Ernährung: Vegane Kost senkt Cholesterin, Fleisch baut Muskeln auf
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die gesundheitlichen Auswirkungen einer rein pflanzlichen Ernährung im direkten Vergleich zu einer fleischhaltigen Kost werden in der Ernährungswissenschaft fortlaufend analysiert. Eine viel beachtete Fallstudie lieferte die Untersuchung der eineiigen Zwillinge Hugo und Ross Turner, die von Januar bis März 2020 in Zusammenarbeit mit dem King's College London durchgeführt wurde.
Unter identischen Trainingsbedingungen ernährte sich ein Bruder über einen Zeitraum von zwölf Wochen rein vegan, während der andere eine herkömmliche fleischhaltige Kost beibehielt.
Körperzusammensetzung und Gewicht im zwölfwöchigen Verlauf
Während der zwölfwöchigen Versuchsphase zeigten sich deutliche Unterschiede in der körperlichen Entwicklung beider Brüder. Hugo Turner, der sich rein vegan ernährte, startete mit einem Körpergewicht von 84 Kilogramm und einem Körperfettanteil von 13 Prozent.
Am Ende der zwölf Wochen reduzierte sich sein Gewicht auf 82 Kilogramm, während der Körperfettanteil auf 12 Prozent sank. Zudem ging sein Cholesterinspiegel zurück und er verzeichnete ein höheres Energieniveau, berichtete im gleichen Zeitraum jedoch auch über einen Verlust der Libido.
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Ross Turner, der die fleischhaltige Ernährungsform fortführte, wies zu Beginn des Versuchs ebenfalls einen Körperfettanteil von 13 Prozent auf. Nach Ablauf der zwölf Wochen verzeichnete er einen Aufbau von 4,5 Kilogramm Muskelmasse sowie eine Zunahme von 2 Kilogramm Fettmasse. Sein Endgewicht lag bei 85,7 Kilogramm, während sein Körperfettanteil auf 15 Prozent anstieg. Sein Cholesterinspiegel blieb während der gesamten Versuchsphase konstant.
Analyse des Mikrobioms und metabolische Risikoprofile
Ergänzend zu den physischen Parametern wurden mikrobiologische Untersuchungen vorgenommen. Die Auswertung von Stuhlproben durch das Unternehmen Atlas Biomed ergab bei beiden Zwillingen einen Rückgang der mikrobiellen Diversität im Darm.
Gleichzeitig zeigten sich bei der Auswertung der langfristigen Gesundheitsindikatoren deutliche Unterschiede: Für Hugo Turner ergab die Analyse unter der pflanzlichen Ernährungsweise ein geringeres Risiko für Übergewicht sowie für Typ-2-Diabetes.
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Differenzierte physiologische Effekte der Ernährungsformen
Die Ergebnisse der Turner-Brüder verdeutlichen, dass beide Ernährungsformen unter gleichen Trainingsbedingungen spezifische Vor- und Nachteile mit sich bringen können.
Während die vegane Ernährung im untersuchten Zeitraum zu einer Senkung des Cholesterinspiegels, einem Rückgang des Körperfettanteils und günstigeren metabolischen Risikoindikatoren führte, begünstigte die fleischhaltige Kost vor allem den messbaren Zuwachs an Muskelmasse.
Der bei beiden Teilnehmern nachgewiesene Rückgang der mikrobiellen Vielfalt verdeutlicht zudem, dass isolierte Ernährungsanpassungen komplexe Wechselwirkungen im Darmmikrobiom auslösen können.
