Erdnüsse im Alter: 16 Wochen verbessern die Insulinantwort im Gehirn
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 14:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin regelmäßiger Verzehr von Erdnüssen kann die Insulinantwort des Gehirns in spezifischen Arealen beeinflussen. Dies geht aus einer randomisierten, kontrollierten Crossover-Studie des Forschungsinstituts NUTRIM an der Universität Maastricht hervor, die in der Fachzeitschrift Food & Function erschienen ist.
Die Untersuchung widmete sich den physiologischen Effekten bei älteren Personen und analysierte neuronale Veränderungen mittels Magnetresonanztomographie.
Messbare Veränderungen in Gedächtnisregionen
An der Untersuchung nahmen 31 gesunde Erwachsene im Alter von 60 bis 75 Jahren teil. Die Probanden konsumierten über einen Zeitraum von 16 Wochen täglich rund 60 Gramm geröstete, ungesalzene Erdnüsse mit Haut. Die anschließenden MRT-Messungen ergaben eine verbesserte Insulinantwort des Gehirns in relevanten Gedächtnisregionen, zu denen unter anderem der für die Gedächtnisbildung zuständige Hippocampus zählt.
Das Forscherteam um den leitenden Wissenschaftler Dr. Peter Joris stellte fest, dass diese verbesserte Insulinantwort insbesondere in Arealen der rechten Hemisphäre des Gehirns auftrat. Die Insulinreagibilität im zentralen Nervensystem gilt in der metabolischen und neurologischen Forschung als bedeutender Faktor für neuronale Funktionen.
Wer sich für den Erhalt seiner geistigen Leistungsfähigkeit interessiert, kann neben der richtigen Ernährung auch durch gezielte Übungen viel für seine mentale Fitness tun. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihr Gedächtnis mit einfachen Alltagstipps nachhaltig stärken. 11 praktische Gehirn-Jogging-Übungen kostenlos entdecken
Anschlussergebnisse an frühere Messungen
Die Publikation baut auf Vorarbeiten derselben Forschungsgruppe auf. Eine frühere Studie aus dem Jahr 2025, die im Fachjournal Clinical Nutrition mit derselben Teilnehmergruppe veröffentlicht wurde, hatte nach einer 16-wöchigen Intervention bereits andere neurologische Parameter erfasst.
Damals ermittelten die Wissenschaftler der Universität Maastricht einen Anstieg des zerebralen Blutflusses um 3,6 Prozent sowie eine Steigerung der verbalen Gedächtnisleistung um 5,8 Prozent.
Finanziert wurde die aktuelle Untersuchung von der Organisation The Peanut Institute Foundation aus dem US-Bundesstaat Georgia. Den Angaben zufolge hatte der Geldgeber keinen Einfluss auf das Design der Studie oder auf die statistische Analyse der Daten.
Neben der Stärkung der kognitiven Fähigkeiten durch Training spielt die Prävention eine entscheidende Rolle für die Gesundheit im Alter. Dieser kostenlose Experten-Report zeigt auf, welche Methoden zur Förderung der mentalen Fitness wirklich effektiv sind und worauf Sie im Alltag achten sollten. Hier die 7 Geheimnisse mentaler Fitness gratis sichern
Einordnung und wissenschaftliche Grenzen
Trotz der gemessenen Effekte auf Gefäße und Insulinsensitivität im Gehirn mahnen die Forscher zu einer vorsichtigen Interpretation der Ergebnisse. Ein Nachweis für eine Prävention der Alzheimer-Krankheit liege durch die Studie nicht vor.
Ebenso leiten die Wissenschaftler aus den Resultaten keine allgemeine Ernährungsempfehlung für die tägliche Zufuhr von 60 Gramm Erdnüssen ab. Zudem weisen sie ausdrücklich darauf hin, dass Personen mit einer Erdnussallergie derartige Produkte strikt meiden müssen. Die Ergebnisse liefern vor allem Anhaltspunkte für die Grundlagenforschung zu ernährungsbedingten Einflüssen auf zerebrale Stoffwechselprozesse bei gesunden älteren Menschen.
