Ernährung, Entzündungen

Ernährung gegen Entzündungen: Mittelmeer-Diät senkt Demenzrisiko um 29%

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt, wie gezielte Diäten Entzündungen hemmen und das Demenzrisiko senken. Mediterrane Kost und Darmbakterien stehen im Fokus.

Ernährung als Schlüssel: Neue Studien zu Entzündungen und Immunsystem
Gesunde mediterrane Ernährung mit grünem Blattgemüse, Nüssen und Lachs auf einem Holztisch als Symbol für Ernährungstherapie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Wissenschaft entschlüsselt immer besser, wie die richtige Ernährung Entzündungen im Körper beeinflusst. Aktuelle Studien zeigen: Gezielte Diäten können nicht nur Symptome lindern, sondern tiefgreifend in die Immunregulation eingreifen.

Der Darm als Schaltzentrale

Das Darmmikrobiom rückt bei Autoimmunerkrankungen wie Lupus und Multipler Sklerose (MS) in den Fokus. Forscher der Universität Bonn fanden heraus: Bestimmte regulatorische B-Zellen wandern aus dem Darm ins zentrale Nervensystem und dämpfen dort Entzündungen. Dabei spielt das Bakterium Akkermansia massiliensis in Verbindung mit dem FcRL3-Gen eine schützende Rolle.

Doch nicht alle Darmbakterien sind Helfer. Ruminococcus gnavus kann über den TLR2-Rezeptor eine Lupus-Nephritis auslösen. Überraschend: Antikörper gegen bestimmte Bakterienproteine und das Epstein-Barr-Virus (EBV) lassen sich bereits bis zu zehn Jahre vor der Diagnose einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) im Blut nachweisen.

Mediterrane Kost als Goldstandard

Bei rheumatoider Arthritis (RA) bleibt die mediterrane Ernährung erste Wahl. Grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Nüsse und natives Olivenöl extra – die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren senken nachweislich Entzündungsparameter. Hochverarbeitete Lebensmittel, rotes Fleisch und Zucker verschlechtern dagegen die Symptome.

Die 2026 veröffentlichte FIBROVEG-Studie untersuchte die vegane mediterrane Diät bei Frauen mit Fibromyalgie. Über sechs Wochen senkte diese das LDL-Cholesterin um 21,2 mg/dl und die Triglyzeride um 27,4 mg/dl. Auch die Schmerzintensität verbesserte sich. Fachleute warnen jedoch: Bei rein pflanzlicher Ernährung ist Vitamin B12 essenziell, und die höheren Kosten erschweren die Umsetzung.

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Molekulare Bremsen gegen Hyperinflammation

Eine Untersuchung aus Saarbrücken und Münster zeigt: Autoantikörper können den Entzündungshemmstoff IL-1Ra neutralisieren. Dieser Prozess – gefördert durch die Pim1-Kinase – tritt sowohl bei schweren COVID-19-Verläufen als auch bei axialer Spondyloarthritis auf. Als möglicher Hemmstoff wird Nilotinib diskutiert.

Ein weiterer Ansatz: die gezielte Freisetzung von Vitamin B3 (Nicotinamid) im unteren Verdauungstrakt. Das Verfahren CICR-NAM wird derzeit in Phase-II/III-Studien bei Colitis ulcerosa geprüft. Erste Ergebnisse aus 2025 deuten darauf hin, dass es Mikrobiom-Stoffwechselstörungen verhindert und die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert. Im Juni 2026 erhielt die Entwicklung einen Innovations-Transfer-Preis.

Schutz für Gehirn und Zellen

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Antientzündliche Ernährung wirkt weit über die Gelenke hinaus. Die MitoImmune-Studie aus 2025 belegte: Urolithin A – ein Stoffwechselprodukt aus Granatäpfeln und Walnüssen – aktiviert die Mitophagie. Bei 45- bis 70-Jährigen führten 1.000 mg täglich über 28 Tage zur Reaktivierung von T-Stammzellen und besserer mitochondrialer Effizienz.

Eine Langzeitstudie des Karolinska Institutet (Juni 2026, JAMA Network Open) unterstreicht den präventiven Nutzen. Über acht Jahre senkte antientzündliche Kost das Demenzrisiko um 29 Prozent – messbar an Biomarkern wie p-tau217 und NFL. Ernährungsmediziner empfehlen zur Entzündungsprophylaxe und gegen vorzeitige Hautalterung (Inflammaging) den Verzicht auf Lebensmittel mit hohem glykämischen Index und tierische Fette. Stattdessen: sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamin A.

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