Erdnüsse, Gehirn

Erdnüsse fürs Gehirn: 60 Gramm täglich veränderten die Insulinreaktion

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 05:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Pflanzenkost und Nüsse stehen mit günstigen Hirnwerten in Verbindung; stark verarbeitete Lebensmittel und Zucker zeigen mögliche Nachteile.
Frische Süßkartoffeln, Rote Bete, Ingwer und Grünkohl auf einem Holztisch, die eine gesunde Ernährung zur kognitiven Unterstützung symbolisieren. Illustration mit AI erstellt.

Die Zusammensetzung der täglichen Nahrung beeinflusst die kognitiven Fähigkeiten und kann dem altersbedingten Nachlassen des Gedächtnisses entgegenwirken. Zahlreiche Untersuchungen widmen sich der Frage, welche Rolle bestimmte Lebensmittel wie Süßkartoffeln oder Ingwer spielen und welche Nährstoffe das Gehirn vor degenerativem Abbau schützen können.

Mikronährstoffe und pflanzliche Wirkstoffe im Blick

Verschiedene pflanzliche Produkte liefern essenzielle Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die für neurologische Prozesse relevant sind. Laut Daten der USDA FoodData Central deckt bereits eine mittelgroße gebackene Süßkartoffel den gesamten Tagesbedarf an Vitamin A und liefert zwischen 20 und 30 Prozent des täglichen Bedarfs an Vitamin C. Eine Tasse gekochte Rote Bete steuert zudem 30 bis 35 Prozent des Folatbedarfs bei.

Für eine verbesserte Durchblutung bestimmter Hirnregionen kann nach einer Untersuchung der Wake Forest University aus dem Jahr 2011 eine nitratreiche Ernährung sorgen.

Auch Gewürze und Knollen stehen im Fokus der Forschung. Ingwer wurde vom Studienkreis der Universität Würzburg und nach Bewertung eines Ausschusses der Europäischen Arzneimittel-Agentur zur Arzneipflanze des Jahres 2026 ernannt.

Eine Forschungsarbeit der thailändischen Universität Khon Kaen aus dem Jahr 2012 zeigte bei Frauen mittleren Alters nach zweimonatiger Einnahme von Ingwer verbesserte Ergebnisse bei Aufmerksamkeits- und Gedächtnistests.

Eine tägliche Portion grünes Blattgemüse wie Spinat oder Grünkohl verlangsamte zudem in einer Langzeitstudie der Rush University Chicago aus dem Jahr 2018 den geistigen Abbau deutlich; in der Untersuchung mit knapp 1.000 älteren Personen wirkte das Gehirn im Schnitt rund elf Jahre jünger.

Positive Effekte auf das visuelle Gedächtnis sowie die Durchblutung wies zudem die University of East Anglia im Jahr 2022 nach, nachdem Probanden zwölf Wochen lang Cranberrypulver konsumiert hatten.

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Fette, Nüsse und gezielte Ernährungsmuster

Als sogenanntes „Brainfood“ gelten Nahrungsmittel, die kognitive Funktionen durch spezifische Nährstoffprofile unterstützen. Neben Beerenfrüchten und fettreichen Fischen wie Lachs und Makrele, die Omega-3-Fettsäuren liefern, werden häufig Nüsse empfohlen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einer kleinen Handvoll Nüsse pro Tag. Eine im Fachjournal BMC Geriatrics publizierte Untersuchung ergab die besten kognitiven Testwerte bei älteren Erwachsenen bei einem täglichen Nusskonsum von 15,1 bis 30,0 Gramm.

Im Oktober 2026 berichteten Forschende der Universität Maastricht im Journal Food & Function, dass der tägliche Verzehr von 60 Gramm gerösteten Erdnüssen über 16 Wochen hinweg die Hirnreaktion auf Insulin in Gedächtnisregionen wie dem Hippocampus veränderte.

Langzeitbeobachtungen stützen den Nutzen strukturierter Ernährungsmuster. Eine Untersuchung an 1.647 Personen über durchschnittlich zwölf Jahre zeigte, dass eine hohe Übereinstimmung mit der sogenannten MIND-Ernährung – einer Kombination aus mediterraner Kost und DASH-Diät – mit einem um etwa 20 Prozent verlangsamten Verlust grauer Substanz einherging.

Risiken durch Zucker und hochverarbeitete Lebensmittel

Demgegenüber deuten wissenschaftliche Analysen auf Risiken durch stark verarbeitete Produkte hin. Eine kontrollierte Crossover-Studie aus dem Jahr 2026 im Fachjournal Nature Metabolism zeigte, dass Mahlzeiten aus ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln im Vergleich zu unverarbeiteten Mahlzeiten mit gleichem Kalorien- und Nährstoffgehalt zu einem über drei Stunden signifikant erhöhten Insulinspiegel führten.

Daniela Berg, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, merkte dazu an, dass dies zwar keinen kausalen Nachweis für Erkrankungen wie Demenz livre, aber die physiologische Relevanz des Verarbeitungsgrades verdeutliche.

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Eine im Fachjournal JAMA Network Open erschienene Auswertung der McMaster-Universität an fast 9.000 Personen zeigte zudem, dass Probanden mit dem höchsten Konsum hochverarbeiteter Nahrungsmittel eine um 40 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für subklinische Hirnschädigungen aufwiesen als Personen mit dem niedrigsten Verzehr.

Auch ein hoher Zuckerkonsum in frühen Entwicklungsphasen wirkt sich langfristig ungünstig aus: Eine im Fachblatt Neurology veröffentlichte britische Kohortenstudie stellte fest, dass eine zuckerarme Ernährung in den ersten Lebensjahren mit einem um über 20 Prozent verringerten späteren Demenzrisiko verknüpft war.

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