Ernährung, Gehirn

Ernährung schützt Gehirn: Entzündungsarmes Essen senkt Demenzrisiko um 29%

02.07.2026 - 16:11:03 | boerse-global.de

Entzündungsarme Kost senkt Demenzrisiko bei Risikopatienten um bis zu 29 Prozent. Olivenöl und niedriger glykämischer Index schützen das Gehirn.

Demenzrisiko senken: Neue Studien zur entzündungshemmenden Ernährung
Ernährung - Eine Nahaufnahme von Händen, die eine Schale mit gesunden Lebensmitteln halten, mit einem verschwommenen Hintergrund, der Forschung und Gehirngesundheit andeutet. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Entzündungshemmend essen – besonders bei Risikopatienten

Eine Langzeitstudie des Karolinska Institutet zeigt: Wer entzündungshemmend isst, senkt sein Demenzrisiko – aber nur unter bestimmten Bedingungen.

Das Forscherteam um Anja Mrhar begleitete 1.865 Erwachsene über 60 Jahre bis zu 15 Jahre lang. 240 von ihnen erkrankten an Demenz. Die Ergebnisse veröffentlichte das Team am 25. Juni im Fachjournal JAMA Network Open.

Die entscheidende Erkenntnis: Bei Personen mit erhöhten Alzheimer-Biomarkern im Blut reduzierte eine entzündungsarme Ernährung das Risiko deutlich. Beim Protein p-tau217 sank das relative Risiko um 29 Prozent. Bei anderen Markern wie NFL und GFAP lag die Reduktion zwischen 21 und 27 Prozent.

Noch konkreter: Teilnehmer mit hoher Ernährungsqualität blieben trotz pathologischer Anzeichen rund ein Jahr länger demenzfrei. Bei Menschen ohne erhöhte Biomarker zeigte die Ernährung dagegen keinen signifikanten Effekt.

Olivenöl und Kohlenhydrate: Die Qualität macht den Unterschied

Doch nicht nur Entzündungshemmung zählt. Eine Analyse der PREDIMED-Plus-Kohorte mit 656 Erwachsenen mit metabolischem Syndrom untersuchte den Einfluss von Olivenöl auf die Kognition.

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Das Ergebnis: Jede zusätzliche Aufnahme von 10 Gramm nativem Olivenöl pro Tag verbesserte die globale Kognition. Gewöhnliches Olivenöl zeigte dagegen eine negative Wirkung. Die Darmflora spielt dabei eine Schlüsselrolle – die Bakteriengattung Adlercreutzia vermittelt rund 20 Prozent des Effekts.

Eine weitere Studie im International Journal of Epidemiology mit über 200.000 Teilnehmern untersuchte den glykämischen Index (GI). Leiterin Mònica Bulló fand: Ein hoher GI erhöht das Demenzrisiko um 14 Prozent. Ein niedriger bis moderater GI senkt das Alzheimer-Risiko dagegen um 16 Prozent. Der Beobachtungszeitraum: mehr als 13 Jahre.

Drei einfache Regeln für den Alltag

Was bedeuten diese Erkenntnisse für die Praxis? Der Neurologe Dr. Zheng Chun-yu empfiehlt eine dreistufige Strategie:

Erstens: Die Reihenfolge der Mahlzeiten zählt. Wer zuerst Gemüse isst, hält den Blutzuckerspiegel stabil.

Zweitens: Beim Hauptgang auf hochwertige Proteine und gesunde Öle setzen.

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Drittens: Raffinierte Kohlenhydrate, industriellen Zucker und gesüßte Getränke deutlich reduzieren.

Das Ziel: den Entzündungsstatus im Körper niedrig halten. Besonders wichtig ist das für Menschen mit genetischer oder biomathematischer Vorbelastung. Die Studienlage ist klar – die richtige Ernährung kann das Demenzrisiko messbar senken.

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