Ernährung und Demenz: Ultraverarbeitete Lebensmittel erhöhen Risiko um 58%
09.06.2026 - 02:39:30 | boerse-global.de
Das zeigt eine neue Studie der Universität Leipzig.
Vergesslichkeit im Alter ist kein Schicksal – dieser 60-Sekunden-Test zeigt, wo Sie wirklich stehen. Viele merken geistige Veränderungen erst, wenn es zu spät ist. Dieser kostenlose Selbsttest gibt Ihnen rechtzeitig Klarheit. Jetzt zum kostenlosen 60-Sekunden-Gehirntest
Forscher analysierten Daten von rund 150.000 Teilnehmenden der NAKO-Gesundheitsstudie. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Juni 2026 in der Fachzeitschrift Alzheimer’s & Dementia.
Mit dem sogenannten LIBRA-Index (Lifestyle for Brain Health) stellten die Wissenschaftler fest: Ein ungünstiges Risikoprofil korreliert bereits bei den 20- bis 39-Jährigen mit einer geringeren kognitiven Leistung.
Risikofaktoren verändern sich im Laufe des Lebens
Die Relevanz einzelner Faktoren verschiebt sich. Bei jüngeren Erwachsenen dominieren Rauchen, Bewegungsmangel und depressive Symptome. Bei älteren Probanden rücken physiologische Faktoren wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Herzerkrankungen in den Vordergrund.
Die Daten belegen zudem eine soziale Komponente: Ein niedriger sozioökonomischer Status geht häufig mit einem ungünstigeren Risikoprofil einher. Frauen in prekären sozialen Lagen sind laut der Untersuchung besonders betroffen.
Internationale Studien unter Beteiligung des Forschungszentrums Jülich untersuchten das sogenannte Exposom. Veröffentlicht Anfang Juni 2026 in Nature Communications und Nature Medicine, analysierten sie Daten der UK Biobank und aus 34 Ländern.
Das Ergebnis: Auch Luftverschmutzung, soziale Ungleichheit und politische Rahmenbedingungen beeinflussen die Gehirnalterung – unabhängig von individuellen Lebensstilentscheidungen.
Ernährung, Flüssigkeit und Bewegung im Alltag
Mehrere Studien befassen sich mit konkreten Verhaltensweisen. Eine Untersuchung der Harvard University im Rahmen der Health and Retirement Study beobachtete über neun Jahre mehr als 5.000 Teilnehmende über 50 Jahre.
Die Ergebnisse: Ein hoher Konsum von ultraverarbeiteten Lebensmitteln kann das Demenzrisiko um 58 Prozent erhöhen. Im Gegensatz dazu korrelierte eine Ernährung mit frischen Lebensmitteln mit einem um 41 Prozent geringeren Risiko.
Ob Ernährung oder Gehirnjogging – es gibt viele Wege, die geistige Fitness bis ins hohe Alter aktiv zu unterstützen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 11 praktische Alltagsübungen, mit denen Sie Demenz gezielt vorbeugen können. Kostenlosen Ratgeber für geistige Fitness herunterladen
Auch die tägliche Trinkmenge spielt eine Rolle. Eine südkoreanische Kohortenstudie begleitete 287 kognitiv unauffällige Erwachsene zwischen 55 und 90 Jahren über zwei Jahre. Personen mit einer täglichen Flüssigkeitsaufnahme von weniger als 1,2 Litern zeigten einen stärkeren Anstieg von Amyloid-Ablagerungen im Gehirn – ein Indikator für Alzheimer.
Positiv hervorgehoben wird moderater Kaffee- und Teekonsum. Eine prospektive Studie mit über 130.000 Teilnehmenden über 43 Jahre assoziierte zwei bis drei Tassen koffeinhaltigen Kaffee oder eine bis zwei Tassen Tee pro Tag mit einem verringerten Demenzrisiko.
Parallel dazu unterstreicht eine Langzeitstudie im British Journal of Sports Medicine den Wert körperlicher Betätigung: Wöchentlich 90 bis 119 Minuten Krafttraining senkten das Risiko, an einer Demenz zu versterben, um 27 Prozent.
Früherkennung: Bluttests und KI im Fokus
In der medizinischen Diagnostik zeichnen sich neue Verfahren ab. Eine Ende Mai 2026 in The Lancet veröffentlichte Studie der University of California, San Francisco (UCSF), untersuchte die CARDIA-Kohorte mit 1.350 Probanden.
Bei sechs Prozent der Teilnehmenden im Alter zwischen 53 und 69 Jahren konnten bereits erhöhte Amyloid- und Tau-Proteine im Blut nachgewiesen werden. Das ging mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit für einen raschen kognitiven Verfall innerhalb der folgenden fünf Jahre einher.
Forscher der University of East Anglia stellten im Juni 2026 in der Fachzeitschrift Gut Microbes einen weiteren Ansatz vor: Ein KI-gestütztes Modell analysierte Metaboliten im Blut, die von Darmbakterien produziert werden. Es konnte kognitive Beeinträchtigungen mit einer Genauigkeit von rund 79 Prozent zuordnen. Ein klinischer Test steht jedoch noch nicht zur Verfügung.
Medikamentöse Perspektiven: GLP-1-Agonisten im Visier
Auf therapeutischer Ebene rückten im Juni 2026 neue Daten zur Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid in den Fokus. Die FLOW-Studie deutet darauf hin, dass das Medikament bei Typ-2-Diabetikern das Demenzrisiko um bis zu 53 Prozent senken könnte.
Weitere Untersuchungen zur neuroprotektiven Wirkung dieser Wirkstoffklasse sind bereits angestoßen.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
