Ernährung: 30 Pflanzen senken Rheuma-Klinikaufenthalte um 31%
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 10:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die medizinische Forschung belegt immer detaillierter, wie eng Ernährung mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen verknüpft ist. Aktuelle Untersuchungen der Tufts University zeigen: Eine personalisierte Ernährung auf Basis von 30 verschiedenen Pflanzen senkt das Risiko für Klinikaufenthalte bei Rheuma und Morbus Crohn um 31 Prozent. Auch Notaufnahmebesuche gingen in den beobachteten Gruppen um etwa 20 Prozent zurück.
Scheinfasten lindert Symptome bei Morbus Crohn
Die positiven Effekte pflanzenbasierter Ernährung hängen direkt mit der Vielfalt der aufgenommenen Lebensmittel und der Stabilität des Immunsystems im Darm zusammen. Doch nicht nur die tägliche Kost zählt. Berichte von Stanford Medicine belegen die Wirksamkeit strukturierter Fastenintervalle. Ein monatliches, fünftägiges Scheinfasten führte bei zwei Dritteln der Morbus-Crohn-Patienten zu spürbarer Symptomlinderung. Die Forscher wiesen zudem eine Senkung der Entzündungsmarker im Stuhl nach.
Ein 24-stündiger Fastenzyklus fördert die Vermehrung des Bakteriums Akkermansia muciniphila. Dieser Keim ist entscheidend für die Integrität der Darmschleimhaut.
Vier-Gen-Signatur erkennt Krankheiten mit 96 Prozent Genauigkeit
Auch in der Diagnostik tut sich etwas. Eine neu identifizierte Vier-Gen-Signatur soll Krankheitsprozesse im Darm mit über 96 Prozent Genauigkeit erkennen. Parallel dazu testen Forscher neue Wege zur Modulation des Mikrobioms. Präklinische Daten zeigen: Die Phagentherapie HER259 deaktiviert bestimmte AIEC-Bakterien und reduzierte in Mausmodellen Entzündungen.
Für Colitis-ulcerosa-Patienten wurden hohe Remissionsraten unter Obefazimod beobachtet. Eine Phase-2-Studie für Morbus Crohn wird für Mitte 2027 erwartet.
Joghurt-Konsumenten seltener von Darmkrebs betroffen
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Eine US-Studie mit über 9.000 Erwachsenen liefert Hinweise: Konsumenten von Joghurt sowie Prä- und Probiotika weisen seltener eine Vorgeschichte von Darmkrebs auf. Die Autoren der im Juli veröffentlichten Untersuchung betonen jedoch, dass auch allgemeine Lebensstilunterschiede eine Rolle spielen könnten.
Neue Wege in der Arthrose-Forschung
Auch die Arthrose-Forschung verfolgt innovative Ansätze jenseits reiner Schmerzlinderung. Der Wirkstoff Sprifermin bewirkte bei 550 Probanden eine Verdickung des Knieknorpels – der Effekt auf das Schmerzempfinden blieb jedoch gering. Für Lorecivivint liegt ein Zulassungsgesuch bei der FDA vor. Das Medikament hemmt knorpelabbauende Enzyme.
Wissenschaftler der Mayo Clinic untersuchen eine Gentherapie gegen den Entzündungsbotenstoff Interleukin-1 (IL-1) in der Gelenkinnenhaut. Die Sicherheit wurde bereits bestätigt. An der Stanford University konnte ein Enzymhemmer in Tierversuchen Knorpel regenerieren. Weitere regenerative Ansätze – darunter 3D-gedruckte biologische Knieprothesen – werden durch die Forschungsbehörde ARPA-H an US-Universitäten gefördert.
Stress macht den Darm durchlässig
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Die Bedeutung der Darmgesundheit reicht weit über Verdauungsbeschwerden hinaus. Rund 95 Prozent des körpereigenen Serotonins werden im Darm produziert, 70 Prozent der Immunzellen sitzen in der Darmschleimhaut. Stress aktiviert die HPA-Achse und schüttet Cortisol aus – bereits nach ein bis zwei Wochen erhöht sich die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt: die Verbindung zwischen Nieren- und Herzschäden. Eine im Juli in Cardiovascular Research veröffentlichte Studie zeigt: Oxalsäure reichert sich bei eingeschränkter Nierenfunktion an. Über den Botenstoff IL-17A fördert sie systemische Entzündungen, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen steigern. Eine therapeutische Blockade dieses Signalwegs verbesserte in Modellen die Nierenfunktion und reduzierte Gewebeveränderungen.
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