteil von rund 14 % an der gesamten Energiezufuhr.
Die Studie konzentrierte sich darauf, wie unterschiedliche Zusammensetzungen von Fetten und Kohlenhydraten bei einer Mischkost (omnivore Ernährung) die körperlichen Messwerte beeinflussen. Dabei wurden die Probanden unter anderem in Gruppen mit fettarmer, kohlenhydratreicher Kost und Gruppen mit fettreicherer Ernährung unterteilt, um die Differenzen in den biologischen Reaktionen zu analysieren.
Signifikante Unterschiede bei biologischen Biomarkern
Die Auswertung der Daten, die unter anderem in Berichten vom September 2026 thematisiert wurde, zeigte deutliche Unterschiede zwischen den Testgruppen. Bei der Gruppe, die eine fettärmere und kohlenhydratreichere Mischkost zu sich nahm, wurde eine Senkung des sogenannten ?Age-Wertes festgestellt. Im Vergleich zur fettreichen omnivoren Gruppe lag der biologische Alterswert je nach angewandter Messmethode um 3,5 bzw. 4,1 Jahre niedriger.
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Diese Differenz wurde mithilfe der Klemera-Doubal-Methode (KDM) ermittelt. Die Forscher beobachteten, dass die fettarme Vollkost auf Basis dieser KDM-Biomarker zu einem rechnerisch jüngeren biologischen Zustand führte als die fettreiche Vergleichsvariante. Diese Ergebnisse wurden als statistisch signifikant eingeordnet.
Einordnung der Ergebnisse und wissenschaftliche Vorbehalte
Trotz der messbaren Veränderungen betonen die beteiligten Wissenschaftler die Notwendigkeit einer differenzierten Interpretation der Daten. Der Studienautor Alistair Senior erklärte in diesem Zusammenhang, dass die Bezeichnung als biologische Verjüngung im eigentlichen Sinne nicht zutreffend sei. Laut Senior gebe es keinen wissenschaftlichen Beweis für einen echten Anti-Aging-Effekt durch die kurzfristige Umstellung.
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Fachleute weisen darauf hin, dass die verwendeten KDM-Werte sehr sensibel auf kurzfristige physiologische Veränderungen reagieren können. Es handle sich daher nicht um eine tatsächliche Umkehrung des biologischen Alterungsprozesses oder einen Nachweis für eine dauerhaft verlangsamte Alterung.
Die Studie, die von Dr. Caitlin Andrews begleitet wurde, verdeutlicht vielmehr, wie schnell bestimmte biologische Marker auf eine veränderte Nährstoffzusammensetzung ansprechen können.
Die detaillierten Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift Aging Cell veröffentlicht (doi:10.1111/acel.70507). Sie liefern eine Grundlage für weitere Forschungen zur Frage, wie langfristige Ernährungsmuster die Gesundheit im Alter beeinflussen, ohne jedoch eine sofortige Verjüngung des Organismus zu belegen.
