Erdnüsse, Forschende

Erdnüsse: Forschende finden Blutfettmuster mit Bezug zu Diabetesrisiko

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 08:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein erdnussbedingtes Fettsäureprofil stand mit geringerem Typ-2-Diabetes-Risiko in Verbindung; der Zusammenhang war weitgehend BMI-bedingt.

Erdnüsse: Forschende finden Blutfettmuster mit Bezug zu Diabetesrisiko
Nahaufnahme von Erdnussschalen auf einem hölzernen Untergrund bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Forschende des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und der Universität Barcelona haben erstmals ein spezifisches Blutfettmuster identifiziert, das nach dem Verzehr von Erdnüssen auftritt und mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes einhergeht.

Die in der Fachzeitschrift The American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung beschreibt diese molekulare Signatur als sogenannte „Peanut Lipidomic Signature“ (PeLS).

Spezifisches Fettprofil nach Erdnusskonsum nachgewiesen

Wie Medienberichte vom 08.10.2026 über die Publikation (DOI: 10.1016/j.ajcnut.2026.101527) darlegen, zeichnet sich die PeLS durch eine signifikante Zunahme von sehr langkettigen gesättigten Fettsäuren (Very Long-Chain Saturated Fatty Acids, VLCSFA) im Blut aus.

Besonders ausgeprägt sei dieser Anstieg bei den Fettsäuren C24:0 und C22:0. Zudem stellten das DIfE Potsdam-Rehbrücke und die Universität Barcelona fest, dass diese Fettsäuren verstärkt in Ceramide eingebaut werden.

In der Auswertung zeigte sich, dass diese Signatur mit einer messbaren Verringerung des Typ-2-Diabetes-Risikos assoziiert ist. Ein vergleichbarer Zusammenhang mit dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ließ sich hingegen nicht nachweisen. Die beobachtete Reduktion des Risikos für Typ-2-Diabetes sei dabei weitgehend durch den Body-Mass-Index (BMI) bedingt.

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Erkenntnisse aus der ARISTOTLE-Interventionsstudie

Grundlage für die Identifizierung des Fettsäuremusters waren Daten aus der ARISTOTLE-Interventionsstudie. An dieser Untersuchung nahmen 63 gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 33 Jahren teil.

Über einen Zeitraum von 6 Monaten nahmen die Probanden täglich entweder 25 g geröstete Erdnüsse in der Schale, 32 g Erdnussbutter oder 32 g Kontrollbutter mit Erdnussöl zu sich.

Im Rahmen dieses Interventionsansatzes analysierten die Teams des DIfE Potsdam-Rehbrücke und der Universität Barcelona insgesamt 51 Fettsäure-Muster mithilfe moderner Deep-Lipidomics-Methoden, um die metabolischen Veränderungen im Organismus präzise nachzuverfolgen.

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Abgleich mit Daten der EPIC-Potsdam-Kohorte

Um die gesundheitliche Relevanz der gefundenen PeLS-Signatur langfristig zu überprüfen, griffen die Forschenden auf Proben aus der groß angelegten EPIC-Potsdam-Kohorte zurück. Diese Beobachtungsstudie umfasst 27.548 Teilnehmende im Alter von 35 bis 65 Jahren aus den Jahren 1994 bis 1998.

Für den Abgleich wurden Proben von 774 Personen mit Typ-2-Diabetes-Neuerkrankungen sowie 545 Fällen von neu aufgetretenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen herangezogen. Auf dieser Basis ließ sich der Zusammenhang zwischen dem erdnussspezifischen Fettsäureprofil und dem reduzierten Diabetesrisiko statistisch untermauern. Das Forschungsvorhaben wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unter dem Förderkennzeichen 548364193 gefördert.

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