Ernährung: Low Carb oder Low Fat – Harvard-Studie kippt Dogmen
07.06.2026 - 21:09:09 | boerse-global.de
Der Trend in der Ernährungsmedizin ist klar: Weg von Verboten, hin zu einer pflanzenbetonten Lebensweise mit hochwertigen Lebensmitteln. Entscheidend für die Gesundheit ist nicht die Kalorienmenge oder die Verteilung von Fetten und Kohlenhydraten, sondern die Herkunft der Lebensmittel.
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Low Carb oder Low Fat? Die Studie zeigt: egal
Eine Harvard-Langzeitstudie mit fast 200.000 Teilnehmern liefert klare Ergebnisse: Die Wahl zwischen Low Carb oder Low Fat spielt für die Herzgesundheit kaum eine Rolle. Entscheidend ist die Qualität der Nahrung. Wer viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und gesunde Fette isst, senkt sein Risiko für koronare Herzkrankheiten signifikant – unabhängig von der Diätform. Die Studie lief über 30 Jahre und wurde im Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht.
Die National Institutes of Health (NIH) bestätigen diesen Trend. Probanden, die stark verarbeitete Lebensmittel aßen, nahmen täglich durchschnittlich 500 Kilokalorien mehr zu sich als bei frischen Zutaten. Zum Vergleich: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Männern zwischen 25 und 50 Jahren 2.300 bis 3.000 Kilokalorien pro Tag, Frauen in derselben Altersgruppe 1.800 bis 2.400.
Ballaststoffe: Die unterschätzte Waffe
Die DGE rät zu mindestens 30 Gramm Ballaststoffen täglich. Das senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten. Doch die Realität sieht anders aus: Frauen erreichen im Schnitt nur 18 Gramm, Männer 19 Gramm pro Tag.
Der Trend zum sogenannten „Fibermaxxing“ greift dieses Defizit auf. Experten raten allerdings zur schrittweisen Steigerung, sonst drohen Verdauungsbeschwerden. Ernährungsfachleute empfehlen zudem eine hohe Vielfalt: etwa 20 verschiedene Obst- und Gemüsesorten pro Woche. Die mediterrane Ernährung mit Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl und Fisch gilt dabei als besonders förderlich.
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Kaffee und Schokolade: Genuss mit gutem Gewissen
Auch Genussmittel haben ihren Platz in der modernen Ernährung. Zwei bis vier Tassen Kaffee täglich können das Herz-Kreislauf-System unterstützen und die Lebergesundheit sowie den Glukosestoffwechsel positiv beeinflussen. Bei Schokolade gilt: mindestens 70 Prozent Kakaoanteil.
Ein kritischer Punkt bleibt das Salz. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt maximal 5 Gramm pro Tag – doch der reale Konsum liegt in vielen Regionen deutlich höher. Beim Einkauf gilt die Faustregel: Produkte mit weniger als 120 Milligramm Natrium pro Portion wählen.
Neue Medikamente und clevere Bewegungsmuster
Parallel zur Ernährung entwickeln sich medikamentöse Ansätze weiter. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) befürwortete die Zulassung von Semaglutid in Tablettenform. In einer Studie über 64 Wochen mit über 300 Probanden führte die tägliche Einnahme zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von über 13 Prozent. Die EU-Kommission entscheidet bis Ende Juli 2026 über die Zulassung.
Und wer wenig Zeit hat, kann aufatmen: Eine Untersuchung der Universität Hongkong zeigt, dass eine einzige wöchentliche Einheit von 75 Minuten Intervalltraining – etwa zügige Spaziergänge – den Körperfettanteil ähnlich effektiv reduziert wie drei Einheiten pro Woche. Perfekt für alle mit vollem Terminkalender.
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