Erdnüsse, Wochen

Erdnüsse im Alter: 16 Wochen verändern die Reaktion des Gehirns auf Insulin

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 14:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 31 älteren Erwachsenen reagierten nach 16 Wochen Erdnussverzehr bestimmte Hirnregionen stärker auf Insulin; ein Demenzschutz ist nicht belegt.
Nahaufnahme von naturbelassenen Erdnüssen in der Schale auf einer hellen Holzoberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Zusammenhänge zwischen Ernährungsgewohnheiten und der Funktion des menschlichen Gehirns stehen verstärkt im Fokus der medizinischen Forschung. Ein Team des Universitätsklinikums Maastricht hat in der Fachzeitschrift Food & Function eine Untersuchung vorgelegt, die den Einfluss von Erdnüssen auf neuronale Stoffwechselprozesse bei älteren Menschen beleuchtet. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie sich der regelmäßige Konsum auf die Reaktion bestimmter Hirnareale auf Insulin auswirkt.

Bessere Insulinreaktion in zentralen Hirnarealen

Für die Untersuchung begleiteten die Maaster Wissenschaftler 31 gesunde Personen im Alter von 60 bis 75 Jahren über einen Zeitraum von 16 Wochen. Die Teilnehmenden nahmen täglich 60 Gramm geröstete Erdnüsse mit Schale und ohne Salz zu sich. Zur Messung der Effekte nutzten die Forscher eine intranasale Insulin-Gabe in Kombination mit funktionellen Magnetresonanztomografien mittels arteriellem Spin-Labeling.

Die Ergebnisse zeigten, dass bestimmte Regionen der rechten Gehirnhälfte nach dem Interventionszeitraum empfindlicher auf das zugeführte Insulin reagierten. Zu den betroffenen Arealen zählten unter anderem der Hippocampus, der parahippocampale Gyrus, der linguale Gyrus sowie der posteriore cinguläre Gyrus.

Die Untersuchung baut auf einer früheren Studie derselben Arbeitsgruppe auf, die 2025 in Clinical Nutrition veröffentlicht wurde. Damals beobachteten die Maaster Forscher nach 16 Wochen einen Anstieg des gesamten Blutflusses zum Gehirn um 3,6 Prozent sowie eine Verbesserung der verbalen Gedächtnisleistung um 5,8 Prozent.

Gleichzeitig betont das Team, dass die aktuellen Resultate keinen Nachweis dafür liefern, dass Erdnüsse einen kognitiven Abbau verhindern oder eine Demenz stoppen können. Die Autoren verweisen auf die Notwendigkeit größerer und länger angelegter Studien.

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Nüsse und kognitive Risikofaktoren im Fokus

Die Maaster Studie reiht sich in eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Arbeiten zu Ernährungsfaktoren und Neurodegeneration ein. Eine randomisierte 12-Wochen-Studie ergab beispielsweise, dass eine tägliche Handvoll Erdnüsse das Kurzzeitgedächtnis und die verbale Flüssigkeit bei übergewichtigen, gesunden Erwachsenen mittleren Alters verbesserte.

Umfangreichere Daten lieferte eine epidemiologische Auswertung von Forschern der spanischen Universität Castilla-La Mancha in GeroScience, die über 50.000 Teilnehmende der UK Biobank über durchschnittlich sieben Jahre nachbeobachtete.

Bei einer Demenzrate von 2,8 Prozent wiesen Personen über 60 Jahren, die täglich bis zu 30 Gramm Nüsse aßen, ein um 16 Prozent geringeres Demenzrisiko auf als jene, die keine Nüsse verzehrten. Bei ungesalzenen Nüssen lag der Wert bei 17 Prozent.

Die Zubereitungsform – ob geröstet, trocken, mit oder ohne Schale – spielte dabei keine Rolle. Allerdings zeigte sich dieser Zusammenhang ausschließlich bei Nicht-Adipösen, Nichtrauchern, Personen mit normalem Schlaf und ohne täglichen Alkoholkonsum; bei Männern über alle Altersgruppen hinweg war keine signifikante Assoziation messbar.

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Bedeutung für die Demenzprävention

Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, wovon etwa 1,2 Millionen an Alzheimer erkrankt sind. Bis zum Jahr 2050 wird ein Anstieg auf 2,3 bis 2,7 Millionen Betroffene in der Altersgruppe über 65 Jahre prognostiziert.

Gleichzeitig verweist die Lancet-Kommission darauf, dass sich 45 Prozent der Demenzfälle durch die gezielte Beeinflussung von 14 Risikofaktoren potenziell vermeiden ließen. Neben Faktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Alkohol, Rauchen und Depressionen zählt hierzu auch Diabetes.

Die genaue Erforschung der Insulinwirkung im Gehirn, wie sie in Maastricht untersucht wurde, berührt damit einen zentralen Mechanismus bei der Suche nach präventiven Ansätzen.

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