Ergotherapie, Programm

Ergotherapie: Programm „Ich schaffs

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ergotherapeutische Ansätze fördern Selbstwirksamkeit und Eigenständigkeit von Kindern. Das 15-Schritte-Programm bindet Eltern gezielt ein.

Ergotherapie stärkt kindliches Selbstvertrauen mit „Ich schaffs“
Ein heller, minimalistischer Kletterparcours aus Holz in einem lichtdurchfluteten Therapieraum ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Die Förderung der kindlichen Entwicklung steht im Fokus ergotherapeutischer Interventionen, insbesondere mit Blick auf den Weltkindertag am 20. September 2026. In diesem Kontext rücken Strategien zur Stärkung des Selbstvertrauens und der Selbstwirksamkeit in den Mittelpunkt der fachlichen Betrachtung.

Heike Musa, Ergotherapeutin beim Deutschen Verband Ergotherapie (DVE), unterstreicht die Relevanz dieser Kompetenzen für eine erfolgreiche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die persönliche Leistungsfähigkeit von Heranwachsenden.

Stärkung von Selbstvertrauen und Handlungsfähigkeit

Die ergotherapeutische Praxis verfolgt das Ziel, Kindern die Erfahrung zu vermitteln, Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Laut Heike Musa spielt die Ergotherapie eine entscheidende Rolle dabei, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten systematisch aufzubauen. Dies sei die Grundlage dafür, dass Kinder eine ausgeprägte Selbstwirksamkeitserwartung entwickeln – also die Überzeugung, auch schwierige Aufgaben durch gezieltes Handeln erfolgreich meistern zu können.

In der professionellen Begleitung geht es primär darum, Kindern Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie ihren Alltag eigenständig strukturieren und Hindernisse überwinden können. Dabei wird die Förderung nicht isoliert betrachtet, sondern als ein Prozess verstanden, der die psychische Widerstandsfähigkeit und die Identitätsbildung nachhaltig unterstützt.

Die Methode „Ich schaffs“ als zentrales Instrument

Ein wesentlicher methodischer Ansatz in der ergotherapeutischen Arbeit mit Kindern ist das Programm „Ich schaffs“, das auf den finnischen Psychiater Ben Furman zurückgeht. Wie Heike Musa erläutert, basiert dieses Konzept auf einem strukturierten Prozess, der aus insgesamt 15 Schritten besteht.

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Der Kern dieser Methode liegt in der Umdeutung von Defiziten: Probleme werden dabei nicht als feststehende Hindernisse betrachtet, sondern systematisch in erlernbare Fähigkeiten transformiert.

Dieser lösungsorientierte Ansatz ermöglicht es Kindern, sich auf das Erlernen neuer Kompetenzen zu konzentrieren, statt sich mit dem Scheitern an bestehenden Problemen auseinanderzusetzen.

In den 15 Schritten des Programms werden Ziele definiert, Unterstützer gesucht und Erfolge gefeiert, was den Lernprozess positiv besetzt und die Motivation steigert. Ergotherapeuten nutzen dieses Instrumentarium, um gemeinsam mit den Betroffenen greifbare Fortschritte im Verhalten und in der Bewältigung spezifischer Entwicklungsaufgaben zu erzielen.

Systemische Einbindung des sozialen Umfelds

Ein charakteristisches Merkmal moderner Ergotherapie ist die Einbeziehung des gesamten sozialen Gefüges. Heike Musa betont, dass Therapeuten nicht ausschließlich mit dem Kind arbeiten, sondern das direkte Umfeld sowie die Eltern aktiv in den therapeutischen Prozess integrieren. Diese systemische Perspektive ist essenziell, um die im Therapiesetting erarbeiteten Fortschritte in den Alltag zu überführen.

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Durch die enge Zusammenarbeit mit den Bezugspersonen wird sichergestellt, dass die Stärkung der Selbstwirksamkeit auch außerhalb der Praxisräume fortgesetzt wird.

Eltern erhalten dabei Anleitung, wie sie ihr Kind in seinem Bestreben nach Autonomie unterstützen können, ohne es zu überfordern. Das übergeordnete Ziel dieser kooperativen Strategie ist es, Kinder für eine selbstbestimmte Zukunft zu rüsten und ihnen die notwendige Sicherheit für ihren weiteren Lebensweg zu vermitteln. Die Ergotherapie fungiert hierbei als Bindeglied zwischen individueller Kompetenzentwicklung und der Unterstützung durch das soziale Umfeld.

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