Ernährung, B12-Mangel

Ernährung: B12-Mangel erhöht Demenzrisiko um 40 Prozent

15.06.2026 - 03:50:10 | boerse-global.de

Studien belegen: Kalorienreduktion und pflanzenbasierte Kost können das Leben verlängern und das Demenzrisiko senken.

Ernährungstrends: Wie richtiges Essen Lebenserwartung und Gehirn schützt
Ernährung - Eine Nahaufnahme einer Vielzahl von frischem Gemüse, Obst, Nüssen und Vollkornprodukten auf einem Holztisch, die gesunde Ernährung symbolisieren. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigen aktuelle Studien und Expertenempfehlungen.

Weniger essen, länger leben

Der Krebsforscher Silvio Garattini vom Mailänder Mario-Negri-Institut empfiehlt moderate Portionsgrößen. Seine 80-Prozent-Regel: Mahlzeiten beenden, bevor das Sättigungsgefühl einsetzt. Studien zufolge könne eine Reduktion der Nahrungsaufnahme um 30 Prozent die Lebensdauer um 20 Prozent verlängern.

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Neben der Menge zählt die Qualität. Eine pflanzenbetonte Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und Obst bilde die Basis für gesundes Altern. Fleisch sollte nur sparsam auf dem Teller landen. Ergänzt wird das Ganze durch regelmäßige Bewegung – Garattini rät zu täglich fünf Kilometern zügigem Fußweg, das entspricht 150 bis 300 Minuten pro Woche.

Vitaminmangel gefährdet das Gehirn

Besonders im Alter wird die Versorgung mit Mikronährstoffen kritisch. Eine im Juni 2026 im Fachjournal Nutrients veröffentlichte Studie analysierte rund 1.000 Blutproben. Ergebnis: Jeder vierte Senior leidet an einem Vitamin-B12-Mangel. Frühere Daten des ICMR-NIN deuten darauf hin, dass ein kombinierter Mangel an B2, B6, B12 und D das Demenzrisiko um bis zu 40 Prozent erhöhen kann.

Prof. Dr. Mona Tawab betonte auf dem Pharmacon-Kongress im Juni 2026: Für eine zuverlässige Diagnostik braucht es funktionelle Marker wie Methylmalonsäure und Homocystein. Die Problematik wird durch soziale Faktoren verschärft – die Armutsquote bei Über-65-Jährigen liegt bei 19,5 Prozent.

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Gemeinschaftliche Verpflegungsangebote gewinnen daher an Bedeutung. In Karlsruhe startete im Frühsommer 2026 ein Modellprojekt mit „sozialen Rezepten“ für warme Mittagessen. Auch der vegetarische Mittagstisch im Dresdner Haus der Brücke, der seit April 2026 besteht, fördert soziale Teilhabe und gesunde Ernährung im Alter.

Zu viel Protein schadet Nieren und Leber

Während Senioren oft mit Mangelerscheinungen kämpfen, beobachten Fachleute bei jüngeren Männern einen gegenteiligen Trend: übermäßige Proteinzufuhr. Piero Lercher, Sportarzt an der MedUni Wien, warnt vor den Folgen für Nieren und Leber. Zudem verteuerten künstliche Zusätze die Produkte unnötig.

Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) empfiehlt 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Für intensiv trainierende Sportler mit mehr als fünf Stunden Training pro Woche gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Richtwerte von bis zu 2 Gramm pro Kilogramm an. Sarah Grundnig, Leiterin einer Fachklinik für Essstörungen, sieht in der extremen Fixierung auf Muskelaufbau und Proteinprodukte zudem das Risiko für gestörte Essmuster.

Fertiggerichte meiden – frisch kochen

Ernährungsmediziner wie Dr. Matthias Riedl warnen vor den Langzeitfolgen von Fertigprodukten. Ein hoher Konsum stehe im Verdacht, das Risiko für Krebs und Depressionen zu erhöhen. Seine Gegenstrategie: das Baukastenprinzip. Frische Basiszutaten wie Gemüse werden mit hochwertigen Proteinquellen kombiniert.

Experten raten zur Vorratshaltung von Hülsenfrüchten und Nüssen sowie zum Vorkochen von Beilagen. Einfache Rezepte mit einer Zubereitungszeit von unter 30 Minuten – wie ein Tex-Mex-Omelett mit Kidneybohnen oder gebackener Feta mit Paprika – können den Griff zur Tiefkühlware ersetzen.

Bildung und Einblicke in die Produktion

Die Bedeutung der Ernährungsforschung zeigt sich auch akademisch. Für Mitte Juni 2026 hat die Bern University of Applied Sciences ein Informations-Event zu ihrem Masterstudiengang Food, Nutrition and Health angekündigt.

Praktische Einblicke in die nachhaltige Lebensmittelproduktion bietet ein Besuch bei der Bio-Antipasti-Manufaktur Il Cesto in Karlsruhe-Durlach am 20. Juni 2026. Gründer Michael Kammerer informiert über die Herstellung biologischer Feinkost. Solche Veranstaltungen schärfen das Bewusstsein für Herkunft und Verarbeitung von Lebensmitteln – als Teil einer bewussten Ernährungsweise.

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